Eschweiler - Viele Eltern wollen ihr Kind nicht mehr zurück

Viele Eltern wollen ihr Kind nicht mehr zurück

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Immer häufiger muss das Jugendamt einschreiten: In 13 Fällen blieb den Fachleuten der Stadt in diesem Jahr nichts anderes übrig, als ein Kind aus der Familie zu nehmen. Foto: Imago/Imagebroker

Eschweiler. Immer mehr Eltern sind mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert und nehmen professionelle Hilfe in Anspruch. Das ist in Eschweiler nicht anders als im Rest der Republik. Und zunehmend sehen sich die Kommunen vor die schier unlösbare Aufgabe gestellt, wie die so genannten Hilfen zur Erziehung, die zu den Leistungen des Jugendamtes gehören, noch bezahlt werden sollen.

Bürgermeister Rudi Bertram, der Beigeordnete Manfred Knollmann, Jugendamtsleiter Heinz Kaldenbach und die Leiterin der Abteilung für soziale Dienste, Gabi Brettnacher, suchen nach einer Lösung, von der keiner in der Runde so recht weiß, wo sie herkommen soll.

Sie sind dem Wohl der Kinder und Jugendlichen verpflichtet und sehen zugleich, dass die finanziellen Herausforderungen kaum zu bewältigen sind.

Bertram: „Jahr für Jahr geben wir rund zehn Millionen Euro für Kinder und Jugendliche aus, inklusive der Kindergärten.” Nicht enthalten seien die Kosten für die Mitarbeiter vor Ort und die freiwilligen Leistungen. „Das Land drückt uns immer mehr auf, und wir in den Kommunen müssen gucken, wie wir die exorbitanten Ausgaben bewältigen.”

Zwischen den Stühlen sitzt Kämmerer Manfred Knollmann. Die Kostenexplosion bei den Zuschüssen zwischen 2008 und 2009 um 17 Prozent macht Knollmann am Kinderbildungsgesetz (KiBiz) fest, das am 1. August 2008 in Kraft trat: „Das Land lässt uns sträflich alleine und schreibt uns Dinge vor, die kostenmäßig nicht zu bewerkstelligen sind.”

Bei aller Notwendigkeit der Hilfe machen die Fachleute des Jugendamtes eine besorgniserregende Tendenz aus. „Wir stellen immer häufiger fest, dass Eltern eine Rückführung des Kindes in die Familie gar nicht mehr wollen und dementsprechend nicht mehr bereit sind, zu Hause die Voraussetzungen dafür zu schaffen”, sagt Gabi Brettnacher und zitiert einen Vater: „Ich will das Beste für mein Kind - und sie müssen das jetzt machen.”
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