Eschweiler - Wahlbeteiligung zwischen 50 und 70 Prozent

Wahlbeteiligung zwischen 50 und 70 Prozent

Von: Andreas Röchter
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Ab an die Wahlurne: Die wahlberechtigten Schüler des Berufskollges in Eschweiler gaben ihre Stimme ab. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Wählen ist wichtig! Neben dem Bürgermeister, dem Stadtrat, dem Städteregionsrat- und -tag sowie dem Intergrationsrat wurde am vergangenen Sonntag auch das neue Europaparlament gewählt.

Doch was ist das eigentlich? Was steckt hinter Europa und der Europäischen Union? Was findet in Brüssel, was in Straßburg statt? Welche Rechte hat das Europäische Parlament und welchen Einfluss hat es auf das tägliche Leben der Menschen in den EU-Mitgliedsstaaten? All dies sind Fragen, mit denen sich in den vergangenen Wochen Schüler aus vier Klassen des Berufskollegs Eschweiler im Politikunterricht beschäftigt haben.

Doch nicht nur in der Theorie, auch in der Praxis. Denn am Mittwochvormittag nahmen sie am Projekt „Juniorwahl“ teil, indem sie einen Klassenraum des Berufskollegs zu einem Wahlraum umfunktionierten und den Wahlvorgang der Europawahl detailgenau simulierten.

„Das heißt, die Wahl wurde frei(willig), unmittelbar und geheim durchgeführt. Und zwar mit Originalmaterialien bis hin zu den Stimmzetteln“, berichtet Benjamin Pinkerneil, Lehrer und Leiter des Projekts „Juniorwahl“ am Berufskolleg Eschweiler.

Im Vorfeld der Wahl standen für die Schüler die Geschichte, aber vor allem die aktuelle Situation der Europäischen Union auf dem Stundenplan. „Die Reaktionen auf das Projekt waren durchweg positiv, da es Politik zum Anfassen mit sich bringt. Wobei eine generelle Skepsis der Schüler in Sachen Einfluss der EU, die sich in der Frage „Was hat die EU mit meinem Leben zu tun?“ wiederspiegelt, nicht von der Hand zu weisen ist“, macht der Pädagoge deutlich. Dieser Skepsis versuchte Benjamin Pinkerneil mit praktischen Beispielen entgegenzutreten. „Dabei spielten unter anderem die Reise- und Zollfreiheit sowie die Arbeitnehmerfreizügigkeit eine große Rolle.“

Neben Unterrichtsbeiträgen zur EU beschäftigen sich die Schüler auch mit den Programmen zur Europawahl der vier im deutschen Bundestag vertretenen Parteien, also der CDU/CSU, der SPD, der Partei die Linke, sowie Bündnis90/Die Grünen.

„Die Gedanken hinsichtlich Wahlen waren bei den Schülern sehr gemischt. Diejenigen, die nicht wählen gehen wollen, begründeten dies häufig mit mangelndem Interesse oder mit dem Gefühl, die eigene Stimme ändere ja doch nichts“.

Die Begründung der Schüler, die sich an Wahlen beteiligen hingegen, lautete oft, dass die Teilnahme an einer Wahl die einzige Möglichkeit sei, die eigene Macht als Bürger auszuüben und die Zusammensetzung der Parlamente zu bestimmen.

Immerhin lag in den einzelnen Klassen die Zahl derer, die auch tatsächlich wählen gehen wollen, zwischen 50 und 70 Prozent“, so Benjamin Pinkerneil, der zu bedenken gibt, dass das Thema EU für den Schulunterricht durchaus etwas sperrig sei. „Meiner Meinung nach macht sich nachteilig bemerkbar, dass zu wenig Grundwissen über die EU vermittelt wird.“ Er spielt an auf theoretische Grundlagen, die den Schülern oftmals fehlen. Darunter fällt zum Beispiel, wie viele und welche Länder eigentlich Mitglieder der Europäischen Union sind, die Geschichte der EU und Wissen über die Institutionen wie dem Europaparlament, der Europäischen Kommission oder den verschiedenen Zusammensetzungen des Rates. „All das muss vorhanden sein, um darüber hinaus tiefer in die Materie einsteigen zu können.“

In die Materie „Wahl“ sind die Schüler des Berufskollegs offensichtlich tief eingestiegen, denn unter den Augen der auch von Schülern gebildeten Wahlleitung mit Vorsteher Carsten Lorsee sowie den Beisitzern Maarten Durzak, René Knap, Lukas Schmitz und René Krötzsch gaben 62 von 79 wahlberechtigten Schülern bei der „Juniorwahl“ ihre Stimme an der Wahlurne ab.

Von einer Wahlbeteiligung von 78,48 Prozent, wie am Berufskolleg in Eschweiler, haben die Verantwortlichen der realen Europawahl am vergangenen Sonntag wohl nur geträumt.

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