Eschweiler - Von der Westernstadt bleibt nur Asche übrig

Von der Westernstadt bleibt nur Asche übrig

Von: pan
Letzte Aktualisierung:
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Die Westernstadt im Eschweiler Stadtteil Neu-Lohn stand komplett in Flammen. Foto: Ralf Roeger
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Die Westernstadt im Eschweiler Stadtteil Neu-Lohn stand komplett in Flammen. Foto: Ralf Roeger
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Die Westernstadt im Eschweiler Stadtteil Neu-Lohn stand komplett in Flammen. Foto: Ralf Roeger
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Die Westernstadt im Eschweiler Stadtteil Neu-Lohn stand komplett in Flammen. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Acht Feuer mussten gelöscht werden, zwei Mal rückte die Feuerwehr zu Hilfeleistungen aus, 31 Mal war der Rettungsdienst gefordert: Dies ist die Bilanz des Jahreswechsels in der Eschweiler Feuer- und Rettungswache. Wachleiter Axel Johnen zog dennoch ein positives Fazit: „Im Vergleich zum letzten Jahreswechsel sind die Einsatzzahlen leicht zurückgegangen und die feierbedingten Einsatzanlässe Alkohol, gestürzte Person, Schlägereien auch in diesem Jahr erneut kaum feststellbar.“ Zudem habe sich niemand beim Umgang mit Silvesterknallern verletzt.

Der spektakulärste Einsatz in der Silvesternacht ereignete sich in Neulohn, wohin die Feuerwehr um 5.34 Uhr gerufen wurde. Dort waren Holzhütten einer Westernstadt in Flammen geraten. Vier Personen hatten sich selbst retten können, zwei davon erlitten eine Rauchgasvergiftung. Insgesamt 55 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um der Flammen Herr zu werden. Die Ursache des Feuers ist unklar. Personen sprachen davon, dass das Feuer im Bereich eines Ofens ausgebrochen sei. Die Kripo ermittelt die Brandursache.

Ruhiger Start

Der Dienst in den ersten Stunden des Silvestertages beschreibt Wehrleiter Axel Johnen als „ruhig“, da bis 19.30 Uhr insgesamt nur 15 (Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt schon 22) Einsätze im Rettungsdienst sowie eine Hilfeleistung zu verzeichnen waren. Die hauptamtlichen Feuerwehrleute erhielten übrigens wieder Unterstützung von der Freiwilligen Feuerwehr.

In der Zeit von 19 bis 3.30 Uhr warteten 35 Freiwillige in den Gerätehäusern Kinz­weiler, Dürwiß, Bohl sowie in Stadtmitte, um jederzeit bei Feuer- und Hilfeleistungseinsätzen direkt mit der Hauptwache ausrücken zu können. „Dies erhöht die Schlagkraft der Wehr, in der wohl einsatzreichsten Nacht des Jahres, erheblich“, freute sich Axel Johnen über das Engagement der Ehrenamtler.

Um 18.13 Uhr rückten Rettungsdienst und Feuerwehr mit der Polizei zu einem Verkehrsunfall auf die Autobahnauffahrt Eschweiler-West in Richtung Köln aus. Dort war es aus bisher unbekannter Ursache zu einem Frontalzusammenstoß von zwei Pkw gekommen.

Hierbei wurden zwei Personen so schwer verletzt, dass sie nach notärztlicher Versorgung, mit zwei Rettungswagen ins Krankenhaus Eschweiler transportiert werden mussten. Die Autobahnauffahrt musste gesperrt und ausgelaufene Betriebsstoffe abgestreut werden; zusätzlich wurde die Unfallstelle für die Unfallaufnahme der Polizei ausgeleuchtet. Erst um 19.45 Uhr konnten die Retter die Einsatzstelle verlassen und die Autobahnauffahrt wieder freigeben.

