VHS: Zebras und Pferde helfen Englisch lernen

Von: Sarah Maria Berners
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Mit einem Ballspiel Sprachen lernen: Bartosz und Bianca (beide 4 Jahre alt) üben mit VHS-Dozentin Liena Helmig die englischen Begriffe für Regen, Wind und Sonne. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Wer es im Beruf weit schaffen will, sollte Fremdsprachen sprechen. Vor allem Englisch ist heutzutage unersetzlich. Und wer an einer Uni studieren möchte, muss Fachliteratur lesen können - und die ist häufig nicht in deutscher Sprache verfasst.

Gut, all diese Entscheidungen für einen Beruf oder das Studium sind für die Kinder, die da gerade durch das Klassenzimmer toben, noch weit weg.

Sie haben ja nicht einmal das Grundschulalter erreicht. Aber vorbereitet sollen sie sein - vorbereitet auf eine Zukunft, in der Englisch sicher eine Rolle spielen wird.

In Grundschulen ist der Englisch-Unterricht mittlerweile an der Tagesordnung und auch in einigen Kindergärten und Tagesstätten werden die Jüngsten schon spielerisch an die Sprache herangeführt. In einigen Einrichtungen, aber eben nicht in allen.

Deswegen hat die Volkshochschule Eschweiler (VHS) die Kurse „Fremdsprachen für Kinder und (Groß-)Eltern” ins Leben gerufen. In den Kursen sollen die Kinder mit Spiel und Spaß Englisch lernen - ganz ohne Drill und Notendruck.

Zeige mir Deine Nase

„Show me your nose”, sagt Lehrerin Liena Helmig und die Kinder zeigen auf ihre Nasen. Dann zieht sie Buntstifte aus einem Beutel und die Kinder müssen die Farben benennen. Nicolas (4) ist erst seit einer Woche dabei. Aber die Farben kann er schon wie aus dem Effeff. „Das ist ja gerade das Schöne”, sagt seine Mutter Liliane Packbier. „Noch lernen die Kinder unheimlich schnell und haben Spaß an der Sache.” Wie die anderen Mütter, hofft auch Liliane Packbier, dass der Kurs ihrem Kind den Einstieg in die Fremdsprache in der Schule erleichtert.

„Englisch sprechen zu können, eröffnet Zukunftsperspektiven”, sagt Magdalena Maxein. Ihr Sohn Bartosz (4) spricht schon recht gut. Tiere wie Zebra, Papagei, Schwein, Pferd und viele Körperteile kann er schon problemlos benennen. Auch die Mütter - manchmal sitzen auch Omas und Opas mit im Kurs - können den ein oder anderen neuen Begriff lernen. An das englische Wort für Papagei, Parrot, konnten sich nicht mehr alle erinnern.

Die Schulzeit ist schließlich schon etwas länger her. Praktisch ist die Anwesenheit der Eltern auch, weil sie etwas können, was ihre Kinder erst noch lernen müssen: Schreiben. Die Eltern können neue Vokabeln notieren, damit nichts in Vergessenheit gerät. Die Kinder hingegen sind auf ihr gutes Gedächtnis angewiesen. Für den Fall, dass sie eine Vokabel vergessen und ihre Eltern fragen, sollen diese vorbereitet sein.

Natürlich üben die Mütter auch zu Hause mit ihren Kindern. Aber auch da ohne Zwang und das Gefühl, etwas lernen zu müssen. Ilona Frank zum Beispiel bindet kleine Übungen mit ihrer Tochter Bianca (4) einfach in den Alltag ein. Das Farbenspiel kann man auch in den eigenen vier Wänden beim Malen spielen und Körperteile zum Beispiel beim Waschen benennen.

„Kinder lernen Sprachen noch durch Nachahmen und Einüben und sie haben auch nicht die Probleme mit der Aussprache, mit denen Erwachsene zu kämpfen haben”, begründet die VHS ihr Angebot. Und es gibt noch einen großen Vorteil: Kinder schämen sich nicht, sie plappern einfach munter drauf los.

Abwechslung ist gefragt

„Das spielerische Element ist das Entscheidende”, sagt Lehrerin Liena Helmig. Für die Sprachenlehrerin war es eine Herausforderung, Kinder zu unterrichten. Schließlich arbeitet sie für eine Erwachsenenbildungseinrichtung. „Erwachsene, die in meine Kurse kommen, sind per se motiviert. Kinder hingegen muss ich erst begeistern. Und das immer wieder auf´s Neue.”

Ein Sprachspiel sei an einem Tag ein Hit, am nächsten gähnend langweilig. Die Kreativität der Dozentin ist stets gefragt. Und deswegen tauscht sie sich auch mit Erzieherin Melanie Urban, die in einer Kita Englisch lehrt, aus.

Streng ist die Dozentin nicht. Wenn ein Kind mal keine Lust hat, darf es auch ein Bild auf die Tafel malen. Und wenn man dann über die Farben spricht, ist man flugs wieder im Englisch-Unterricht gelandet. Liena Helmig selbst ist zweisprachig aufgewachsen und hat im Laufe ihres Lebens noch viele Sprachen hinzugelernt. „Ich glaube, dass mir das Sprachenlernen viel leichter fällt, weil ich früh verschiedene Sprachen gelernt habe”, sagt sie rückblickend.

Das ist auch die Hoffnung der Mütter, die mit ihren Kindern im VHS-Kurs sitzen. Spaß macht das Lernen allemal. Schließlich gibt es tolle Lernspiele. Twister zum Beispiel ist der Hit. „Left hand on yellow”, heißt es zum Beispiel und so lernen die Kinder schnell, wie man die linke Hand und die Farbe Gelb bezeichnet. Fast wie von selbst.
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