Von der „Feuchten Ecke” zum stolzen Traditionskorps in der Stadt

Von: ran
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Ganz genau lassen sich die Ursprünge der KG Rote-Funken-Artillerie Eschweiler nicht mehr erforschen. So soll bereits um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert ein „Artillerieverein” in rot-weißen Uniformen beim Rosenmontagszug in der Indestadt mit von der Partie gewesen sein.

Eines steht aber fest: Im Jahr 1913 wurde das Traditionskorps (neu-) gegründet. In der kommenden Session blicken die Fastelovendsjecken um Präsident Hubert Deutz also auf ein Jahrhundert in Rot und Weiß zurück.

Folgenreicher Schritt

Hier nun ein kurzer Rückblick auf bewegende Momente in (sehr oft) bewegten Zeiten: Verantwortlich für den folgenreichen Schritt im Jahr 1913 war die Stammtischgesellschaft „Feuchte Ecke”, die im Restaurant Wilhelm Holle, Markt 12, regelmäßig tagte. Da die Scharwache ihr Wachlokal in der Marienstraße unterhielt und dort auch Aufzüge und Biwak stattfanden, entwickelten die Stammtischler die Idee, auf der anderen Seite der Inde ähnliche Aktivitäten abzuhalten. Diese Idee fand in der Gründung der „Roten Funken” ihre Umsetzung.

Präsident Martin Schmitz, Schriftführer Peter Evenschor, Kassierer Wilhelm Bardenheuer, Kommandant Christian Stürtz und Wachtmeister Franz Ludwigs bildeten den ersten geschäftsführenden Vorstand. Bereits am 8. Februar 1914 fand im Hotel Kaiserhof die erste Damen-Galasitzung statt, über die im „Boten an der Inde” ausführlich berichtet wurde.

Doch schon bald legten sich dunkle Schatten auch über die Indestadt. Der Erste Weltkrieg brach aus und mit Ausnahme von Martin Schmitz, Peter Evenschor und Christian Stürtz mussten alle aktiven Funken die Karnevals- mit der Soldatenuniform tauschen. Viele von ihnen kehrten nicht zurück...

Nach schwierigen Zeiten konnte im Jahr 1929 unter Präsident Josef Müller im Rahmen einer Sitzung die Wiedergeburt der Gesellschaft gefeiert werden. Bei dieser Gelegenheit erklang auch erstmals der von Conrad Prömper komponierte „Rote Funken Marsch”, der auch heute noch die Jecken von den Sitzen reißt. Eine besondere Attraktion präsentierten die „Roten” 1933, als Annemarie Kerp die Tradition der (weiblichen) Funkenmariechen begründete. In den folgenden Jahren wurden die Säle langsam zu klein, wenn die Funken zu ihren Gala-Damensitzungen oder anderen Veranstaltungen riefen. Doch 1939 verstummte das Karnevalstreiben, furchtbare Geschehnisse nahmen ihren Lauf, an Fastelovend war nicht zu denken.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erwachte aber erneut ein unbändiger Lebenswille, und so kamen 36 Mitglieder am 20. Februar 1946 zur Mitgliederversammlung zusammen, während der Wilhelm Kesselkaul zum Präsidenten und Kommandanten gewählt wurde. Schon eineinhalb Wochen später, am 3. März, stand mit dem Erbsensuppeessen die erste karnevalistische Veranstaltung der Nachkriegszeit auf dem Programm.

Nun war der Aufwärtstrend bei der KG Rote-Funken-Artillerie nicht mehr aufzuhalten. Während einer Mitgliederversammlung im Mai 1946 „bewarben” sich 29 Nachwuchsjecken, die nach „eingehender Beratung” und trotz „verschärfter Aufnahmebedingungen” für „würdig” gehalten wurden, die Gesellschaft zu verstärken. 1952 folgte ein weiterer Meilenstein in der Historie des Traditionskorps: Mit Georg I. (Lingemann) regierte erstmals ein Roter Funke das närrische Volk der Indestadt als Prinz, der in Zeremonienmeister Franz Adolphs einen großartigen Mitstreiter fand.

Ein Jahr später traten Prinz Jupp III. (Herzog) und Zeremonienmeister Paul Herzog in deren Fußstapfen. Mit Hermann Scheuer (1958), Heinz Dederichs (1961), Horst Lessenich (1969), Helmut Henkel (1971), Emil Bayer (1973), Hubert Gilles (1979), Klaus Delille (1983), Jörg Ortmann (2000), Helge Dickmeis (2002), Dirk Sazma (2006), Stefan Franzen (2009) und Marco Zimmermann (2010) hielten bis heute zwölf weitere Rote Funken das Prinzenzepter in Händen.

Gründung der Fanfaren

In die erste Prinzensession fiel auch die Gründung der Fanfarengruppe, aus der schon bald das Fanfarenkorps hervorging. 1953 stieg dann im Kaiserhof die erste Kindersitzung der Gesellschaft, der erste „Auslandsbesuch” folgte im Juli des gleichen Jahres, als in Kerkrade ein „rheinischer Abend” veranstaltet wurde. Und auch bei der Gründung des „Bundes Deutscher Karneval” im Oktober 1953 waren die indestädtischen Roten Funken mit von der Partie und trugen dazu bei, dass Eschweiler mit seinen damals zwölf Gesellschaften stimmberechtigtes Mitglied wurde. In einer unserer nächsten Ausgaben schauen wir weiter auf die Historie der „Roten”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert