Wachwechsel im Süden: Gartzen neuer SPD-Chef

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Gleich nach der Wahl gratulierte Dieter Weißhaupt (rechts) seinem Nachfolger Peter Gartzen, im Hintergrund Brigitte Gradel. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Zwei Urgesteine der Eschweiler SPD, die seit Jahrzehnten im Ortsverein Süd verwurzelt sind, wollen in Zukunft kürzer treten.

Der langjährige Vorsitzende Dieter Weißhaupt und Brigitte Gradel, die ihm viele Jahre als Stellvertreterin zur Seite stand, kandidierten nicht mehr für diese Ämter, gehen dem Vorstand aber nicht ganz verloren. Neuer Vorsitzender der SPD Süd ist Peter Gartzen.

Es war eine zeitweise bewegende Mitgliederversammlung im „Blauen Bock” in Hastenrath, auf der viele Personalentscheidungen getroffen wurden, allesamt nahezu einstimmig. Vor den Vorstandswahlen hatte Dieter Weißhaupt kurz einen Blick zurück auf das Superwahljahr 2009 geworfen. Dazu zählte zum einen ein Resümee der „keineswegs berauschenden” Ergebnisse bei der Europa- und vor allem bei der Bundestagswahl. „Darüber werden wir uns unterhalten müssen.”

„Phantasieergebnis”

Weitaus erfreulicher fiel selbstredend sein Urteil über das „Phantasieergebnis” der Eschweiler SPD bei der Kommunalwahl aus. Weißhaupt dankte vor allem den vielen Helfern im Ortsverein Süd und namentlich dem Stadtverbandsvorsitzenden Stefan Kämmerling, der am Samstag Gast in Hastenrath war: „Er hat die Wahlen vorbereitet wie vor ihm kaum ein anderer.”

Und dann gab Weißhaupt der Versammlung bekannt, dass er, der seit Gründung des Ortsvereins 1976 im Vorstand und seit 1991 ohne Unterbrechung Vorsitzender war, nicht mehr kandidieren werde. Sichtlich bewegt dankte er all seinen Weggefährten im OV Süd für die Unterstützung auch in schweren Zeiten und hob hier insbesondere Brigitte Gradel hervor sowie Rudi Bertram, Heinz Hesseler und Hans-Günter Ehlers.

„Mein besonderer Dank gilt aber auch fünf Genossen, die nicht mehr unter sind”, fuhr Dieter Weißhaupt mit stockender Stimme fort, „Albert Wegmann, Willi Bertram, Hartwig Völker, Jupp Harter und Jupp Schuster. Alle haben meinen politischen Weg geprägt.”

Als Ausdruck ihrer Anerkennung erhoben sich die Mitglieder und applaudierten dem scheidenden Vorsitzenden - ebenso im Anschluss Brigitte Gradel, die wie Weißhaupt lange im Vorstand gearbeitet hat und nun als Revisorin ins zweite Glied zurücktritt.

Den weiteren Berichten des Vorstands und jenen der Arbeitsgemeinschaften folgte die einstimmige Entlastung und anschließend die Neuwahl, die auf einigen Positionen Veränderungen ergab. Neuer Vorsitzender ist Peter Gartzen, als Stellvertreter stehen ihm Georg Maier und - neu - Helga Grimmer zur Seite.

Neuer Geschäftsführer und damit Nachfolger von Uschi Bohnen ist Winfried Priem, seine Stellvertreterin Nicole Bündgen. Die Kasse führt weiterhin Renate Bündgen, zu ihrem Vertreter wählten die Mitglieder Karl-Heinz Schröteler. Als Bildungsbeauftragter wird künftig Alexander Mohren tätig sein, das Amt des Seniorenbeauftragten hat nach wie vor Fritz Piehler inne. Zu Beisitzern wurden Dieter Weißhaupt, Jakob Bündgen, Nora Hamidi, Günter Mönch, Conny Mohren, Michael Roth, Martin Scholz und Heinz Thoma bestimmt.

Lob vom Stadtverband

Vor den Delegiertenwahlen zur Kreiswahl- und Stadtverbandskonferenz hielt Stefan Kämmerling einen Rückblick auf die drei Wahlen in 2009, insbesondere auf die Bundestagswahl. In dieser „absolut ernsten Situation” sei es Zeit, einen Schnitt zu machen: „Zum einen muss man sich die Inhalte angucken und zum anderen auch das handelnde Personal.”

Unter dem Beifall der Genossen verwies er darauf, dass die designierte Parteiführung „wieder mehr Willensbildung von unten nach oben” angekündigt habe. Der Stadtverbandschef hatte auch ein dickes Lob für die Arbeit in den Eschweiler Ortsvereinen, insbesondere auch in Süd, im Gepäck und dankte zum Schluss dem langjährigen Vorsitzenden dort mit den Worten: „Man ist gut beraten, wenn man auf Dieter Weißhaupt hört.”

Als erste „Amtshandlung” rief der neue Vorsitzende Peter Gartzen seine Genossen in Süd zu noch mehr Engagement auf. „Wir sind ein gewichtiger Teil der Eschweiler Sozialdemokratie, und die ist sehr erfolgreich. Dieser Erfolg basiert auf Bürgernähe, Bodenständigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Wir wollen dazu beitragen, dass das Eschweiler Erfolgsmodell auch auf höheren Hierarchie-Ebenen greift.” Zum Schluss bedankte sich Gartzen bei allen scheidenden Vorstandsmitgliedern und würdigte ihre teils jahrzehntelange Arbeit.
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