Von Stippeföttchen bis zu Witzen über Tebartz-van Elst

Von: zsa
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Trotz krankheitsbedingter Ausfälle wusste die Tanzgarde der Ulk Hehlrath mit ihrem Talent zu überzeu
Foto: Sandra Ziemons

Hähle. Es dürfte gegen ein Uhr am Sonntagmorgen gewesen sein, als Mischa Bünten wohl erleichtert aufgeatmet hat. Denn der Präsident der KG Ulk Hehlrath und sein Team hatten wieder eine fantastische Kostümsitzung auf die Beine gestellt, die kaum Wünsche offen ließ.

Doch zurück zum Anfang: Pünktlich um 19.11 Uhr eröffneten die Hehlrather ihre Sitzung mit dem Einzug der Uniformierten zum klingenden Spiel des Spielmannszugs Hehlrath. Schwupps, da war die Bühne genauso voll, wie die Festhalle Kinzweiler, in der es fast keinen freien Platz mehr gab. In seiner Begrüßungsrede ließ Ulk-Präsident Mischa Bünten dann das vergangene Jahr etwas Revue passieren und konnte sich so manchen Seitenhieb auf das Projekt Flughafen Berlin und das Debakel um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht verkneifen. Nachdem er dem Publikum den neuen stellvertretenden Kommandanten der Ulk Hehlrath, Christof Mathonet, vorgestellt hatte, sorgten die uniformierten Männer mit ihrem traditionellen „Stippeföttchen“ für die ersten Lacher des Abends.

Nach einem weiteren Ständchen des Spielmannszugs Hehlrath betrat mit der Jugendmarie Julia Schmidt ein wahrer Augenschmaus die Bühne. Die junge Tänzerin legte zu „Viva Colonia“ eine flotte Sohle aufs Parkett. Ihrem Auftritt in nichts nach standen die danach folgenden Darbietungen von Kindermarie Annika Jelic, der Juniorengarde und der Jugendgarde. Diese präsentierten ebenfalls schmissige Tänze.

In die Bütt stieg dann „Der Sitzungspräsident“, Volker Weiniger, der leicht lallend wie immer seine amtliche Grundsatzrede über den Zustand des Karnevals im Allgemeinen und über seinen Verein im Speziellen hielt. Besonderer Aufreger dieses Mal: Sein Verein hat keine große Auswahl mehr bei der Aufnahme von Mitgliedern, da muss gezwungener Maßen auch einmal jemand geduldet werden, der auf der Herrensitzung ein Grapefruitweizen bestellt. „Wenn ihr unbedingt einen Obsttag einlegen wollt, dann trinkt einen Appelkorn. Eine Pampelmuse hat im Weizen nichts verloren“, so Weinigers eindeutige Meinung. Mit der Band „Kölsche Bengels“ zog dann ein weiteres Highlight der Sitzung auf die Bühne ein. Die sechs Musiker rockten eine halbe Stunde lang den Saal, bis auch der letzte sich von seinem Stuhl erhoben hatte. Neben eigenen Kompositionen wie „Flieg mit mir“ und aber auch mit Hits wie „I can’t get no Satisfaction“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „An Tagen wie diesen“ trafen die Bengels genau den Geschmack der Hehlrather Jecken. Und bei „Verdammt lang her“ hatte das Sextett erreicht, dass der Elferrat auf seinen Stühlen stand.

So war der Saal dann in bester Stimmung, als die KG Ulk Hehlrath die Mariechengarde der Stadt Eschweiler empfing. Die jungen Frauen zeigten ihr tänzerisches Können und ernteten dafür großen Applaus. Nun war der perfekte Moment für ihn gekommen: Prinz Christian (Leuchter) III., der mit seinem Zeremonienmeister Frank (Lersch) und dem ganzen Tross in die Kinzweiler Festhalle einmarschierte. Neben jeder Menge guter Laune hatte das Prinzengespann natürlich auch seine beiden Prinzenlieder „Schtols op Eischwiele“ und „Mani, der Esel“ mitgebracht. Zu Ehren von Prinz Christian III. und Zerem Frank wirbelte dann noch die Tanzmarie der KG Ulk Hehlrath, Tamara Siegers, über die Bühne.

Als nächstes betraten die Husarentanzgruppe, bestehend aus Mitgliedern der KG Ulk Hehlrath und des Garderegiments Weiß-Rot, sowie die Hehlrather Gardetanzgruppe die Bühne. Die Husaren zeichneten dabei noch den Präsident des Garderegiments Weiß-Rot, Maik Pfeiffer, mit dem Husarenorden aus.

Musikalisch ging es weiter mit der Kölner Band „Bloodsbröder“. Die vier Musiker – darunter Benjamin Brings, der jüngste der Brings-Brüder, und Ilja Engel, Sohn von Tommy Engel – spielten Kölschrock vom Feinsten. In ihrem Zwiegespräch schossen anschließend „Labbes on Drickes“ wieder ein Feuerwerk der Pointen ab. Labbes erzählte unter anderem davon, dass er als Kellner in einer Kneipe gleichzeitig zwei Gäste bekam: Eine Inderin und eine Prostituierte. Welche er zuerst bedient habe, wollte Drickes wissen. „Ist doch ganz klar. Die Inderin. Punkt geht schließlich vor Strich“, antwortete Labbes. Das Publikum brach in schallendes Lachen aus.

Kleines, feines Programm

Zu später Stunde empfingen die Hehlrather mit der KG Narrenzunft Pumpe-Stich dann noch eine Gastgesellschaft auf ihrer Kostümsitzung. Narrenzunft-Präsident Stephan Lenzen hatte seinem ein kleines, aber feines Programm mitgebracht. So tanzten die Tanzmarie Vanessa Jungbluth, die Damentanzgruppe und das Männerballett. „Ihr seht gut aus“, mit diesem Kompliment begrüßte „Manni, der Rocker“ die vielen Jecken. Mit seiner Büttenrede wusste Manfred-Martin Nutsch-Mai zu begeistern. Er veräppelte die FC-Köln-Fans („Bevor der FC deutscher Meister wird, wird euer Bock Galopper des Jahres“), nahm Ulk-Hehlrath-Präsident Mischa Bünten aufs Korn und philosophierte über Weihnachten („Was war das schön, die ganzen Pakete zu öffnen. Aber dann hat mich die Post entlassen.“). Bis zum Ende wurde dann zur Musik des Regimentstrompeterkorps der KG Prinzengilde Bergrath gefeiert. Auf dieses über fünfstündige Spektakel konnte Mischa Bünten wirklich stolz sein.

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