Volksliederabend mit dem wohl größten Chor der Indestadt

Von: ran
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Vielstimmiger Chor: Annähernd 200 Gäste des Volksliederabends setzten dessen Motto „Es klingen die Lieder und alle singen mit“ kraftvoll in die Tat um. Foto: Andreas Röchter
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Weckten den „Bruder Jakob“ gleich in neun Sprachen auf: Die jungen Musikanten des Kinderchors der Pfarre St. Severin Weisweiler zeigten sich nicht nur auf deutsch, sondern auch auf japanisch und in Latein ausgesprochen textsicher.

Eschweiler. Im Jahr 1961 stieg die Premiere! Und auch mehr als ein halbes Jahrhundert später hat die Idee nichts von ihrer Faszination eingebüßt: Am Donnerstagabend versammelten sich rund 200 Musikanten auf und vor allem vor der Bühne des Kulturzentrums Talbahnhof, um dem Volksliederabend des Eschweiler Geschichtsvereins und der Volkshochschule der Stadt Eschweiler einmal mehr einen ganz außergewöhnlichen Stempel aufzudrücken.

Unter der Überschrift „Es klingen die Lieder und alle singen mit“ standen unter anderem 16 bekannte Volkslieder auf der Tagesordnung, die der zahlenmäßig wohl größte Chor der Indestadt (ohne Gewähr) großartig interpretierte. Ergänzt wurde das Programm, dessen Gesamtleitung Leo Braun, Leiter des Arbeitskreises „Mundartpflege“ des Eschweiler Geschichtsvereins, oblag, von Solo- und Choreinlagen auf der Bühne.

Genau dort eröffneten die jungen Sängerinnen und Sänger des Kinderchors der Pfarre St. Severin Weisweiler unter der Leitung von Norbert Hoersch den abwechslungsreichen Abend mit einer Leistung der Extraklasse: In gleich neun Sprachen weckten sie den „Bruder Jakob“ auf!

Angefangen bei den für dieses Lied durchaus üblichen deutschen und französischen Klängen, ließen sie für den etwas verschlafenen Herren auch auf Englisch, Spanisch, Italienisch, Japanisch und nicht zuletzt auf Latein die Glocken läuten, um kurz darauf das Pfadfinderlied „Flinke Hände, flinke Füße“ mit körperlicher Unterstützung des Publikums zu präsentieren. In lyrisch-poetischen Worten verkleidet, brachte Musiklehrerin und Sängerin Irina Götz dann eine wichtige Botschaft sehr eindringlich zum Ausdruck: „Die Gedanken sind frei!“.

Nach der Pause griff auch Friedrich Götz in die Tasten seines „Quetschbülls“, um Pianist Horst Goerres, der die Protagonisten des Abends einfühlsam am Klavier begleitete, zu unterstützen. Die Herzen seiner Zuhörer im Sturm eroberte schließlich August Engels. Und das, obwohl er stimmgewaltig und glaubhaft versicherte, sein eigenes in Heidelberg verloren zu haben. Zuvor hatte er bereits mit „Ich ging durch einen grasgrünen Wald“ seine Naturverbundenheit bekräftigt. „August Engels ist einmalig! Zugeben tut er aber nicht gerne“, lobte Leo Braun und begründete augenzwinkernd, warum eine weitere Darbietung des Sängers unterblieb.

Im Mittelpunkt des Abends stand aber das Gesangs-Gemeinschaftserlebnis: Angefangen mit „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, stimmte der fast 200 Stimmen starke Chor Volkslied auf Volkslied an, betonte, dass das Wandern des Müllers Lust ist und besang den „Jäger aus Kurpfalz“.

„Schön, dass die Volkslieder heute Abend einmal komplett vorgetragen werden“, unterstrich Leo Braun, der neben Simon Küpper, Ehrenvorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, mit Silvia Hannemann auch erstmals die neue VHS-Leiterin bei einem Volksliederabend begrüßte. So dürfte nicht jedem Mitsänger vorher bewusst gewesen sein, dass das Lied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“, dessen Text bereits 1460 erstmals in einer Handschrift überliefert wurde, aus gleich 15 Strophen besteht. Nach einer zunächst eher lustigen Seefahrt machten die Chorsänger darüber hinaus deutlich, hartgesottene Seebären zu sein: „Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen...“.

Mit dem bewegenden „Kein schöner Land“ ging der Volksliederabend auf die Zielgerade und fand in der spontanen Zugabe „Ade zur guten Nacht“ einen würdigen Abschluss. „Musik bringt Menschen zusammen, macht glücklich und kennt kein Alter“, hatte Leo Braun vor dem ersten Takt des Abends verkündet. Der Volksliederabend 2015 bestätigte dies eindrucksvoll. In zwei Jahren folgt die Fortsetzung! Doch zuvor gibt‘s in zwölf Monaten den Mundartabend.

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