Weltgebetstag: Verantwortung trifft auf Vertrauen

Von: ran
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Zahlreiche Indestädterinnen nahmen am von kubanischen Frauen initiierten ökumenischen Gottesdienst zum „Weltgebetstag“, der unter der Überschrift „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ stand, teil und schufen im einladenden Ambiente der Dreieinigkeitskirche eine beeindruckende Atmosphäre. Foto: Andreas Röchter
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Stellvertretend für die kubanischen Frauen, die in diesem Jahr die weltweit gültige Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag entwickelt hatten, gestalteten diese elf Indestädterinnen aus zahlreichen Gemeinden Eschweilers die ökumenische Feier in der Dreieinigkeitskirche.

Eschweiler. „Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ Diese Worte Jesu, im Markus-Evangelium nachzulesen, bildeten die Grundlage des ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag, der unter der Überschrift „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ stand.

Zahlreiche Christinnen waren in der Dreieinigkeitskirche zusammengekommen, um ihren Glauben zu bekräftigen und für ein Leben in Gerechtigkeit und Frieden zu beten. Dabei feierten sie einen Gottesdienst, dessen Grundordnung diesmal von kubanischen Christinnen entwickelt worden war.

Stellvertretend gestalteten elf Indestädterinnen aus unterschiedlichen Gemeinden Eschweilers den Gottesdienst vor Ort, indem sie in die Rollen der kubanischen Liturginnen schlüpften und deren Gedanken wiedergaben. Dabei machten sie deutlich, dass eine gerechte Gesellschaft gerade auch von denjenigen aktiv mitgestaltet werden müsste, die bisher an den Rand gedrängt worden seien, so etwa Kinder und alte Menschen. Entscheidend sei ebenso, die Augen vor den täglichen Misshandlungen von Frauen, Kindern und älteren Menschen in den Familien, am Arbeitsplatz und auch in der Kirche nicht zu verschließen. Vision müsse eine Welt sein, in der alle Frauen selbstbestimmt leben könnten. Der Weg dorthin sei nur durch gelebte Solidarität zurückzulegen.

Pfarrerin Dorothee Neubert setzte sich in ihrer Predigt mit einem Bild der kubanischen Künstlerin Ruth Mariet Trueba Castro auseinander, welches vom kubanischen Weltgebetstag-Komitee als Sinnbild auserwählt wurde. „Es zeigt unter anderem ein Fenster, das den Weg für Kuba öffnet und eine Einladung in beide Richtungen ausspricht. Des Weiteren ist eine große Hand zu sehen, die eine kleine Hand umschließt. Ein Augenblick, in dem sich Verantwortung und Vertrauen treffen“, so die Geistliche. Kinder an die Hand zu nehmen, heiße, ihr Vertrauen zu gewinnen. Andererseits vermittle das Gefühl, von einer größeren Hand geführt zu werden, Geborgenheit. „Gott kommt in einem Kind in unsere Welt. Klein, zart, aber zupackend. Wir dürfen uns an Gottes Hand geführt und geschützt fühlen. In Kuba, in Eschweiler, überall. Wir müssen uns klein wie ein Kind machen, um die Perspektive Gottes erkennen zu können. Denn wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen!“, zitierte Dorothee Neubert abschließend noch einmal das Wort Jesu.

Zum Abschluss des ökumenischen Gottesdienstes erfolgte die Einladung zum Weltgebetstag 2017. Im kommenden Jahr werden Gläubige von den Philippinen die Liturgie gestalten und die Eschweiler Christinnen in der Pfarrkirche St. Cäcilia zusammenkommen.

Weltweite Basisbewegung

Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Ihren Anfang nahm die Bewegung zum Ende des 19. Jahrhunderts in den USA und Kanada. Inzwischen feiern Christen in rund 170 Ländern an jedem ersten Freitag im März den Weltgebetstag mit einem ökumenischen Gottesdienst, der von Frauen aus einem bestimmten Land vorbereitet wird. Auch in zahlreichen Gemeinden in Deutschland organisieren und gestalten Frauen in konfessionsübergreifenden Gruppen den Weltgebetstag.

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