Vortragsabend zum Kirchenbild von Papst Franziskus

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Eschweiler. „Mir ist lieber eine verbeulte Kirche, die sich auf die Menschen und das Leben einlässt, als eine, die sich ohne Schrammen im Glanz ewiger Wahrheiten sonnt.“ Oder: „Eine arme Kirche für die Armen wünsche ich mir.“ Was für Töne kommen da aus dem Vatikan, der Zentrale der katholischen Kirche?

Nicht irgendein Kritiker hat sich so geäußert, sondern der neue Papst Franziskus, der solche, für viele Mut machende, Sätze fast im Wochentakt in die Welt setzt. Was er sagt und wie er es sagt ist für viele eine Sensation, vielleicht sogar eine Revolution in der dogmatisch erstarrten Kirche. Mit seinem unkonventionellen und bescheidenen Auftreten hat er in kürzester Zeit die katholische Kirche aufgerüttelt und mit frischem Wind versehen – ein deutliches Bekenntnis für die Freiheit in der Kirche.

Dieser Papst wünscht sich eine offene, freie und auch streitige Auseinandersetzung und Diskussion in der Kirche, wie sie gerade in der ersten Phase der Bischofssynode zu Fragen von Ehe, Familie und Sexualmoral praktiziert wurde.

Freilich hat der Papst auch Gegner der Öffnung der Kirche: Manche halten sein Auftreten für populistisch und fürchten um die Sakralität des Papsttums.

Wird dieser Papst das durchhalten können, wird er genügend Mitstreiter finden, die ihm helfen, die Kirche menschenfreundlicher zu machen? Oder wird es bei reinen Gesten bleiben, weil er von den traditionellen Kräften in der katholischen Kirche ausgebremst wird?

Vortragsabend in St. Michael

All diesen Fragen zum Papst und seiner Position in der Kirche will ein Vortragsabend des „Forum Gott und die Welt“ am Dienstag, 4. November, um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum St. Michael nachgehen.

Der renommierte Theologe Prof. em. DDr. Dr. hc. Hans Waldenfels SJ aus Essen/Bonn – selbst Jesuit, wie der Papst – wird den Vortragsabend leiten. Anhand der bisherigen Gesten und der ersten mutigen Schritte von Papst Franziskus wird er das erkennbare Kirchenbild des neuen Papstes in seinem Vortrag beleuchten und erklären.

Dabei wird deutlich werden, dass dieser Papst ein Mann des Konzils ist, das erst jetzt nach 50 Jahren richtig ernst genommen zu werden scheint. Er spricht vom Volk Gottes, das unter den Vorgängerpäpsten, obwohl eine klare Aussage des Konzils, nicht gern gehört wurde und von der gleichberechtigten Verantwortung der Laien, also vom Aufbau der Kirche von ganz von unten.

Es dürfte ein spannender Abend mit kontroversen Diskussionen werden, der am 4. November im Gemeindezentrum St. Michael ansteht.

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