Volkshochschule: Deutsch- und Integrationskurse sehr beliebt

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Die Vielfalt an Nationalitäten ist auch in Eschweiler groß. Integrationskurse helfen bei der Eingewöhnung. Foto: stock/Chromorange

Eschweiler. „Deutsch als Fremdsprache: Angebote zur Weiterbildung und Integration ausländischer Mitbürger/innen“ heißt der spezielle Fachbereich der Eschweiler Volkshochschule – und dort brummt und summt es seit Jahren.

Rund 500 Personen nahmen allein im Frühjahr an sogenannten „freien Deutschkursen“ und an den (vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge teilfinanzierten) Integrationskursen teil. 109 Personen haben im vergangenen halben Jahr Einbürgerungstests und andere Sprachprüfungen in Deutsch abgelegt.

Marga Müller, eine der drei hauptamtlichen VHS-Pädagogen: „Manche sind zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet und kommen dann zu mir, um sich beraten zu lassen. Die meisten machen von dieser intensiven Möglichkeit des Deutschlernens sehr gerne Gebrauch – und zwar nicht nur, weil das Bundesamt einen Teil der Kosten übernimmt.“

Der Unterricht findet vier Mal pro Woche statt, je nach Lehrgang entweder vormittags oder abends. Nach Beobachtung von Marga Müller ist Hausfrauen und Arbeitslosen eher der Vormittag angenehm, Berufstätige wählen dagegen meist den abendlichen Lehrgang „neben dem Job“.

Insgesamt werden gerade mal 20 Personen pro Lehrgang aufgenommen, und die Regeln sind streng. Müller: „Wer drei Tage nicht zum Kurs erscheint, muss eine ärztliche Bescheinigung vorlegen – sonst ist für den Betreffenden Schluss.“

Außerdem sind alle verpflichtet, ihre Anwesenheit per Unterschrift zu dokumentieren.

Jeder Integrationslehrgang umfasst 645 Unterrichtsstunden und insgesamt acht Prüfungen. Nicht jeder Bildungsträger führt so viele Prüfungen durch – denn das ist aufwändig. Müller: „Die meisten Bildungsträger organisieren nur zwei Abschlussprüfungen. Bei uns jedoch endet jedes Modul – das sind 100 Unterrichtstunden – mit einer Prüfung oder zumindest mit einer Lernstandserhebung. Im Ergebnis führt das aber dazu, dass unsere Teilnehmer auf die Abschlussprüfungen sehr gut vorbereitet sind und vor einer Prüfung keine Angst haben müssen.“

Die Integrationskurse der Volkshochschule Eschweiler sind im übrigen „international“. Mit anderen Worten: Es gibt keine nationalen Kurse „nur für Türken“ und auch keine Lehrgänge „nur für Frauen“. Die VHS will vielmehr „größtmögliche Integration“.

Alle drei Monate startet in der Regel ein neuer Lehrgang dieser Art. Immer engagiert die VHS dafür drei Lehrkräfte – und zwar in einem Mix von deutschen und ausländischen Lehrkräften.

Müller: „Die Unterrichtsprache im Kurs ist immer und grundsätzlich Deutsch. Die ausländischen Lehrkräfte, die selbst Deutsch als Fremdsprache erlernt haben, sind für diese Kurse sehr wichtig. Denn sie können die Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachen und Grammatikformen besser erklären. So versteht der Teilnehmende die deutsche Sprache schneller, und der Unterricht wird erfolgreicher. Ich will aber auch auf die deutschen Lehrkräfte nicht verzichten; sie sind nicht nur in der Phonetik sehr gut, sondern sie sind vor allem authentisch.“ Was viele nicht wissen: Teilnehmer können „ihren“ Integrationskurs in Eschweiler durchaus für eine gewisse Zeit unterbrechen.

Dazu wiederum Marga Müller: „Wer es nicht schafft oder plötzlich einen Job bekommt, kann in freien Deutschkursen weiter lernen – dann aber nur ein oder zwei Mal pro Woche -, oder man kann eine Zeit lang ganz aussteigen.“

Schnell und ehrgeizig

Letzteres gilt zum Beispiel für Schwangere oder Mütter mit Neugeborenen. Nicht jede Frau macht aber Gebrauch davon; manche Mütter kommen quasi direkt vom Krankenhaus zum Unterricht und stillen in den Pausen.

Müller findet das vorbildlich: „Es gibt halt Frauen, die ganz schnell und sehr ehrgeizig Deutsch lernen wollen!“ Kein Wunder also, dass in der VHS Eschweiler regelmäßig viele Zeugnisse ausgehändigt werden.

Vielleicht trägt zu dieser positiven Stimmung bei, dass im VHS-Haus gelegentlich auch zusammen gefeiert wird. Denn die VHS pflegt sozusagen eine „Willkommenskultur“. Marga Müller meint damit: Jede Nationalität ist herzlich willkommen, und jede darf ihre Kultur mitbringen und darüber berichten.

Ihr liegt das am Herzen: „Volkshochschule ist für viele das Fenster zur Welt, auch für unsere deutschen Teilnehmer an Sprachkursen. Hier haben sie die Möglichkeit, mit Migranten verschiedene Sprachen zu sprechen und zu üben. Sie integrieren die Migranten und lernen von ihnen gelichzeitig andere Kulturen kennen.“

Das letzte Sprachenfest zeigte zum Beispiel, wie toll die Integration in beide Richtungen sein kann! Und die engagierte Fachbereichsleiterin wagt die Behauptung: „Ich kenne kaum eine VHS, in der das Miteinander von Deutschen und Zugewanderten, von Jung und Alt so gut ist wie hier in Eschweiler.“

Der nächste Integrationskurs beginnt am 10. September, 8.30 bis 12.30 Uhr. Das neue Herbstsemester im Sprachenbereich startet mit den Schnupperkursen am 9. September.

Das neue VHS-Programm erscheint am Mittwoch, 28. August. Telefonische Rückfragen sind möglich in der VHS-Geschäftsstelle, Kaiserstr. 4a, unter Telefon 70270.

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