Um 22.15 Uhr meldeten mehrere Anrufer einen ausgedehnten Dachstuhlbrand im Fuchshofweg im Ortsteil Dürwiß. An der Einsatzstelle stellte sich die Situation allerdings weniger dramatisch dar: Es brannte lediglich eine sechs Meter hohe Thuja im Garten eines Mehrfamilienhauses. Das Feuer konnte mit einem C-Rohr abgelöscht werden, so dass kein größerer Schaden entstand.

Den Jahreswechsel erlebten die Feuerwehrleute dann auf der Wache, denn erst um 0.34 Uhr musste der Rettungswagen zum ersten Einsatz im neuen Jahr ausrücken. Dann ging es Schlag auf Schlag: Um 0.52 Uhr wurde ein Feuer in der Von-Bongart-Straße gemeldet. Dort brannten ein Zaun sowie eine Mülltonne an einem Mehrfamilienhaus. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Um 1.12 Uhr löschten die freiwilligen Feuerwehrleute aus Stadtmitte ein Kleinfeuer auf der Talstraße.

Anwohner meldeten um 1.33 Uhr den Brand eines Altkleidercontainers an der Lessingstraße. Der vermutlich vorsätzlich angezündete Container musste aufgebrochen werden, um alle Glutnester zu erreichen. Dort arbeiteten die Hauptwache sowie die Ehrenamtler aus Stadtmitte Hand in Hand, wobei die hauptamtlichen Kräfte um 1.50 Uhr zur Unterstützung des Rettungsdienstes in die Odilienstraße abrückten.

Kleinere Brände hielten die Feuerwehr auf Trab: Die freiwilligen Retter aus Stadtmitte löschten um 1.58 Uhr brennende Kartonagen auf der Indestraße mit einem Kleinlöschgerät. Ein weiteres Feuer in dieser Silvesternacht wurde der Feuer- und Rettungswache um 4.10 Uhr von der Dürener Straße in Weisweiler gemeldet. Auch dort brannten Kartonagen, die mit einem C-Rohr von der Hauptwache gelöscht wurden.

Gegen 5.30 Uhr wurde die Feuerwehr schließlich zum Brand einer „Holzhütte“ in die Hausener Straße im Ortsteil Lohn alarmiert. Die zuerst eintreffenden Kräfte der Hauptwache sowie des Löschzugs Lohn sahen sich dann jedoch einem gänzlich anderen Szenario ausgesetzt: Es brannten nämlich mehrere Hütten einer ehemaligen Westernstadt in voller Ausdehnung. Insgesamt hatten sich in den Hütten vier Personen aufgehalten, die sich vor Eintreffen der Einsatzkräfte selbstständig hatten retten können.

Das Feuer wurde umfassend mit vier C-Rohren bekämpft, wobei dies aufgrund der starken Rauchentwicklung zumeist unter Atemschutz erledigt werden musste. Feuerwehrleute aus Weisweiler, Stadtmitte, Bohl, Dürwiß sowie Kinzweiler unterstützten die Hauptamtler, so dass letztlich 55 Einsatzkräfte vor Ort waren. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass die Gebäude komplett niederbrannten. Die Feuerwehr schätzt die Schadenssumme im fünfstelligen Bereich. Die Ursachenermittlung der Kriminalpolizei ist noch nicht abgeschlossen.

Fehlalarm in der Fischerstraße

Während dieser Einsatz noch bearbeitet wurde, alarmierte eine Anruferin die Feuerwehr, weil sie einen vermeintlichen Feuerschein in der Fischerstraße gesehen habe. Die Löschzüge Bohl und Stadtmitte suchten im Zeitraum von 6.34 bis 7.10 Uhr das vermeintliche Feuer, konnten jedoch nichts finden. „Vermutlich handelte es sich um eine Täuschung aufgrund des diesigen Wetters“, teilte Axel Johnen mit.

Der Wachleiter war vor allem für die Unterstützung der freiwilligen Feuerwehrleute dankbar: „Dies hat sich bewährt, da es erneut zu Paralleleinsätzen kam und auch der Rettungsdienst in diesem Zeitraum sehr stark beansprucht war.“ Zum vierten Mal standen Freiwillige als Unterstützung an Silvester bereit.

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