„Weibsbilder“: In fünf Minuten von Callmund zu Carnell

Von: zsa
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Die „Weibsbilder“ Anke Brausch (links) und Claudia Thiel begeisterten besonders als rüstige Rentnerinnen auf der Suche nach Männern für den Lebensabend. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. Alle Pflegestufen waren vertreten auf der Schönheitsfarm der „Weibsbilder“ im Talbahnhof am Freitagabend. Mit viel Wortwitz, großartiger Situationskomik und jeder Menge Verwandlungskunst präsentierten Claudia Thiel und Anke Brausch ihr neues Programm „Botox to go – bei uns kriegst du dein Fett weg“.

In der „Weibsbilder-Wellness-Oase“ versprach das Duo entspannende Verwöhnstunden in geselliger Runde mit Lachmassagen als Ganzkörper-Anti-Aging-Programm. Nach über zwei Stunden Dauerbeschuss auf die Lachmuskeln des Publikums konnten am Ende zufriedene Gäste und zahlreich vergossene Lachtränen von einem eingelösten Versprechen zeugen.

Mit dem Publikum begaben sich die beiden Kabarettistinnen, in verschiedene Rollen schlüpfend, auf die Suche nach den Beautygeheimnissen von Promis und auch normalen Menschen. Dabei ergaben sich Fragen wie: Wenn wahre Schönheit von innen kommt, wie kommt sie dann darein? Und wenn es schon Wellness-Marmelade gibt, wohin soll das noch führen? Wann gibt es die erste Wellness-Behandlung für Gebährende? Und Wellness-Kindergärten? Claudia Thiels einfache Schlussfolgerung hierzu: Dann werden die Kinder wohl vom Bettnässer zum Wellnesser. Und von Q10 zu Kuhscheiße sei es ja auch gar nicht so weit. Selbst Kuhmist werde wohl irgendwann gekauft, wenn er einen Anti-Aging-Effekt verspreche.

Geschlechtstuning und Waxing

Von Fettabsaugen über Brazilian Waxing bis hin zu „Geschlechtstuning“ spielten die „Weibsbilder“ mit sämtlichen Klischees aus der Beauty- und Wellness-Branche und beleuchteten auch das Thema „Schönheit durch Photoshop“ („In fünf Minuten von Rainer Calmund zu Bruce Darnell“) kritisch. Auch zahlreiche Anspielungen auf Promis und TV-Castingshows durften da nicht fehlen.

Natürlich unterhielten die „Weibsbilder“ zwischendurch musikalisch. Mit verschiedenen Liedern über Schönheits-OPs, eine Badrenovierung und das Verlangen einer älteren Dame nach einem neuen Zivi wussten Claudia Thiel und Anke Brausch mit eigenen, kreativen und lustigen Texten auch sängerisch zu überzeugen.

Dem Schönheitswahn erlegen war auch Klein Tineke, gespielt von Anke Brausch. Sie wollte ein Promi-Kind werden. Und da Kinder von Stars entweder nach Städten („San Diego“, „Paris“) oder Lebensmitteln („Apple“) benannt werden, würde sie sich dann in „Oer-Erkenschwick“, „Äpfelchen“ und „Lecker Rumsteak mit Pommes“ umbenennen.

Claudia Thiels Alter Ego Gundula, eine alternativ aussehende Hippie-Joga-Lehrerin, sorgte für besonders viele Lachtränen. Sie hatte selbst schon „einiges machen lassen“, schmiss Botox-Partys nach dem Prinzip „so viel wie reingeht“ und gab auf der Schönheitsfarm den Kurs „Man muss nicht gleich unters Messer“. Auch die Eifler Bäuerin Christel Müller (Claudia Thiel) durfte wieder nicht fehlen und nervte diesmal als neue Putzfrau die sich entspannende Anke.

Besonders mit ihrer letzten Figur, einer 86-jährigen, wollüstigen Seniorin mit Glitzerhut, brillierte Claudia Thiel und sorgte bei den Gästen im ausverkauften Talbahnhof für einen Lachanfall nach dem anderen. Die von ihr gespielte alte Dame suchte nach einem neuen Mann oder alternativ nach einem Zivildienstleistenden oder Bundesfreiwilligendienstleistenden. Ihre Ansprüche waren gering: „Er sollte atmen und eigenständig die Toilette benutzen können“. Auch den Hochzeitsgeschenketisch in der Apotheke hatte sie schon „klargemacht“. Als zweite rüstige Rentnerin auf der Schönheitsfarm gab Anke Brausch nochmal richtig Gas. Das Comedy-Duo lieferte sich in den Rollen der Seniorinnen einen Schlagabtausch vom Feinsten. Dabei hielten die „alten Freundinnen“ mit keiner Gemeinheit hinterm Berg – getreu dem Motto „Mit 86 Jahren weißt du nicht mehr: Hast du es gesagt, hast du es gedacht oder hast du es geträumt?“. Mit den Worten Johannes Heesters „Irgendwann muss jeder einmal gehen“ verabschiedeten sie sich unter tosendem Applaus.

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