Von Menüs bis zu LAN-Partys in der Weisweiler Festhalle

Von: Sonja Essers
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Noch ist der Zapfhahn in der Gaststätte an der Weisweiler Festhalle nicht zu sehen. Dies soll sich bald ändern. Der neue Pächter Bernd von der Heiden hat viele Ideen, die er in den kommenden Jahren umsetzen möchte. Dazu zählt auch, der Kneipe neues Leben einzuhauchen. Foto: Sonja Essers

Eschweiler-Weisweiler. Noch dominieren Pinsel, Hammer und Bohrmaschine in der Gaststätte am Berliner Ring in Weisweiler. Bänke und Tische haben die Kneipe, die zur Festhalle gehört bereits verlassen. Der Zapfhahn und die Theke sind versteckt unter durchsichtiger Plastikfolie. Die Umbauarbeiten sind noch in vollem Gange. Doch das soll sich bald schon ändern. Bernd von der Heiden ist der neue Pächter.

Im Interview mit unserer Zeitung erzählt der 28-Jährige wie er Gaststätte und Festhalle neues Leben einhauchen möchte und erklärt, warum sein Alter dabei von eher Vorteil ist.

 

Herr von der Heiden, nun ist es offiziell: Sie sind der neue Pächter der Weisweiler Festhalle. Wann war für Sie klar, dass sie das Objekt gerne übernehmen möchten?

Von der Heiden: Nun ja, eigentlich war das eher eine Art Kurzschlussreaktion (lacht).

Eine Kurzschlussreaktion?

Von der Heiden: Ja, mehr oder weniger. Ich habe im Jahr 2013 einen Getränkehandel auf der Pumpe übernommen und war vorher schon mit einem Veranstaltungsservice selbstständig. Das wurde mir dann aber zu viel. Beides ließ sich nicht miteinander vereinbaren. Zumindest am Anfang nicht. Aber nach zwei Jahren hat mir einfach etwas gefehlt.

Und was hat Ihnen gefehlt?

Von der Heiden: Ich hatte einfach Sehnsucht danach wieder Veranstaltungen zu machen. Der Betrieb läuft ja und als dann noch bekannt wurde, dass ein neuer Pächter für die Weisweiler Festhalle gesucht wird, dachte ich mir, warum eigentlich nicht?

Also haben Sie sich kurzerhand dazu entschieden eine Bewerbung bei der Stadt Eschweiler einzureichen.

Von der Heiden: Ja genau, das war ganz kurzfristig (lacht). Ich habe mich dann auch vorgestellt und schließlich den Zuschlag für die Halle und die Gaststätte bekommen. Darüber habe ich mich dann natürlich auch wahnsinnig gefreut.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihre Entscheidung reagiert?

Von der Heiden: Die Meinungen waren am Anfang gespalten. Die einen haben gedacht, ich wäre bekloppt und das wäre zu viel, aber es haben sich natürlich auch viele für mich gefreut. Wichtig ist, dass meine Frau zu 100 Prozent hinter mir steht. Sie ist auch involviert und wird sich um die Organisation kümmern. Unser Koch wird die Leitung der Gaststätte übernehmen. Auch meine Mitarbeiter im Getränkehandel stehen dahinter. Deshalb bin ich der Meinung, dass das schon fluppen wird (lacht).

Was entgegnen Sie Kritikern, die meinen, dass Sie mit 28 Jahren noch zu jung sind, um gleich mehrere Betriebe zu führen?

Von der Heiden: Ich habe ja bereits zwei Betriebe und die laufen, also dürfte mein Alter kein Problem sein. Ich denke, es hat sogar eher Vorteile.

Und die wären?

Von der Heiden: Mit 28 Jahren steckt man vieles, wie zum Beispiel drei oder vier Stunden Schlaf in der Nacht, einfach leichter weg. Außerdem bin ich der Meinung, dass man in diesem Alter auch noch mehr Ambitionen hat.

Inwiefern?

Von der Heiden: Man will einfach viel bewegen. Das ist jedenfalls bei mir so und man wagt auch einfach mehr.

Welche Ideen wollen Sie in den kommenden Jahren denn in die Tat umsetzen?

