Von der kleinen Werkstatt zur großen Gesellschaft

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Feierten mit vielen anderen 40 Jahre Caritas-Behindertenwerk GmbH (v. l.): Hans Mülders, Monika Karim, Schwester Maria Ursula Schneider, Bernhard Verholen, Burkard Schröders, Weihbischof em. Dr. Gerd Dicke, Marc Inderfurth und Michael Doersch. Foto: Heike Lachmann

Eschweiler. lhr 40-jähriges Jubiläum feierte jetzt die CBW, die Caritas-Behindertenwerk GmbH, mit Fahrgeschäften vom Jahrmarkt, Popcorn und großen Zauberern. CBW Geschäftsführer Michael Doersch ließ, im feierlichen Rahmen vor 1220 Beschäftigten, 250 Mitarbeitern und 100 Gästen die Erfolgsgeschichte der acht Werkstatten für Menschen mit Behinderung Revue passieren.

„Als vor 40 Jahren Arbeit für die Beschäftigten der CBW machbar wurde, waren die Rahmenbedingungen nicht wie heute. Die räumliche und sachliche Ausstattung der Werkstätten, die Sozialgesetze und die personelle Ausstattung waren unterentwickelt.

In den Werkstätten arbeiteten nur wenige Menschen. Eine Handvoll waren es damals in der Caritas-Behindertenwerk GmbH in Eschweiler-Röhe. Die Menschen sollten etwas zu tun haben. Sie sollten beschäftigt sein und deshalb sortierten sie Nadeln für die Aachener Nadelindustrie“, erzählte Michael Doersch.

Damals war der Sinn der Werkstatt, eine beschützende Werkstatt zu sein. 1980 änderten sich mit der Werkstättenverordnung die Rahmenbedingungen. Anforderungen an die Räume, an die Ausstattung und insbesondere an die hauptamtlichen Mitarbeiter einer Werkstatt wurden gestellt und es wurde erkannt, dass die Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilhaben wollen.

Vielfältige Arbeiten

Aus der kleinen Werkstatt in Eschweiler-Röhe wurden die CBW mit Werkstätten in Eschweiler, in Alsdorf, in lmgenbroich, in Würselen, in Weisweiler und in Kohlscheid. „Ab 2007 sollten weniger Menschen in die Werkstätten kommen. Das wurde 2002 in einer Studie behauptet, die der Landschaftsverband Rheinland, einer der Leistungsträger, in Auftrag gegeben hatte. Es kam anders“, erinnerte Michael Doersch, der 2007 als Geschäftsführer zur CBW kam.

Damals waren es 920 Beschäftigte in den Werkstätten, heute sind es 30 Prozent mehr, nämlich 1220 Beschäftigte, die in der Druckerei arbeiten, in der Montage und Verpackung, in der Gartengruppe, in der Schreinerei, in der Wäscherei oder in der Medizinprodukteherstellung.

Heute arbeiten bei der CBW Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen genau wie Menschen mit weniger gravierenden Behinderungen und Menschen mit psychischen Einschränkungen. „lm Gesetz steht geschrieben: Menschen, die nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können“, sagte Michael Doersch.

Deshalb gibt es nicht nur Sozialarbeiter und Pädagogen, die sich um die Not und Sorgen der Beschäftigten kümmern, sondern alle Mitarbeiter der CBW, die in der Begleitung und Anleitung der Beschäftigten tätig sind, haben neben ihrem Ausbildungsberuf eine qualifizierte pädagogische Zusatzausbildung, die sie in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit bei der CBW absolvieren. „Sie drücken die Schulbank und lernen zwei Jahre lang aus theoretischen und praktischen Beispielen, wenden an und fragen nach“, erklärte Michael Doersch das besondere Prinzip der Werkstätten.

Während der Feier hatte der emeritierte Weihbischof Dr. Gerd Dicke während eines Gottesdienstes das gute Klima in den Werkstätten gelobt, in denen Gemeinschaft gelebt werde, in denen Stärkere auf Schwächere achten und in denen das Zusammenleben klappt.

Das nahm er als gutes Beispiel für eine funktionierende Gesellschaft, die in 40 Jahren gewachsen ist.

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