Eschweiler/Stolberg - „Virgil and the Accelerators“ treten aufs Gaspedal

„Virgil and the Accelerators“ treten aufs Gaspedal

Von: psi
Letzte Aktualisierung:
9393953.jpg
Virgil McMahon an der Gitarre (l.) und Jack Timmis am Bass sind zwar jung an Jahren, auf der Bühne jedoch ein eingespieltes Team. Foto: Santosi

Eschweiler/Stolberg. In der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ machte das britische Power-Trio „Virgil and the Accelerators“ am Montagabend Station im Rio in der Schnellengasse. Wohlgemerkt nur im Rio. „Eigens für diesen Promo-Auftritt“, so Kulturmanager Max Krieger „flog die Band aus England ein. Das bleibt der einzige Auftritt in Deutschland.“

Grund genug auch für ein paar Journalistenkollegen aus den Niederlanden, das Ganze mit Video- und Fotokameras zu begleiten. Vor rund 50 treuen Blues-meets-Rock-Fans zündeten die drei jungen Männer von der Insel ein gut zweistündiges Rock-Feuerwerk der besseren und lauteren Art.

Frontmann und Gitarrist Virgil McMahon gehört zu einer neuen Riege von Bluesrock-Künstlern, die sich zwar am musikalischen Stil früherer Jahrzehnte orientieren, sich aber dennoch lieber mit eigenen Interpretationen und Kompositionen profilieren, statt ständig die hundertfünfzigste Version irgendeines Jimi-Hendrix-Klassikers herunterzunudeln.

Nichts gegen den Altmeister und Revolutionär der E-Gitarre, aber Virgil McMahon machte am Montagabend erfreulicherweise sein eigenes Ding. Und zwar schön laut. Zu seinen Mitstreitern zählt der Mann mit den südafrikanischen Wurzeln seinen Bruder Gabriel am Schlagzeug und Bassist Jack Timmis am Fünfsaiter.

Als gefragter Programmeröffner spielten die Jungs bereits für solche klangvollen Bands wie Johnny Winter, Uriah Heep, Wilko Johnson oder Michael Schenker. Die Fachpresse überschlägt sich mit Lob und im vergangenen Jahr gab es als Sahnehäubchen gar den British Blues Award.

Kaum auf der Bühne, präsentierte Virgil McMahon druckvolle Rocksongs mit feinen, aber nicht überladenen Soli auf seinen Gitarren. Man merkte dem jungen Mann aus Großbritannien seine Spielfreude an. Einmal auf Betriebstemperatur gebracht, übertrug er sein intensives Spiel auch auf seine beiden Mitstreiter.

Virgil und seine Kollegen bewiesen wieder mal, dass ein Trio für authentische und mitreißende Livemusik wohl zu den geeignetsten Band-Konstellationen gehört. Die Musiker verstanden sich jederzeit bestens, ergänzten einander im Spiel wie im zweistimmigen Gesang und hatten zudem genügend Raum, ihre solistischen Fähigkeiten einzustreuen.

Einziger Wermutstropfen: die mangelnde Dynamik. Es gab kaum Kontraste zwischen Laut- und Leise-Passagen. Virgil & The Accelerators drückten, wenn sie einmal den Rock-Modus eingeschaltet haben, so lange auf die Tube, bis der Griff zu den Ohrstöpseln für manchen im Publikum verlockend wurde. „Accelerator“ lässt sich eben nicht nur mit „Beschleuniger“ übersetzen, sondern auch mit „Gaspedal“. Und auf genau selbiges drückte Virgil am Montag gekonnt und dauerhaft zur sichtlichen Begeisterung der Freunde der Livemusik im Rio.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert