Eschweiler - Viel gelbes Licht aus wenig Watt

Viel gelbes Licht aus wenig Watt

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Das ist sie, die Eschweiler Leuchte! Baudezernent Hermann Gödde (rechts) und Peter Kendziora präsentieren die „Trilux Lumega”.

Eschweiler. Gelb sollen die Eschweiler Nächte werden. Jedenfalls für die nächsten Jahre. Die Kommunalpolitiker setzen auf die gelb leuchtenden Natriumdampf-Hochdrucklampen, mit 50 oder auch 70 Watt. Darin wurden sie am Donnerstag im Planungsausschuss von einem Fachmann bestärkt.

Der Ingenieur Markus Skeide riet dringend dazu, den „derzeitigen LED-Hype” nicht mitzumachen. Noch sei die LED-Technik in Straßenleuchten nicht ausreichend erprobt und in der Anschaffung recht teuer. In fünf bis sechs Jahren könne sich die Stadt immer noch für Leuchtdioden entscheiden. Dann würden die Nächte wieder weiß.

Eigentlich ging es in der Sitzung am Donnerstag um die Straßenleuchten selbst. 1260 Stück gibt es in Eschweiler. Die Stadt möchte in den kommenden Jahren die Straßenbeleuchtung auf einen einheitlichen Leuchtentyp und auf einheitliche Leuchtmittel umstellen. Das ist notwendig, weil die Quecksilberdampf-Lampen, die in vielen Straßen noch hell und weiß strahlen, im Jahr 2015 ihre Zulassung verlieren. Die Stadt will sie ersetzen und dabei zugleich Geld sparen. Mindestens 30 Prozent weniger Energieerbrauch und damit auch weniger Kohlendioxid-Ausstoß sind angestrebt. Dafür sind nicht nur andere Leuchtmittel, sondern auch andere Lampenformen notwendig, um möglichst viel Licht auf die Straße zu bringen. Für die Umstellung erhofft sich die Stadt Fördermittel vom Bund.

Ingenieur Skeide hatte einen eindeutigen Favoriten bei den Straßenleuchten: Die Leuchten Lumega 600, 700 und 900 des Herstellers Trilux. Sie hat eine enorm gute Lichtausbeute, lässt sich ohne Werkzeug öffnen, man kann sie sowohl mit Natriumdampflampen als auch mit LED-Lampen betreiben. Wegen der drei Modellformen lässt sie sich zwischen vier Metern und 14 Metern Höhe montieren. Und sie ist mit Preisen zwischen 265 und 390 Euro nicht teuer. Der Ausschuss folgte seiner Argumentation und beschloss einstimmig, die Eschweiler Straßenbeleuchtung auf diesen Leuchtentyp umzustellen.

Länger diskutiert wurde das Für und Wider von LED-Beleuchtung. LED-Leuchtmittel sind nun einmal länger haltbar, haben einen geringeren Energieverbrauch - und sie leuchten weiß, nicht gelb. Dennoch riet Skeide davon zunächst einmal ab und brachte dafür viele Argumente. Etwa zur Lebensdauer. Die 50.000 Betriebsstunden für die Leuchtdioden gelten nur, wenn die Platine optimal gebaut ist und nicht heiß wird. Bei Hitzestau in der Lampe sinkt die Haltbarkeit drastisch. Zudem gibt es die gelben Natriumdampflampen auch in so genannten Longlife-Versionen. Die kosten dann zwar 19 Euro statt 9 Euro, halten dafür aber auch 48.000 Stunden durch.

Die LED-Leuchten hingegen kosten derzeit noch 380 Euro. Auch die Lebensdauer der Vorschaltgerät ist bei Natriumdampf länger. Über 35 Jahre gerechnet - so lange sollen die neuen Straßenleuchten mindestens halten - errechnete Markus Skeide bei den Betriebskosten sogar einen Preisvorteil für den Natriumdampf, selbst bei den helleren 70-Watt-Lampen: 2233 Euro gegen 2587 Euro bei LEDs.

Wenn die LED-Technik in einigen Jahren erprobt ist, etwa in fünf bis sechs Jahren, und die Preise dann, wie zu erwarten, drastisch gesunken sind, könne die Stadt ja immer noch auf das weiße LED-Licht wechseln, so Skeide. Die jetzt beschlossene Trilux-Straßenleuchte mache das möglich.

Allerdings bezweifelten Kommunalpolitiker, dass dieser Wechsel schon in wenigen Jahren möglich sei. Denn bei 4000 Betriebsstunden pro Jahr hält eine Longlife-Birne vom Natriumdampf-Typ locker zehn Jahre durch. So lange bleiben die Eschweiler Nächte wohl gelb.
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