Eschweiler - Vorbeugen, damit der Strom weiter fließt

Vorbeugen, damit der Strom weiter fließt

Von: se
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Es kommt nicht so selten vor, dass Menschen der Strom abgestellt wird. Es gibt jedoch Angebote, die vorher greifen sollen, damit es dazu erst gar nicht kommt. Foto: stock/STAR-MEDIA

Eschweiler. Wenn Strom und Wasser abgestellt wurden, ist die Sorge bei den Betroffenen naturgemäß groß. Damit es gar nicht erst soweit kommt, stellte Martina Wagner von der Verbraucherzentrale NRW den Mitgliedern des Sozial- und Seniorenausschusses ein Projekt gegen steigende Energiearmut vor.

„NRW bekämpft Energiearmut“ heißt das Landesmodellprojekt, das im Oktober des vergangenen Jahres startete und bis Ende 2015 läuft. Ziel ist es, möglichst nachhaltig Energiearmut und damit verbundene Sperren, die den Betroffenen bereits ab 100 Euro Verzug drohen, zu vermeiden.

Betroffene seien entweder Arbeitslosengeld-II-Bezieher oder Menschen, die keine Sozialleistungen erhalten, wie Rentner, erklärte Wagner. Wie schnell Menschen zu Betroffenen werden können, erklärte Wagner anhand eines Beispiels. Wenn Rentner in ein Altenheim müssen oder ein Partner versterbe und der Ehepartner in einer zu großen Wohnung allein bliebe, gäbe es oft Probleme, da die Stromkosten nun zu teuer wären.

Für diese Fälle versucht Wagner Lösungsansätze zu finden. In der Beratung bespricht sie mit den Betroffenen, welche Einsparungen im Haushalt möglich sind oder ob gegebenenfalls ein Anspruch auf Sozialleistungen besteht. Zwar könne sie vielen Betroffenen helfen, jedoch könne in rund 14 Prozent der Fälle keine Lösung gefunden werden. Die Betroffenen leben dann im Dunkeln und in der Kälte. Doch gerade in dieser Jahreszeit sei ein Leben mit Kerzen und Gaskocher mehr als gefährlich, so Wagner. Deshalb riet sie: „Es ist wichtig, dass die Grundversorger früh genug mahnen, damit dies nicht passiert.“

Informationen rund um den sogenannten Stromsparcheck gab es von Walter Moede, vom Rheinischen Verein für Katholische Arbeiterkolonien. Bei diesem Projekt des Deutschen Caritasverbandes und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands werden gezielt einkommensschwache Haushalte angesprochen. Nach einem Besuch können diese in der Regel 140 Euro an Strom und Wasser sparen. „In großen Haushalten mit vielen Kindern können sogar bis zu 1000 Euro gespart werden“, so Moede weiter.

In der Indestadt habe man bisher 133 Haushalte besucht, erklärte Moede den Mitgliedern des Sozial- und Seniorenausschusses. Die Betroffenen, für die der Besuch kostenlos erfolgt, erhalten eine genaue Auflistung darüber, wie sie Strom und Wasser einsparen können. Das Pilotprojekt startete 2008 in Frankfurt. Seit 2009 gibt es dieses auch in Aachen.

Die Mitglieder des Sozial- und Seniorenausschusses waren von den Vorträgen der beiden Referenten angetan. „Wir befassen uns schon sehr lange mit diesem Themenfeld“, meinte der Vorsitzende Stephan Löhmann und fügte hinzu: „Es ist ein wichtiges Thema, das wir nicht aus dem Blick verlieren dürfen.“

Betroffene können sich an Martina Wagner wenden. Sie ist während der offenen Sprechstunde in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Aachen-Münchener-Platz 6 in Aachen, dienstags zwischen 14 und 16 Uhr, sowie telefonisch montags zwischen 10 und 12 Uhr unter Telefon 0241/4013164, zu erreichen. Weitere Termine nach Vereinbarung können telefonisch oder per E-Mail unter aachen.energiearmut@vz-nrw.de ausgemacht werden. Informationen gibt es auch auf der Internetseite unter www.vz-nrw.de.

Wer sich für den Stromsparcheck interessiert, kann sich an Walter Moede wenden. Er ist telefonisch unter Telefon 0241/94352807 oder Telefon 0151/55861260 sowie per E-Mail unter wmoede@rhein-verein.de zu erreichen. Informationen erhalten Interessierte auch im Internet unter www.spectrum-aachen.de.

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