Weg mit den Barrieren: So macht man Wohnungen fit für Senioren

Von: ran
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Eschweiler. Angesichts des demographischen Wandels ist die Zahl erschreckend: Lediglich ein Prozent des Wohnraums in Deutschland ist barrierefrei gestaltet! Dabei wird „barrierefreies Wohnen” immer wichtiger, denn natürlich wollen ältere Menschen ihren Lebensabend gerne in ihrer gewohnten Umgebung zu Hause verbringen.

Doch nicht nur für Senioren oder Menschen mit Behinderung sollte das Thema im Fokus stehen. Schließlich spricht auch für jüngere Menschen nichts dagegen, vorausschauend zu denken und zu planen, nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht. Für kommenden Donnerstag, 29. März, laden nun die Stadt Eschweiler und das Netzwerk „altbau plus” zu einer Informationsveranstaltung in das Städtische Seniorenzentrum, Marienstraße 7, ein. Unter der Überschrift „Altersgerechtes Umbauen - barrierefreies Bauen im Bestand” werden ab 18 Uhr kompetente Referentinnen auch das Thema „Förderprogramme” beleuchten und anschließend für Fragen zur Verfügung stehen.

„Der Grundsatz unserer Arbeit lautet immer ´ambulant vor stationär´. Es gilt, Senioren die Gelegenheit zu geben, in ihrer vertrauten Umgebung alt zu werden”, betont Winfried Effenberg, seit Herbst 2008 erster Seniorenbeauftragter der Stadt. Wenige Tage, bevor er in den Ruhestand geht, ist ihm aber auch bewusst: „Es fehlen Wohnungen, die barrierefrei und bezahlbar sind!” In die gleiche Kerbe schlägt Bürgermeister Rudi Bertram. „Auf dieses Problem werde ich in nahezu jeder meiner Sprechstunden hingewiesen. Witwen, die nach dem Tod ihrer Männer nur noch 60 Prozent der Rente erhalten und sich fragen, ob und wie es in ihren Wohnungen weitergehen kann.”

Deshalb sei eines der Gebote der Stunde, Menschen frühzeitig zu sensibilisieren. „Die Gesellschaft verändert sich in ihrer Altersstruktur. Da aber zusätzlich die Zahl der Single-Haushalte zunimmt, wird trotz der Bevölkerungsabnahme mehr Wohnraum benötigt”, gibt Michael Stefan, Geschäftsführer von „altbau plus”, zu bedenken. Hinzu komme, dass die Renten häufig geringer ausfielen als Jahre zuvor gedacht. „Deshalb sollten Menschen frühzeitig anpacken und in ihren Wohnungen Umbaumaßnahmen ergreifen, die 25 bis 30 Jahre lang Bestand haben”, rät er.

Klar müsse sein, dass Barrierefreiheit mehr bedeute, als die Rampe für Rollstuhlfahrer oder die ebenerdige Dusche. „Auch ein kleiner Überstand an einer Treppe kann in der Zukunft zu im wahrsten Sinne des Wortes unüberwindlichen Problemen führen”, macht Michael Stefan deutlich.

Finanziell attraktiv sei vor allem, Fördermittel für barrierefreies und energetisches Wohnen zu beantragen. „Dass es die Möglichkeit gibt, beides zu kombinieren, ist noch zu wenig bekannt”, so der Geschäftsführer. Auch für Vermieter sei das Thema relevant. „Die Frage, wie steigere ich den Wert einer Immobilie, muss für Eigentümer von Bedeutung sein”, unterstreicht Rudi Bertram.

Erst seit relativ kurzer Zeit sei „barrierefreies Wohnen” in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. „Noch vor zwei Jahrzehnten stand das Thema bei angehenden Architekten überhaupt nicht auf dem Lehrplan”, wirft der Technische Beigeordnete Hermann Gödde ein. Inzwischen sei ein leichtes Umdenken zwar festzustellen, dies reiche jedoch bei weitem nicht aus. „Die Kommunen bauen das barrierefreie Wohnen inzwischen in ihre Planungen ein, auf dem privaten Sektor passiert noch zu wenig”, so Hermann Gödde.

Die Informationsveranstaltung am kommenden Donnerstag soll nun Möglichkeiten für die eigene Wohnung aufzeigen. Zunächst werden Sozialarbeiterin Yvonne Berg von der Wohnberatung der Städteregion sowie Diplom-Ingenieurin Kerstin Jockenhövel-Ptak von „altbau plus” referieren, im Anschluss beantwortet Diplom-Ingenieurin Julia Carstens, Wohnberaterin bei der Städteregion, Fragen der Zuhörer.

Diese Organisationen bilden „altbau plus”

Dem Netzwerk „altbau plus” gehören an: Aachener Stiftung Kathy Beys; Bau-Innung Aachen; Bund Deutscher Baumeister Bezirksgruppe Aachen; Dachdecker-Innung Aachen; Energie- und Wasserversorgung GmbH; Fachhochschule Aachen; Haus & Grund Aachen; Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik; Kreishandwerkerschaft Aachen; Maler- und Lackiererinnung Aachen; Mineralölverbund Aachen; regio-energiegemeinschaft; RWTH Aachen; Schornsteinfeger-Innung Aachen; Stadt Aachen; Stadtwerke Aachen AG; Städteregion Aachen; Stuckateur-Innung Aachen; Tischler-Innung Aachen; Verbraucherzentrale NRW; Zimmerer-Innung Aachen.

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