Voller Nächstenliebe in die Offensive

Von: Michael Cremer
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Trotz des Wegfalls der permane
Trotz des Wegfalls der permanenten Sonntagsmessen in der Herz-Jesu-Kirche sieht der Gemeindeausschuss die Ost-Gemeinde weiterhin auf einem guten Weg. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. „Wir sind auf dem richtigen Weg”, sagt Johannes Brosius, Sprecher des Gemeindeausschusses von Herz Jesu.

Nach dem Wegfall der permanenten Sonntagsmessen in Eschweiler-Ost (und anderen Gemeinden) geht der Gemeindeausschuss mit einem trotzig-kraftvollen „Nun erst recht” in die Offensive - wohl wissend, dass die vom Pfarrgemeinderat beschlossene Neuregelung der sonntäglichen Eucharistiefeiern in den so genannten Innenstadtgemeinden Peter und Paul, St. Antonius Röhe, St. Michael und Herz Jesu einen schmerzlichen, aber notwendigen Kompromiss darstellt, der für viele Gläubige nur schwer nachvollziehbar ist.

Bei der Gemeindeversammlung in der Herz-Jesu-Kirche am Dienstagsabend formulierte Johannes Brosius, der die Ost-Gemeinde zusammen mit Günter Klinkenberg und Wolfgang Peters im Pfarrgemeinderat vertritt, eine der zentralen Aufgaben: „Wir müssen überlegen, wie wir dieses Gemeindezentrum weiter mit Leben füllen können. Denn es liegt an uns, wie es mit unserer Gemeinde weitergeht.”

Dass Herz Jesu schon jetzt voller Leben steckt, dokumentierte Brosius, in dem er in seinem Vortrag die Arbeit der einzelnen Ausschüsse vorstellte, die sich beispielsweise um die Senioren und die Jugend kümmern, die Sternsinger und Messdiener betreuen, caritative Aufgaben wahrnehmen oder den Fahrdienst zu den sonntäglichen Eucharistiefeiern organisieren. Und er ging auf das immer noch umfangreiche pastorale Angebot in Eschweiler-Ost ein, etwa die wöchentliche Messe, die Schulgottesdienste, Hochzeiten, Exequien oder Sonder- und Themenmessen.

„Lernet von mir” - die Inschrift auf dem großen Kreuz in der Nothberger Kirche war der rote Faden, den Brosius für seinen Vortrag am Dienstag bewusst gewählt hatte. Der Diskussion in den Gemeinden um weggefallene Eucharistiefeiern stellte er den Gedanken der Nächstenliebe gegenüber, den Jesus seinen Jüngern gepredigt habe. „Ist die Eucharistiefeier in der Zukunft des Gemeindelebens noch die Nummer eins oder ist es nicht vielmehr die Nächstenliebe?” fragte er. „Wobei vier Fünftel der getauften Christen in unserem Land per kanonischem Gesetz nicht an der Eucharistiefeier teilnehmen dürfen. Deswegen bin ich ja noch lange kein Christ zweiter Klasse”, betonte Brosius, der sich selbst zu dieser „Randgruppe” zählt. Dieses Gesetz, sagte er weiter, komme „bestimmt nicht von Christus”. Und: „Zwei Drittel der Leute, die hier ehrenamtlich arbeiten, sind evangelische Christen. Ich denke, das ist im Sinne Christi, denn wir alle hier arbeiten vor dem Hintergrund der Nächstenliebe.”

Diese Liebe zum Nächsten, dieses „Wir-Gefühl” fasste Brosius auch in eine demonstrative Aussage, mit der er sich - auch im Sinne der anderen Ausschussmitglieder - vor Dr. Andreas Frick stellte: „Ich denke, wir sind es unserem Pfarrer schuldig, ihn zu schützen, an seine Gesundheit zu denken und ihn auch ein Stück weit vor sich selbst zu schützen.” Die Arbeit in den vier Gemeinden lastet auf den Schultern von nur noch zwei Priestern: Dr. Frick und Krankenhausseelsorger Christoph Graaff, wobei Brosius am Dienstag von „statistisch 1,3 Pfarrern” sprach.

Der Angesprochene war auch zur Versammlung gekommen und beantwortete gegen Ende einige Fragen aus den Reihen der Gläubigen, Fragen, die sich auch erneut um die weggefallenen sonntäglichen Eucharistiefeiern drehten. Der Pfarrer erläuterte noch einmal den Weg bis hin zur Entscheidung des Pfarrgemeinderates, die er am Ende auch mitgetragen habe. Statt einer konfusen Lösung mit ständig wechselnden Orten und Zeiten habe man mit den vier festen Wochenendmessen in St. Peter und Paul, Röhe und dem Krankenhaus eine - wenn auch für viele schmerzliche - Lösung gefunden, auf die Verlass sei. „Jetzt wissen wir für viele Jahre, woran wir sind.”

Ähnlich hatte zuvor Johannes Brosius argumentiert, als er der Kritik an der neuen Gottesdienstregelung entgegentrat: „Das Einzige, was in unserer Gemeinde nicht mehr permanent gewährleistet werden kann, sind die Sonntagsmessen. Ansonsten ist das pastorale Angebot geblieben. Alle Unkenrufe wie: Wir machen die Kirche zu, wir machen nichts mehr, sind vollkommen gegenstandslos.” Im Sinne von „Gemeinde leben - Gemeinde erleben” rief er alle, die sich für Herz Jesu und den Stadtteil engagieren wollen, zur Mitarbeit auf.
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