„Wallstreet Theatre“: Vom Surfer zum englischen Königshaus

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Mit „Froschçois le Frog“ im Talbahnhof: Das Duo vom „Wallstreet Theatre“ begeisterte das Eschweiler Publikum.

Eschweiler. Der Begriff „Multitalent“ bekommt eine neue Dimension, wenn man diese beiden auf der Bühne gesehen hat: Das Comedy-Duo Andreas Wiegels und Christian Klömpken alias Herr Schröder und Herr Schultze, besser bekannt als „Wallstreet Theatre“, begeisterte sein Publikum am vergangenen Mittwochabend mit dem Programm „Frog’n’Chips“ im Eschweiler Talbahnhof.

 Eine Mischung aus Zauberei, Akrobatik, Gesang, Tanz und natürlich ganz viel britischem Humor brachte die Zuschauer nicht zur zum Lachen, sondern auch zum Staunen. Sogar eine Beatbox- und eine Breakdanceeinlage hatte das Duo in seinem vielfältigen Repertoire.

„Ich freue mich hier zu sein, in my favourite city in Germany, in Eschweiler!“, begrüßte Herr Schröder sein Publikum ganz euphorisch. „You are such a Schleimscheißer“, meinte sein Kollege Herr Schultze da nur ganz trocken. Bei diesem Programm standen die britischen Gentlemen jedoch nicht alleine auf der Bühne. Mitgebracht hatten sie „Froschçois le Frog“. Mithilfe von Froschçois konnten die beiden die französische Lebensweise herrlich dem trockenen, britischen Humor gegenüberstellen. So lieferten sich der „Froschzose“ und die Briten teilweise heftige Wortgefechte darüber, ob England oder Frankreich nun das schönere Land sei. „Bei der englischen Küche versteht sowieso keiner, warum ihr noch nicht ausgestorben seid!“, wetterte Froschçois und löste damit heftiges Gelächter beim Publikum aus.

Auch gingen Herr Schultze und Herr Schröder der Frage der Abstammung der Briten nach. Laut der Theorie der beiden stammen die Briten von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, ab. Dabei fuhren einige auf das Meer hinaus, und einige blieben an Land, um Kartoffeln anzubauen. Denn sie lebten schon damals (wie könnte es anders gewesen sein?) von „Fish and Chips“. Die genetische Besonderheit der Urbriten, die Segelohren, halfen ihnen vor allem beim Fischen: Sie setzten sich einfach in einen ausgehöhlten Baumstamm und stellten ihre Ohren auf. Und deshalb nannten sie sich „die Windsurfs“, erklärte Herr Schultze mit gewohnt britischem Akzent. „Und deswegen nennen sie sich heute immer noch die Windsors“, fügte Herr Schröder hinzu und erläuterte so, wie das britische Königshaus zu seinem Namen gekommen ist.

Auch auf die Frage, wie die Ur-Briten schließlich nach England gekommen sind, hatten die Herrschafften eine Antwort parat. So gerieten ein „Windsurf-Weibchen“ und ein „Windsurf-Männchen“ eines Tages in einen Sturm und trieben herum. Nach neun Monaten allerdings meinte die Frau zu dem Mann: „Wir müssen an Land, sonst wird es eng.“ Jetzt wisse man endlich auch, wie England an seinen Namen kam.

Einen besonderen Höhepunkt bot sich dem Publikum mit der Nummer der „floating virgin“, also der schwebenden Jungfrau. Für die „Jungfrau“ musste Herr Schultze herhalten. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als Herr Schröder seinen Kollegen über der Bühne des Talbahnhofs schweben ließ. Natürlich durfte auch die berühmte Hut-Jonglier-Nummer der beiden nicht fehlen. Während der Tellerschwebenummer von Hernn Schultze tauchte auch Froschçois wieder auf. Und der hatte einige Fragen. Wo Herr Schröder denn sei, zum Beispiel. „Das willst du gar nicht wissen...“, antwortete Herr Schultze während er seine Teller balancierte. Nach beharrlichem Nachfragen bekam er dann doch die Antwort und war ganz schön pikiert, als er erfuhr, dass Herr Schröder mit der Hand in seinem Allerwertesten steckte. Die Zuschauer hingegen brachen in schallendes Gelächter aus.

Seit 1993 stehen Andreas Wiegels und Christian Klömpken schon gemeinsam auf der Bühne. Bei so vielen Jahren Zusammenarbeit erlebten die beiden natürlich so einiges. „Bei einem Auftritt ging ein Mann kurz vor unserem Programmende noch auf die Toilette. Da kamen wir auf die Idee, das gesamte Publikum im Backstagebereich zu verstecken. Das waren etwa 150 Personen. Das Gesicht des Mannes hätten sie sehen müssen, als er von der Toilette in ein leeres Theater zurückkam!“, erzählten die beiden lachend. Nicht zuletzt wegen dieser Geschichte blieben an diesem Abend alle brav auf ihrem Platz – vor allem wollte sich aber keiner auch nur eine Minute dieses grandiosen Programms entgehen lassen.

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