Wehrhaft aktiv für Frieden und Freiheit

Von: ran
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Bis zu 23 Monate dauert der Di
Bis zu 23 Monate dauert der Dienst, für den sich die 70 Soldaten der Rekrutenkompanie 6 entschieden haben. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es war ein Ereignis, das in der Donnerberg-Kaserne nur noch zweimal zu erleben sein wird: Am Donnerstagnachmittag legten 70 Soldaten der Rekrutenkompanie 6 der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik (TSL/FSHT) beim Feierlichen Gelöbnis ihr Versprechen ab, der Bundesrepublik Deutschland zu dienen, sowie das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen.

Da nach dem dritten Quartal des laufenden Jahres die Rekrutenkompanie im Zuge der Umstrukturierung der Bundeswehr geschlossen wird, es in der Donnerberg-Kaserne also ab Oktober keine Grundausbildung mehr geben wird, stehen weitere Gelöbnisse nur noch im Mai und im September auf dem Programm.

Am 2. Januar traten die 70 Freiwilligen, darunter drei Frauen, ihren Dienst bei der Bundeswehr, der zwischen sieben und 23 Monate dauern wird, an. Soldaten, die sich für diesen Zeitraum entscheiden, gelten nicht als Zeitsoldaten (ab 24 Monate) und legen deshalb auch in Zukunft keinen Eid, sondern ein Gelöbnis ab. Nach Abschaffung der Wehrpflicht ist die Zahl der Rekruten allerdings stark rückläufig.

War die Ausbildungskompanie 6 früher auf höchstens 192 Wehrpflichtige ausgerichtet, wird auch in den beiden noch folgenden Grundausbildungen die Zahl von 100 Rekruten keinesfalls überschritten werden. Dennoch konnten die Verantwortlichen der TSL/FSHT rund 300 Gäste, darunter zahlreiche Eltern, Geschwister sowie weitere Verwandte und Freunde der Rekruten, zum Feierlichen Gelöbnis begrüßen.

„Mit ihrem Besuch bringen sie ihre enge Verbundenheit mit uns Soldaten zum Ausdruck”, dankte Oberst Günter Selbert, stellvertretender Schulkommandeur, den Angehörigen zu Beginn seiner Rede. Anschließend sprach er die Rekruten selbst an: „Als freiwillig dienende Soldaten leisten sie wichtige Arbeit.” Vergessen werden dürfe jedoch nicht, dass diese mit Pflichten verbunden sei. „Als jahrzehntelanger Nutznießer der Solidarität unserer Partner ist der Bundesrepublik nun eine aktive Unterstützungsrolle für Frieden und Freiheit auch außerhalb der eigenen Grenzen zuzumuten.”

Die Soldaten der Bundeswehr trügen dazu bei, die Demokratien weltweit wehrhaft zu halten, um innerhalb einer Wertegemeinschaft für die Einhaltung unveräußerlicher Menschenrechte eintreten zu können. „Dies gelingt nur unter vollem Einsatz und verlangt uns leider auch Opfer ab”, erinnerte Oberst Günter Selbert an die inzwischen mehr als 50 deutschen Soldaten, die bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen sind.

Gegen Rassismus und Intoleranz

Der Offizier forderte von den Soldaten aber auch, die Augen offen zu halten: „Beobachten sie als mündige Bürger diese Gesellschaft und gestalten sie diese durch ihr eigenes Verhalten und Einflussnahme auf ihr Umfeld demokratisch mit.” Der verantwortungslose Ruf nach einfachen, aber falschen Lösungen habe bereits durch den 2. Weltkrieg unsagbares Leid verursacht. „Rassismus, Antisemitismus sowie Intoleranz in Glaubens- und Gesellschaftsfragen sind keine geeigneten Grundlagen für nationale und internationale Politik”, so der stellvertretende Schulkommandeur.

Als Vertrauensperson der Rekruten blickte Anton Bibicaj auf die nun zu Ende gehende Grundausbildung zurück. „Schon nach fünf Minuten des ersten Tages waren wir im manchmal harten Kasernenalltag angekommen und haben bald bemerken müssen, dass auch Stillstehen anstrengend sein kann. Doch die sich entwickelnde Kameradschaft hat uns zusammengeschweißt, so dass mancher von uns bedauert, dass sich die Grundausbildung nun ihrem Ende zuneigt”, lautete sein Fazit.

Nach dem Gelöbnis, das musikalisch vom Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz gestaltet wurde, steht den Rekruten in der kommenden Woche nun die Abschlussprüfung bevor. Zwölf der Rekruten bleiben nach der Grundausbildung an der TSL/FSHT, der Rest verteilt sich auf Standorte in allen Regionen der Bundesrepublik.
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