Von der Heiden: Wir haben vor, die Gaststätte an sechs Tagen in der Woche zu öffnen und sowohl einen Mittagstisch als auch Abendgastronomie anzubieten. Wir möchten auch eine Speisekneipe sein mit einer kompletten Menükarte. Das war bisher ja nicht so. Es war allerdings auch von vorne herein klar, dass die Gaststätte dafür erst einmal umgebaut werden muss.

Welche Arbeiten haben Sie schon erledigt und welche stehen in den kommenden Monaten noch an?

Von der Heiden: Die Decke und die Böden mussten raus und die Toiletten sind neu gemacht worden. Das betrifft nicht nur die Toiletten in der Gaststätte, sondern auch die hinter der Bühne sind ausgetauscht worden. Da haben wir wirklich einiges investiert, aber nur wenn ich das tue, kann ich auch darauf hoffen, dass es läuft.

Es steht aber noch eine weitere Umbaumaßnahme an.

Von der Heiden: Das ist richtig. Neben dem Eingang soll bald auch noch eine Rampe eingebaut werden, damit auch Rollstuhlfahrer in die Gaststätte kommen können. Bisher konnten die nur über den hinteren Parkplatz in die Halle. Dafür muss dann aber erst noch eines der Fenster raus.

Und wann findet die Eröffnung statt?

Von der Heiden: So wie es aussieht wird es Mitte September. Dann wird es allerdings erst eine Eröffnung mit geladenen Gästen geben und danach kann dann jeder, der möchte die Gaststätte gerne besuchen. Mir ist wichtig, dass nicht nur die Festhalle, sondern vor allem die Kneipe wieder ins Leben gerufen wird. Aus diesem Grund suchen wir für sie auch noch einen Namen.

Wie hieß die Gaststätte denn bisher?

Von der Heiden: Das ist ja das Problem. Die Gaststätte hatte bisher noch nie einen Namen (lacht). Das wollen wir aber ändern. Die Gaststätte soll schon eigenständig werden.

Und was haben Sie sich für die Festhalle überlegt? Welche Veranstaltungen werden dort demnächst stattfinden?

Von der Heiden: Hier hat man wirklich Möglichkeiten ohne Ende. Man könnte Billard- und Dartturniere oder sogar eine riesige LAN-Party veranstalten. Dabei sitzen dann ganz viele Teilnehmer zusammen und spielen gemeinsam Computerspiele. Das war zumindest bis vor ein paar Jahren noch Trend (lacht). Ein weiterer Pluspunkt der Halle ist natürlich die große Bühne.

Darauf werden im Dezember wieder die Paveier stehen. Die waren ja schon einige Male mit ihrem Weihnachtskonzert hier und es wird ein Konzert von der Gruppe Kasalla geben. Das findet ebenfalls im Dezember statt. Ich möchte aber auch andere Veranstaltungen, wie zum Beispiel Oktoberfeste, wieder aufziehen.

Sie haben die große Bühne als Pluspunkt für die Halle angeführt. Aus welchen Gründen haben Sie sich noch für die Weisweiler Halle entschieden?

Von der Heiden: Ich wollte die Weisweiler Halle wirklich unbedingt haben. Die Halle mit ihrer wunderbaren Empore ist einfach toll. Außerdem ist der Raum hell und es gibt zudem auch noch einen tollen Orchestergraben. Wir müssen zwar viel Arbeit in die Räume investieren, aber es lohnt sich auch. Man kann auch einfach viel aus der Kneipe und der Halle machen.

Sie haben gesagt, dass Sie bereits mit einem Veranstaltungsservice selbstständig waren. Welche Art von Veranstaltungen haben Sie denn schon organisiert?

Von der Heiden: Das war zum Beispiel der 100. Geburtstag von Borussia Freialdenhoven. Da waren dann sogar Jürgen Drews und Antonia aus Tirol dabei. Aber auch Hochzeiten gehörten dazu, alles mögliche eben und das an verschiedenen Örtlichkeiten.

Haben Sie eigentlich auch Kontakt zu Ihrem Vorgänger Ottmar Krauthausen? Haben Sie sich mit Ihm bereits über Ihr Vorhaben ausgetauscht?

Von der Heiden: Es hat tatsächlich ein Austausch zwischen Ottmar Krauthausen und mir stattgefunden. Er hat mir auch gesagt, dass er mir bei Fragen oder anderen Dingen jederzeit zur Seite stehen wird und das finde ich toll. Das sind Hilfestellungen, die unheimlich viel wert sind und es ist schön, dass man darauf zurückgreifen kann.

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