Vortrag: „Migranten langfristig positiv für die Wirtschaft“

Von: cheb
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Referierte zum Thema Flüchtlinge: Raphael Kamp. Foto: Christian Ebener

Eschweiler. Zu kaum einem Thema gibt es so viele Unsicherheiten wie zum Thema Einwanderung. Warum kommen so viele Menschen nach Europa? Was sind die Gründe dafür? Wo sind die Unterschiede zwischen Einwanderern und Flüchtlingen? Raphael Kamp, Quartiersmanager Eschweiler-West, hatte bei seinem Vortrag im BKJ-Familienzentrum viele Antworten parat.

Sein Vortrag unter dem Titel „Wahr oder falsch – Die größten Irrtümer über Flüchtlinge und Einwanderung“ sollte in 90 spannenden Minuten nicht nur aufklären, sondern auch „für das Thema interessieren“, wie Kamp feststellte. Ihm ging es auch darum, gegen sogenannte „gefühlte Wahrheiten“ anzukämpfen.

So vermittelte er direkt zu Anfang eine überraschende Erkenntnis für viele Zuhörer: Der relative Anteil der Migranten weltweit ist nicht steigend, obwohl sich dieses Bild oft aufdrängt. Seit den 1960er Jahren steige zwar die Anzahl der Migranten, im Verhältnis zur Weltbevölkerung lässt sich dieser Trend jedoch nicht ausmachen.

Im Folgenden fragte er schließlich die Meinung der Zuhörer ab über fünf Themenfelder, die auch die Hauptbestandteile seines Vortrags bilden sollten und deren Zusammenhänge er anschaulich darstellte.

„Dirty-Difficult-Dangerous“-Jobs

Zuerst wandte er sich der bekannten Meinung zu, dass „Migranten Jobs klauen und die Sozialsysteme stark belasten“. Auch hier konnte er mit fundierten Statistiken das Gegenteil belegen. Migranten transportierten auch stets Innovationen und werden vom Arbeitsmarkt auch für die Berufe benötigt, die im Englischen gerne als „Dirty-Difficult-Dangerous“-Jobs bezeichnet werden. Im Endeffekt können zwar Migranten eine kurzfristige Belastung für das Sozialsystem sein, erweisen sich aber langfristig als durchaus positiv für die Wirtschaft.

Schlüssig erklärte er auch, wie Entwicklungshilfe die Migrantenströme beeinflusst und sprach sich beherzt dafür aus, dass diese allein aus „humanitären Gründen“ weiter beibehalten werden müsse. Auch der Thematik der schärferen Einwanderungsgesetze, wie von Rechtspopulisten oft gefordert, wandte Kamp sich zu.

Durch diese werde oft nur eine Jetzt-oder-nie-Mentalität bei Flüchtlingen entstehen, die dann in kurzer Zeit und großer Anzahl kommen. Zudem ist es dann deutlich unwahrscheinlicher, dass die Einwanderer in ihre Heimat zurückkehren, da sie aufgrund der Gesetze Angst haben, dass sie nicht mehr wieder kommen können.

In seiner Präsentation sprach sich Kamp zudem gegen die Theorie des „Brain Drains“, der Flucht von Gebildeten aus ihren Herkunftsländern“, aus. Zum Erstaunen vieler Gäste zeigte er auch, dass es deutlich weniger Klimaflüchtlinge gibt, als oft angenommen wird.

Durch seine differenzierte Betrachtungsweise und anschaulich erklärten Zusammenhänge konnte Kamp dem Publikum in 90 spannenden Minuten viele Fakten vermitteln und auch dazu beitragen, dass Mythen aufgeklärt wurden. Sein Ziel ist es, Leute für das Thema zu interessieren und auch für Hilfe für Flüchtlinge in Eschweiler zu werben. Sein Weg für eine bessere Integration ist vor allem, dass die „Leute in Kontakt treten“ mit Flüchtlingen.

Nur so könnten diese auch einen Zugang zur deutschen Gesellschaft finden. Allein um diese Ziele umzusetzen, ist Kamp weiter an Aufklärung interessiert und wird sich auch in Zukunft besonders in seiner Rolle als Quartiersmanager engagieren.

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