Was bringt die Gema-Mitgliedschaft regionalen Musikern?

Von: ssc
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Auf dem neuesten Stand: Organist Josef Acs verfolgt die Diskussion um die Abgaben auch in der Zeitschrift für Gema-Mitglieder. Foto: Stefan Schaum

Eschweiler. Der Aufschrei der Diskothekenbetreiber und Gastronomen ist groß angesichts der geplanten neuen Gema-Tarife. Sie sollen der „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” künftig nämlich keine Pauschalbeträge mehr zahlen, sondern Beträge, die sich auch aus Eintrittspreisen und Veranstaltungsflächen ergeben.

Das könnte für manchen teurer werden, einige befürchten gar die Pleite. Doch profitieren am anderen Ende der Verwertungskette auch die regionale Musiker von der Änderung? Oder von der Mitgliedschaft an sich?

„Ja und Nein”, sagt Bernard Duensing, Gitarrist der Eschweiler Band „Tideline”. Die junge Formation, die bereits eine CD veröffentlicht hat, hat es in den vergangenen beiden Jahren auf gut 40 Konzerte gebracht und zahlt Gema-Beiträge. Eigentlich müsste es die Verwertungsgesellschaft daher jedes Mal in der Bandkasse klingeln lassen, wenn die Musiker auf der Bühne stehen.

Doch allzu oft erfährt die Gesellschaft gar nicht, dass sie zahlen müsste. Dazu muss der jeweilige Konzertveranstalter bei ihr nämlich eine Titelliste einreichen. Duensing: „Das passiert oft nicht. Weil es den Veranstaltern lästig ist oder weil sie es schlicht nicht wissen.” Pocht die Band im voraus darauf, riskiert sie, dass der Gig platzt. „Für kleinere Bands ist die Gema wohl eher eine Hürde”, sagt Duensing, der sich daher statt anderer Tarife eine andere Struktur wünscht.

Die Band „Ben Fortune”, die jüngst beim Eschweiler-Music-Festival auf der Bühne stand, hat sich vorerst ganz gegen die Mitgliedschaft entschieden. Damit man sie spielen lässt. „Wenn wir Gema-pflichtig würden, würden viele Veranstalter von Nachwuchswettbewerben sofort abwinken”, sagt der 23-jährige Sänger Ben Bernardo, „die wollen in der Regel keine Bands, für die sie Abgaben zahlen müssen”.

Ausgeschlossen sei eine Mitgliedschaft aber nicht. „Später wäre das wohl ganz vernünftig”, sagt er mit Blick auf die erhoffte Karriere. „Aber mir scheint das ein ziemlich hoher bürokratischer Aufwand für eine Band zu sein.”

Den kennt Josef Acs seit 40 Jahren. Der Komponist und Organist der Gemeinde Peter und Paul sehe zwar auch nur selten Geld von der Gema, „weil bei vielen Aufführungen die Titel meiner Stücke nicht angegeben werden”, doch er sei Mitglied aus Prinzip. Gerade jetzt, wo der Wert des geistigen Eigentums mehr und mehr in Frage gestellt werde. „Die Gema an sich ist eine gute Sache. Es muss sich ja einer hinstellen und sagen, dass es Musik nicht umsonst gibt.”
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