Viele fleißige Hände helfen Menschen in Not

Von: Michael Cremer
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Alina Sfermas (links) und Julia Schumacher waren stellvertretend für alle Schüler gekommen, die sich für die Tafel engagieren. Die Vorsitzende Anneliese Küpper war sichtlich gerührt. Foto: Michael Cremer

Eschweiler. Man könnte diesen Morgen in St. Michael mit einem einzigen Wort wiedergeben: Dankeschön! Die Eschweiler Tafel beging am Samstag mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer kleinen Feierstunde ihr zehnjähriges Bestehen.

Viele waren der Einladung gefolgt, um - eher bescheiden und leise - zu bekunden, wie wertvoll die Arbeit dieser Einrichtung ist und dass sie Freude in die Herzen aller Beteiligten bringt.

„Es ist für uns unerheblich, heute zu fragen, ob Tafeln in einem Land wie Deutschland notwendig sind. Alles was wir erhalten und weitergeben, würde eigentlich vernichtet oder besser gesagt: entsorgt werden. Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu bewahren und weiterzugeben, ist schon eine wertvolle Aufgabe.”

Mit diesen Worten umriss Anneliese Küpper die Philosophie, die hinter der Arbeit der Tafeln steht und in der sie ihren Ursprung findet. Die Dürwisserin führt seit vielen Jahren erfolgreich jene Aufgabe weiter, die Dorothee Krahe Ende der 90er Jahre initiiert hatte.

Anneliese Küpper legte an diesem Morgen besonderen Wert darauf, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank zu sagen, „die Tag für Tag und Woche für Woche im ehrenamtlichen Einsatz für unsere Eschweiler Tafel waren und sind”. Und sie fügte hinzu: „Ohne diesen großartigen Einsatz, sei es als Fahrer oder im Laden, wäre unsere Hilfe nicht möglich gewesen. Danke euch allen!”

Die Schar der Gäste an diesem Samstagmorgen war groß. So begrüßte Anneliese Küpper die Landesvertretung der Tafeln in NRW, Jutta Schlockermann, sowie die Vertreter der Nachbartafeln aus Stolberg, Monschau, Jülich, Düren und Würselen. Bürgermeister Rudi Bertram zählte ebenso zu den Gästen wie die Schirmherrin der Eschweiler Tafel, Christine Zittel.

Gekommen waren auch Vertreter der Schulen, mit denen die Tafel seit Jahren eine fruchtbare Zusammenarbeit verbindet, dazu Sponsoren, Vertreter der Parteien im Rat, der Kinderschutzbund, SkF, SkM und, und, und.

Die Vorsitzende dankte „allen Menschen und den vielen Gruppen und Organisationen, die uns in diesen zehn Jahren mit Spenden geholfen haben. Ohne diese finanziellen Hilfen hätten wir unsere Aufgaben nicht schaffen können”.

Weiter sagte sie Dank den Supermärkten, den Geschäften, den Kirchen, Schulen, Banken und privaten Spendern, „die uns geholfen haben, die wachsende Zahl von Menschen mit Lebensmitteln und Weihnachtskisten zu versorgen”.

Den ökumenischen Gottesdienst gestalteten Pfarrer Dieter Sommer und Pfarrer Josef Wienand, der zu den Gründungsmitgliedern der Tafel zählt. Dieter Sommer nannte die Tafel eine Einrichtung, „die auf jene Menschen achtet, die in unserer Konsumgesellschaft nicht mehr zum Zuge kommen”. Josef Wienand mahnte die Würde eines jeden Menschen an: „Jeder Kunde sollte die Tafel erhobenen Hauptes verlassen.”

Er erinnerte an jene Notzeiten nach dem Krieg, aus denen auch er das Anstehen noch kenne. Der katholische Geistliche zitierte Martin Buber mit den Worten: „Liebe Deinen Nächsten, denn er ist wie Du” und sagte: „Viele unserer Kunden kommen ursprünglich nicht aus Deutschland.” Insofern leiste die Tafel auch ein Stück Integrationsarbeit.

Musikalisch gestalteten Josef Acs (Orgel, Klavier) und Sarah Ziemons (Querflöte) die Feier und brachten den Gästen Sonaten für Flöte und Klavier von Mozart und Bach dar.

Hocherfreut war die Vorsitzende Anneliese Küpper am Samstag darüber, dass mit Schulleiterin Michaela Silbernagel, ihrer Kollegin Sigrid Hendryk und den Schülerinnen Alina Sfermas und Julia Schumacher auch eine kleine Delegation der Realschule gekommen war.

„Die Realschule ist stolz darauf, dass ein großer Teil ihrer Schüler in der Arbeitsgemeinschaft ,Soziale Dienste bewusst den Blick auf Menschen, auf Sorgen, Nöte, Anliegen der Mitmenschen richtet”, sagte die Schulleiterin. Bereits seit 2001 arbeitet die Schule mit der Tafel zusammen. „An vier von fünf Schultagen sind jeweils circa 25 unserer Schüler im Einsatz für die Eschweiler Tafel.”

Dafür dankte sie den Schülern und ihrer Kollegin Hendryk, die die AG leitet, „von ganzem Herzen”. Auch Alina Sfermas und Julia Schumacher traten mutig ans Mikrofon und bekundeten überzeugend, wie gut es tue, zu helfen und sich für die Tafel zu engagieren. Im Anschluss übergaben die beiden Schülerinnen einer sichtlich gerührten Anneliese Küpper im Namen der Schule ein Präsent für die Mitarbeiter der Tafel.

Zum Schluss hielt Christine Zittel noch eine kleine Überraschung bereit. Sie bat den Vorstand nach vorne und überreichte Blumen als Dankeschön für die geleistete Arbeit; für den einzigen Herren in der Runde, Kassenwart Wolfgang Seehafer, gab es Wein.

Der Morgen, der in ein gemütliches Beisammensein mündete, war geprägt vom Geist der Nächstenliebe, den Anneliese Küpper mit einem Sprichwort aus Indien umschrieb: „Gebt denen, die hungern, von eurem Reis. Gebt denen, die leiden, von eurem Herzen”.
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