Wegname erinnert an Pfarrer und Heimatforscher

Von: Friedhelm Ebbecke- Bückendorf
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Mit einem kleinen Festakt wurde der Heinrich-Hubert-Koch-Weg zwischen Heibachstraße und Friedhof in Bergrath gewidmet. Zahlreiche Gäste waren dabei. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler-Bergrath. Bisher wurde der Fußweg zwisschen Heibachstraße und Ardennenstraße im Stadtteil Bergrath meist Friedhofsgässchen genannt. Er verbindet die katholische Pfarrkirche St. Antonius mit dem Friedhof des Ortes. Seit Dienstag hat der Fußweg einen Namen: Heinrich-Hubert-Koch-Weg.

Angeregt hat die Namensgebung der Arbeitskreis „Stadtteilforschung Bergrath“ des Eschweiler Geschichtsvereins. „Es ist uns eine Freude, einen verdienten Bergrather Bürger, Priester und Heimatforscher für Eschweiler und Umgebung auf diese Weise zu ehren“, versicherte Günter Winden, der Leiter des Arbeitskreises, am Dienstag bei der Widmung des Weges. Der Geschichtsverein hatte dazu eingeladen. Auch viele geschichtsinteressierte Bürger aus Eschweiler und vor allem natürlich aus Bergrath hatten sich eingefunden, unter ihnen auch einige Nachkommen der Familie Koch. Bürgermeister Rudi Bertram, selber Bergrather, war ebenfalls dabei. Er hat die beiden Schilder gestiftet, die jetzt am Anfang und am Ende des Weges stehen.

Bei der Namensgebung für den öffentlichen Fußweg in Bergrath handelt es sich nicht um eine offizielle Straßenbenennung, sondern um eine sogenannte „vereinfachte Namensgebung“. Das bedeutet: der Straßenname wird nicht ins offizielle Straßenverzeichnis der Stadt übernommen, ist also damit auch keine postalische Adresse – allerdings liegen ohnehin keine Gebäude an dem Weg. In Stadtpläne und anderen Kartenwerke und in die dazu gehörenden Straßenverzeichnisse wird der neue Name jedoch aufgenommen.

Die Straßennamenschilder sind im Unterschied zu offiziellen Schildern nicht mit schwarzen Buchstaben auf weißen Grund, sondern als „touristische Hinweisschilder“ weiß auf braun gehalten. Im Stadtteil Weisweiler gibt es bereits eine solche Benennung, den Hubert-Rößler-Weg. Für Ortsunkundige ist er allerdings derzeit nicht zu finden – die „touristischen Hinweisschilder“ wurden abmontiert und gestohlen. Aus diesem Grund sorgte die Stadtverwaltung dafür, dass nun in Bergrath die Schilder besonders hoch angebracht wurden.

Günter Winden ging auf die Lebensgeschichte von Heinrich Hubert Koch ein, an den nun die Namensgebung erinnert. Koch, geboren am 24. Februar 1835 auf dem Kopfsträßchen in Bergrath und gestorben am 31. Mai 1917 in Frankfurt am Main, war der erste Bergrather, der zum Priester geweiht wurde. Seine Bedeutung für Eschweiler liegt aber vor allem in seinen lokalhistorischen Forschungen: Fünf Bände hat er über die Geschichte von Eschweiler und Umgebung veröffentlicht. Winden: „Wir schöpfen heute noch aus diesem Fundus!“

Koch stammte aus einer alteingesessenen Bergrather Familie. Er war einer der ersten Schüler der Rektoratsschule in Eschweiler, aus der später das Gymnasium hervor ging. Nach einem Theologiestudium wurde er 1860 zum Priester geweiht. Sechs Jahre lang war er Kaplan in Eberfeld, Kerpen und Willich. Am 7. Juli 1966 trat er als freiwilliger Feldgeistlicher in die preußische Armee ein und war beim „Deutschen Krieg“ zwischen Preußen und dem Deutschen Bund dabei. Am 13. April 1867 wurde er Divisionspfarrer, sein Amtssitz war in Frankfurt am Main, wo er auch im Jahr 1917 im Alter von 82 Jahren starb. Dass er stets Verbindung zu seiner rheinischen Heimat gehalten hat, ist schon an seinem lokalhistorischen Werk erkennbar. „Wir Bergrather dürfen Heirich Hubert Koch für seine Forschung über die Entstehung und Entwicklung unseres Heimatortes dankbar sein“, so Günter Winden.

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