Weisweiler freut sich aufs „Neue Zentrum“

Von: Rudolf Müller
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Rund 20 Millionen Euro investiert die Residenz-Gruppe Bremen in den Bau des „Neuen Zentrums Weisweiler“ an der Schützenstraße. Auf 10 000 Quadratmetern Fläche entstehen hier in etwa 18 Monaten Bauzeit Seniorenwohnungen, Pflegeplätze, Arztpraxen, eine Apotheke, ein Einkaufsmarkt, eine Konditorei samt Café sowie ein Festsaal nebst Schützen-Schießstand.
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Spatenstich vor großem Publikum: Neben Dr. Christoph Kösters und Beigeordnetem Hermann Gödde griffen u.a. Bürgermeister Rudi Bertram und Residenz-Geschäftsführer Rolf Specht (v.l.) zum Werkzeug.

Eschweiler. „Großer Bahnhof“ auf der grünen Wiese: Dort, wo einst Weisweilers Feuerwehr zu Hause war, ein Spiel- und Bolzplatz Kinder anlockte und alle Jahre wieder am Fastelovendsdienstag der Äezebär den Flammentod starb, versammelte sich Freitanachmittag der halbe Ort, um mitzuerleben, wie ein Bauprojekt seinen Anfang nahm.

Ein Projekt, das das Gesicht Weisweilers gründlich verändern wird: Für rund 20 Millionen Euro baut die Residenz-Gruppe Bremen hier auf einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern das „Neue Zentrum Weisweiler“. Am Freitag unternahmen Vertreter von Stadt, Investor und künftigem Betreiber den symbolischen ersten Spatenstich für das Großprojekt, das in 18 Monaten bezugsfertig sein soll.

Mehr als 70 Pflegeimmobilien zählen zum Portfolio der Bremer Gruppe. Dennoch ist das Projekt in Weisweiler ein besonderes. „Die Komplexität der Immobilie mit Pflegeeinrichtung, Tagespflege, Senioren-Wohnen, Facharztpraxen, Physiotherapie-Angeboten, einem Einkaufsmarkt, einer Konditorei samt Café und einer Schützenhalle mit Schießstand bietet eine vielfältige Herausforderung, die wir gerne annehmen“, unterstrich Rolf Specht. Der geschäftsführende Gesellschafter der Residenz-Gruppe war eigens aus Bremen angereist, um den Startschuss zu dem Bauprojekt zu geben.

Bürger intensiv beteiligt

Einem Projekt, an dessen Realisierung manche ihre Zweifel hatten. Nach dem Umzug der Feuerwache an die Dürener Straße begann die Stadt vor fünf Jahren unter Beteiligung der Bürger mit den Überlegungen, wie sich das Zentrum Weisweilers künftig darbieten solle. „Da fanden eigens zu diesem Thema unter Beteiligung der Uni Siegen Workshops statt“, erinnerte Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde an den Werdegang des Projekts. „Wir haben die Bürger befragt: Was wollt ihr an einem so zentralen Platz? Da kam eine Vielzahl ganz konkreter Vorschläge. Für uns galt es, eine dicke Nuss zu knacken, um möglichst viel davon umzusetzen. Aber wir waren immer guter Dinge, das hinzukriegen.“ Gut Ding will Weile haben. Die Stadt kam in Kontakt mit der Residenz-Gruppe Bremen, die seit 1988 auf die Planung und Realisierung von Pflegeeinrichtungen spezialisiert ist.

Wie Gödde betonte am Freitag auch deren Geschäftsführer Rolf Specht, dass der 7. Oktober 2016 ein ganz besonderer Tag für Weisweiler sei. „Heute ist der Tag des Lächelns“, spielte er auf den internationalen Jahrestag an. „Wir wollen dafür sorgen, dass das in Weisweiler weiter so bleibt, vor allem für unsere künftigen Bewohner. Wir schaffen hier eine tolle Heimat für Senioren. Ein zukunftsweisendes Haus, einen lebendigen Ort zum Leben und Wohlfühlen.“ Senioren, die in Weisweiler leben, könnten dank des hier entstehenden Angebots auch im höheren Alter in ihrer gewohnten Lebenswelt bleiben.

Festsaal und Facharztpraxen

Das ermöglichen neben betreuten Seniorenwohnungen mit Balkonen eine Tagespflege mit bis zu 15 Plätzen und eine Pflegeeinrichtung mit 80 stationären Plätzen. Betrieben wird sie von der Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH & Co. KG. Deren geschäftsführender Gesellschafter Dr. med. Christoph Kösters kann mit seinem Team auf eine ganze Reihe erfolgreicher Senioreneinrichtungen in Kornelimünster, Stolberg, Walheim und Roetgen verweisen. Das jüngste Haus der Itertalklinik-Seniorenzentren mit 73 Pflegeplätzen und 34 Wohneinheiten steht in Breinig kurz vor der Vollendung.

„Wir wollen hier kein abgeschlossenes Altenheim machen, sondern ein offenes Zentrum mit allen Wohnformen für alle Ansprüche“, betonte Christoph Kösters. Das Angebot schließe auch Facharztpraxen ein, denkbar seien Praxen für HNO, Urologie und Gynäkologie, die natürlich nicht nur den Bewohnern des „Neuen Zentrums“, sondern allen Bürgern offenstünden. Die Kassenärztliche Vereinigung habe inzwischen für die Ansiedlung dieser Facharztpraxen Grünes Licht gegeben.

Allerdings: Ein Seniorenzentrum mit Schützenhalle und Schießstand – das ist neu. „Die St.-Sebastianus-Schützen haben das initiiert und vorangetrieben“, freute sich Bürgermeister Rudi Bertram am Freitag über das Engagement der Weisweiler Schützen, die das Projekt so wesentlich mitgestaltet hätten. Beigeordneter Hermann Gödde wiederum dankte Bertram dafür, „dass er die spinnerten Ideen seines Beigeordneten immer wieder unterstützt“. Bertram wiederum dankte nicht zuletzt den unmittelbaren Anwohnern des „Neuen Zentrums“, die sich konstruktiv in den Gestaltungsprozess eingebracht und nun, während der rund 18-monatigen Bauzeit, noch einiges an Belastungen zu ertragen hätten.

Für die interessierten Indestädter hatten die Bauherren am Freitag eigens ein Festzelt auf die Wiese gesetzt, in dem Schautafeln über das Projekt informierten. Bei Kaffee und Kuchen wurde da eifrig diskutiert, was das „Neue Zentrum Weisweiler“ für den Ort bedeute.

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