Vom Kulturmanager zum Familienmensch: Max Krieger wird 50

Von: Rudolf Müller
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Max Krieger mit Enkelin als Familienmensch: Am Dienstag wird Eschweilers Kulturmanager 50 Jahre jung. „Wie, wann und wo noch im August gefeiert wird, darüber mache ich mir einen Kopf, wenn ich Monschau Klassik hinter mir habe”, sagt er. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Sie kennen Max Krieger? Den ideenreichen, rastlosen, unermüdlichen Kulturmanager, der - stets ein Handy am Ohr - mitten in den Detailplanungen eines Rock-Konzertes steckt, dabei ein Bühnenbauerteam durch die Klippen einer Operngalavorbereitung manövriert und mit der Feuerwehr die sicherheitstrelevanten Details einer Kindertheateraufführung bespricht?

Auf der anderen Leitung will gleichzeitig eine Sambatruppe die Mindestgröße einer Tanzfläche diskutieren und 14 Kneipenwirte auf die Zuteilung genau auf sie zugeschnittener Bands zur musikalischen Kneipenrallye warten.

Sie kennen diesen Max Krieger? Nicht mehr lange. Ab Mittwoch wird es ihn nicht mehr geben.

Am Dienstag macht er die 50 voll. Für ihn ein Anlass, einen Schnitt zu machen. Sich neu zu besinnen. Ruhiger zu werden. Nicht weniger aktiv, aber ruhiger. „Ich hoffe, ich habe in den bisherigen Jahren genug Erfahrung, Kontakte, Vertrauen aufgebaut, um diese Art Stress und Hektik hinter mir zu lassen”, sagt der Mann, der Eschweiler mehr als jeder andere zur Musikstadt gemacht hat.

Etwas, das dem Sohn eines fidelen Bierverlegers in die Wiege gelegt war: Vater Winfried spielte Geige. Erfolgreich. Und nicht allein, sondern mit Freunden aus der Familie Bamberger. „Und das zu Zeiten, als Zigeuner nicht gerade das beste Image hatten”, erinnert sich Max. „Aber solche Vorbehalte gab es in meinem Elternhaus mit meiner Mutter als Malerin und Vater als Musiker nicht: Da zählte nur der Mensch. Diese Einstellung hat mich geprägt. Und ich habe auch schon sehr früh erfahren, dass Kunst und Musik hervorragende Mittel zur Integration sind.”

Und weil die Musik ohnehin seit jeher sein Leben war, widmete er sich nun ganz der Kultur. Der Mitbegründer des Eschweiler Jazzclubs rief die Eschweiler Jazztage ins Leben, die eine lange Reihe von Stars ins Musikzelt an der Preyerstraße zogen und seit der Jahrtausendwende eine Fortsetzung im jährlichen Eschweiler Music Festival gefunden haben. Von 2001 bis 2006 organisierte Krieger den Aachener Kultursommer mit Stars wie Joe Cocker, Scorpions, Pur, Toto, Status Quo, André Rieu, BAP und Tokio Hotel, um nur einige zu nennen. „Ich hätte gerne weitergemacht, aber das ging einfach nicht mehr: Bei einer Katschof-Kapazität von 7000 Besuchern kann man Gagen in sechsstelliger Höhe, wie z.B. Elton John sie verlangt, einfach nicht mehr stemmen.” Seit 2006 veranstaltet er nun das renommierte Monschau-Klassik-Festival. Und ist seit 2002 Eschweiler Kulturmanager. Und seit 2006 Kulturmanager in Stolberg.

„Die großen Veranstaltungen sind toll, und zu vielen Künstlern habe ich seither freundschaftlichene Kontakte. Aber die Hauptarbeit liegt ganz klar in der kulturellen Grundversorgung”, betont Krieger. Vom Kunstförderpreis über Jugendtheater bis zur Art Open - die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Gerade in der in den Startlöchern stehenden Städteregion. Für die hat er ein Kultur-Rundum-Konzept bereits in der Schublade.

Er steckt eben voller Ideen, dieser Max Krieger. Sein ganz besonderes Wunsch-Projekt: „Einmal ein Konzert mit Ivete Sangalo veranstalten!” Die brasilianische Sängerin ist in Südamerika ein Superstar. Im eigentlichen Sinne, nicht im Sinne RTLs. Und sorgt binnen weniger Stunden dafür, dass Stadien mit 25.0000 Zuschauern restlos ausverkauft sind.

Er gibt eben keine Ruhe. Bis Dienstagabend. Ab Mittwoch ist alles anders. Da wird Max Krieger zum Familienmenschen, da stellt er sich neu auf und begibt sich in ruhigeres Fahrwasser. Ob dann das Handy ab und zu ausgeschaltet bleibt? Wir werden sehen.
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