Vorhang auf für das Aachener Grenzlandtheater

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Bühne frei für das Grenzlandtheater! Beigeordneter Hermann Gödde (links) und Bürgermeister Rudi Bertram öffnen hier in der Festhalle Weisweiler den Vorgang für Udo Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, und Festhallen-Wirt Bernd von der Weiden. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Das Grenzlandtheater Aachen, das seit Jahrzehnten achtmal jährlich in Eschweiler gastiert, spielt künftig nicht mehr im Kino „Primus-Palast“, sondern in der Festhalle Weisweiler. Premiere dort ist am 3. Oktober mit der Komödie „Der Gott des Gemetzels“.

Das 1950 gegründete Theater ist etwas ganz Besonderes – durch seine Inszenierungen, die auch heute noch den Charakter eines intimen Zimmertheaters mit großer Nähe zum Publikum erzeugen, und durch seinen Auftrag, Kultur auch „aufs Land“ zu bringen: Das Ensemble spielt nicht nur in Aachen, sondern überall in der Region, von Kerpen bei Köln bis zum belgischen Eupen und von Geilenkirchen im Norden bis Gemünd in der Eifel.

In Eschweiler war viele Jahre lang die Schulaula der Hauptschule Jahnstraße Spielort. Als die Schule renoviert wurde, zog das Grenzlandtheater um in das Eschweiler Kino, den Primus-Palast. Doch das Kino-Gebäude wird demnächst auch umgebaut. Gemeinsam mit der Stadt Eschweiler machte sich der Intendant des Grenzlandtheaters, Udo Brandt, auf die Suche nach einer neuen Bühne. Man fand sie in Weisweiler. Die Festhalle, Berliner Ring 9, wird jetzt Eschweilers Theaterbühne.

Der Abschied vom Primus-Palast fällt den Theaterleuten leicht. Die Bedingungen dort seien „suboptimal“ gewesen, es gab zum Beispiel keine Garderoben für die Schauspielerinnen und Schauspieler, berichtete Intendant Brandt bei einem Ortstermin in Weisweiler am Montag. Einigen Abonnenten fällt der Abschied allerdings schwerer. Das Kino liegt zentral in der Eschweiler Innenstadt, da konnte man abends zu Fuß hin spazieren.

Nach Weisweiler brauchen die Theaterfreunde künftig Auto, Bus oder Bahn. Außer natürlich die Weisweiler Besucher selber. Bisher gab es in Eschweiler rund 100 Abonnenten. Man habe sie alle angeschrieben, dennoch habe man durch den Wechsel einige Stamm-Besucher verloren, bedauert der Intendant.

Den neuen Spielort sehen Bürgermeister Rudi Bertram und Beigeordneter Hermann Gödde als Chance. Zwar ist der Saal für die Theaterfans zu groß – 800 Besucher würden dort hinein passen. Aber die Infrastruktur stimmt. Es gibt ausreichend Parkplätze, die Bushaltestelle ist nahe, auch die Haltestelle der Euregiobahn ist nur 300 Meter entfernt. Und die Besucher können nach den Aufführungen im Restaurant der Festhalle den Theaterabend ausklingen lassen. Dafür, dass sie sich dort wohlfühlen, wollen die Pächter, Beate und Bernd von der Heiden, gerne sorgen.

Die Theatertermine für Eschweiler liegen immer auf einem Montagabend. Die Spielzeit 2016/17 beginnt am 3. Oktober mit der Komödie „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza. Es folgt am 7. November ein Klassiker der Moderne, das Schauspiel „Von Mäusen und Menschen“ des amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck.

Zu den Höhepunkten der kommenden Spielzeit zählt sicherlich das Musical „Love Story“. Diese mit riesigem Erfolg auch verfilmte Geschichte und vor allem die Musik dazu gehen mitten ins Herz. Das Grenzlandtheater zeigt „Love Story“ als deutsche Erstaufführung. In Weisweiler wird man damit am 30. Januar gastieren.

Die Stadt Eschweiler und die Leitung des Grenzlandtheaters hoffen, neue Abonnenten zu gewinnen. Wichtig für bisherige Theaterabos: Die Stammplätze bleiben erhalten.

Wer sich bisher nur auf seinem Stammplatz Reihe 2 Sitz 16 wohl fühlte, wird auch in Weisweiler Reihe 2 Platz 16 sitzen. Abos für alle acht Aufführungen der Spielzeit kosten in der Platzgruppe A 120,80 Euro, in der Platzgruppe B 104 Euro. Die Preise für einzelne Veranstaltungen liegen zwischen 14 und 22,30 Euro pro Karte. Für Schüler, Studenten und Auszubildende ist alles 30 Prozent billiger.

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