Wache an der A4 erwacht zu neuem Leben

Von: Otto Jonel und Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Die ehemalige Wache der Autobahnpolizei an der Rue de Wattrelos: Hier wird demnächst ein Teil des Ermittlungsdienstes der Bundespolizei aus Welz einziehen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler/Welz. Neue Nutzer ziehen bald in die ehemalige Wache der Autobahnpolizei an der Rue de Wattrelos ein. Und wieder werden sie Unformen tragen: Die Bundespolizei gibt ihren Standort in Linnich auf und wird ihn zum Teil nach Eschweiler verlegen.

Allenfalls der exakte Zeitpunkt, wann im ehemaligen Warn­amt Welz die Umzugskartons gepackt werden, ist noch offen. Frühjahr 2014 wird es sein, so viel steht fest. Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram ist erfreut: „Dass die Bundespolizei Eschweiler als Standort nutzt, ist eine Aufwertung der Stadt.“

Seit 1999, nach der Aufgabe des Warnamts Welz, residiert ein Teil der Bundespolizei Aachen recht idyllisch am Fahlenberg im Linnicher Stadtteil. Ein Außenposten in einem ausgedehnten Zuständigkeitsbereich, der vom Selfkant im Norden bis an die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz im Süden reicht. Die gesamte Inspektion Aachen/Linnich umfasst rund 190 Polizeibeamte und Angestellte. 45 Bundespolizisten haben das Welzer „Warnamt“ als Heimatstandort. Sie werden nicht en bloc in das neue „Hauptquartier“, das Alte Zollamt am Aachener Hauptbahnhof umziehen. Ebenfalls im Zollamt untergebracht sind neben Teilen des Ermittlungsdienstes die Führungsgruppe aus Welz und die Verwaltung. Die Wache am Aachener Hauptbahnhof, die bislang in Bürocontainern untergebracht war, ist schon in das benachbarte sanierte Gebäude gewechselt.

Für einen Teil der Welzer Ermittlungsbeamten geht es allerdings nicht nach Aachen, sondern in die ehemalige Niederlassung der Autobahnpolizei in Eschweiler. Diese Liegenschaft ist nach Pauls Vorstellungen umgebaut und für die Belange der Bundespolizei ertüchtigt worden. Dass dort noch Verhandlungen zu führen sind, ist dem Umstand geschuldet, dass es nach dem plötzlichen Tod der Eigentümerin einen Besitzerwechsel gegeben hatte.

Der Standort Eschweiler ist aus vielerlei Gründen optimal. „Wir haben dort einen zentralen Punkt, den wir anfahren können“, sieht Paul als wesentlichen Standortvorteil. Verkehrsgünstig angebunden an zwei grenzüberschreitende Autobahnen lassen sich schnell nach Bedarf Einsatzkräfte verschieben, wenn beispielsweise Reisebusse kontrolliert werden müssen. Schwerpunktmäßig hat die Bundespolizeiinspektion illegale Migration und Schleusungen im Blick. Wenn dann schon mal weit über 50 Menschen zu überprüfen und gegebenenfalls unterzubringen sind, sei das nur mit einem zahlenmäßig erhöhten Personaleinsatz zu leisten, schildern Paul und Küppers. Schnelle Präsenz der Bundespolizei ist insofern wichtig, „da 30 Kilometer von der Grenze entfernt die Zuständigkeit der Bundespolizeiinspektion Aachen in West-Ost-Erstreckung endet. Danach ist das Sache der Landespolizei“, erklärt Paul.

Das Eschweiler Haus ist so umgebaut worden, dass sie einen optimalen Ablauf der Personalienfeststellung erlaubt. Nicht zu vergessen: Nach dem Umbau verfügt das Gebäude neben Vernehmungsräumen über „bessere Zellen“ und Rückführungsräume, in denen Familien vorübergehend untergebracht werden können. „Wir haben internationale Anforderungen an solche Einrichtungen, denen wir dort gerecht werden“, sagt Paul. Ebenfalls nach Eschweiler wird der gesamte Welzer Fuhrpark verlegt.

Am neuen Standort wird nicht alles neu sein: „Wir nehmen unsere Schreibtische mit und unsere Computer“, sagt Paul. Keine Verwendung findet die Leitstellentechnik, die noch unter Inspektionsleiter Ludger Intorp in Welz eingerichtet worden war. Sie ist überholt. Für manche der Welzer Bundespolizisten bringt der Umzug Vorteile. Küppers fährt heute noch 35 Kilometer mit dem Auto zum Dienstantritt in Welz. „Wenn wir umgezogen sind, könnte ich mit dem Rad fahren.“

Mehr Polizeipräsenz

Nicht nur die Tatsache, dass die ehemalige Autobahnpolizeiwache bald nicht mehr brach liegt, begrüßt Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram. Dass bald wieder mehr Polizeifahrzeuge durch Eschweiler fahren, gebe den Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Bertram ergänzt: „Ich bin nach wie vor jedoch mit der Polizeipräsenz in Eschweiler nicht zufrieden.“ Er fordere seit Jahren mehr Personal für die Eschweiler Polizeiwache.

In Eschweiler ist eine Brache wiederbelebt, doch was geschieht mit der Welzer Liegenschaft, wenn die Bundespolizei ihre Koffer gepackt hat? Besitzer ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Dort, hieß es, werde zunächst geprüft, ob ein eigener Anschlussbedarf besteht. Falls das nicht der Fall sei, gebe es zwei Möglichkeiten. Eine ist der Verkauf. Die andere die Verwaltung der Liegenschaft. Man schaut nach dem Rechten und verhindert den Verfall der Gebäude.

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