Eschweiler - Viel Bürokratie, wenig Freiheit: Stadtjugendring löst Vertrag

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Viel Bürokratie, wenig Freiheit: Stadtjugendring löst Vertrag

Von: fe
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Eschweiler. Der Stadtjugendring will nicht mehr Geldverteiler sein. Der Verein löst den Vertrag mit der Stadt, in dem er sich vor zwölf Jahren verpflichtet hatte, die städtischen Zuschüsse für die Förderung von Jugendarbeit an örtliche Organisationen zu verteilen.

Viel Bürokratie, wenig Handlungsspielraum: Welche „anerkannten Träger der freien Jugendhilfe” für ihre Veranstaltungen Zuschüsse bekommen, wie das zu beantragen und abzurechnen ist, wie es dokumentiert, quittiert, aufbewahrt wird - all das war in Satzungen und Verträgen genau geregelt. Dabei ging es um jährlich gerade einmal 9500 Euro.

Wirklich verteilt werden konnte aber seltsamerweise nur weniger Geld. Denn rund 1000 Euro jährlich gingen schon für einen Vertrag mit einem Software-Unternehmen drauf, damit die Organisationen ihre Anträge und Verwendungsnachweise elektronisch einreichen konnten. Außerdem wurden auch die Kosten für die Ausstellung der so genannten „Juleica”, der Jugendleiter-Card, aus diesem kleinen Zuschusstopf bezahlt.

Einstimmiger Beschluss

Der Jugendhilfeausschuss stimmte jetzt einstimmig dem Vorschlag zu, auf die halbjährige Kündigungsfrist zu verzichten und den Vertrag mit der „Arbeitsgemeinschaft Stadtjugendring Eschweiler e.V.” einvernehmlich zum Jahresende aufzulösen. Außerdem erhält der Stadtjugendring einmalig 4500 Euro für die abschließenden Arbeiten - Softwarevertragskosten, Jahresabschluss, Einarbeitung eines städtischen Sachbearbeiters - und für die künftigen neuen Aufgaben, denen der Verein sich widmen will.

Statt Zuschüsse zu verteilen möchte der Stadtjugendring sich demnächst um Schulung von Jugendleitern kümmern, das Projekt „Fesch” (Ferienservice Eschweiler) weiterführen, für ehrenamtliche Arbeit zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen werben und schließlich regelmäßig einen Kinder- und Jugendtag veranstalten. Im Jugendhilfeausschuss wurde dem Stadtjugendring ausdrücklich Dank gesagt für die bisherige ehrenamtliche Arbeit.

Die Verteilung der 9500 Euro an örtliche Organisationen wird künftig das Jugendamt der Stadt übernehmen. Wie das genau geschieht und welcher Sachbearbeiter im Rathaus dafür zuständig sein wird, konnte Jugendamtsleiter Heinz Kaldenbach in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses noch nicht sagen, aber: „Wir sind auf einem guten Weg”.
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