Eschweiler - Volkstrauertag: Zentrale Gedenkfeier beginnt im Rathaus

Volkstrauertag: Zentrale Gedenkfeier beginnt im Rathaus

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
Stilles Gedenken: Zur Erinneru
Stilles Gedenken: Zur Erinnerung an die Toten der Weltkriege wurden am Mahnmal im Stadtgarten Kränze niedergelegt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Weil die Toten schweigen, beginnt alles wieder von vorne!” Dieser warnende Satz des französischen Philosophen Gabriel Marcel war Ausgangs- und Mittelpunkt der Ansprache Stefan Kämmerlings während der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag, die am Samstagnachmittag im Rathaus in einem würdevollen Rahmen stattfand.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung des Eschweiler Ortsvereins des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge gefolgt und wurden von der stellvertretenden Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt begrüßt: „Sie sind hier, um inne zu halten, um der Toten der Weltkriege zu gedenken”, so die Gastgeberin.

Immer weniger Zeitzeugen könnten aus eigener Erinnerung berichten. „Ist der Volkstrauertag deshalb überholt?”, fragte sie, um die Antwort selbst zu geben. „Er ist als Tag der Mahnung unersetzlich!” Zwar lebten die Menschen in Deutschland seit 67 Jahren in Frieden, doch die Welt sei alles andere als friedlich, wie die aktuelle Lage im Nahen Osten auf dramatische Weise zeige. „Die Toten der Weltkriege müssen uns Mahnung sein, uns für Frieden und Freiheit einzusetzen”, schloss Helen Weidenhaupt.

Stefan Kämmerling appellierte anschließend an die Eigenverantwortung jedes einzelnen Menschen. „Die Toten können nicht aussprechen: Lasst dies nie wieder geschehen. Deshalb ist es an uns, die Erinnerung wach zu halten”, so der Landtagsabgeordnete. Selbst mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren, seien die Schrecken des Kriegs für ihn kaum vorstellbar. Doch durch die Auslandseinsätze der Bundeswehr seien sie auch für uns wieder real.

Auch deshalb müsse der Volkstrauertag seine große Bedeutung behalten: „Aber er muss mehr sein als Ritual oder Alibi. Er soll uns mahnen, genau hinzusehen und Unrecht als Unrecht zu brandmarken”, so die Forderung. Allerdings müssten wir erst wieder lernen, hinzusehen und couragiert Stellung zu beziehen. Gedenken habe mit Denken, sogar mit einer besonderen Art des Denkens zu tun: „Unser Denken dreht sich aber zu häufig um uns selbst, um das heute und morgen. Brauchen wir aber nicht auch das Gedächtnis, wenn wir verantwortungsbewusst handeln wollen? Erst die umfassende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit führt zu verantwortlichem Handeln”, betonte Stefan Kämmerling abschließend.

Der Gedenkstunde im Rathaus, die musikalisch von Dominik Koslowski, einem Schüler der Bischöflichen Liebfrauenschule, gestaltet wurde, schloss sich ein Schweigemarsch aller Teilnehmer, darunter die Schützen der St.-Sebastianus-Bruderschaft Eschweiler-Mitte sowie die Musiker des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Achim Schuster, zum Ehrenmal im Stadtgarten an. Dort legten Stefan Kämmerling, Helen Weidenhaupt, die St.-Sebastianus-Schützen sowie Soldaten der Bundeswehr Kränze nieder.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert