VHS: Stets offen für alle Lernwilligen

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Stolz, es geschafft zu haben: 39 Personen haben jetzt ihre B-1-Sprachprüfung bestanden und ihre Zeugnisse dafür erhalten.

Eschweiler. „Bei uns kann man den Einkauf beim deutschen Bäcker lernen, aber wir ebnen auch den Weg ins Rathaus, zum Ausländeramt und in den Beruf”, betont Malgorzata Müller, in der Volkshochschule zuständig für Deutsch- und Integrationskurse.

39 Personen haben jetzt ihre B-1-Sprachprüfung bestanden und ihre Zeugnisse dafür erhalten.

Das VHS-Programm in Bezug auf allgemeine Deutschkurse, spezielle Integrationslehrgänge und noch höher angesiedelte Angebote zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse ist in den letzten Jahren unter der Regie von Malgorzata Müller enorm gewachsen. Müller: „Wir sind offen für alle - für jene, die noch kein einziges Wort Deutsch sprechen können bis zu berufstätigen Migranten, die ihren eigenen Ansprüchen auf âperfektes Deutsch´ gerecht werden wollen.”

521 Anmeldungen

Allein in diesem Jahr kamen 553 Menschen zur persönlichen Erstberatung bei Malgorzata Müller vorbei und 521 von ihnen meldeten sich anschließend zu den unterschiedlichsten VHS-Kursen an. Viele Migrantinnen und Migranten büffeln für die wichtige B1-Sprachprüfung und 24 haben im Februar den Einbürgerungstest bestanden.

VHS-Leiter Schmidt: „Alle unsere großen bis mittleren Unterrichtsräume im Vor- und Nachmittagsbereich sind sowohl in der Kaiser- als auch in der Karlstraße wegen der Deutsch- und Integrationskurse ausgebucht. Es gibt kaum Platz für andere VHS-Kurse. Abends bieten wir demnächst nicht nur einen, sondern drei Integrationslehrgänge an. Die Realschule Patternhof hilft dabei mit ihren Räumen aus.”

Die Struktur der Deutschkurse hat sich in den letzten Jahren stark verändert und reicht von der Alphabetisierung für multinationale Lerngruppen bis zu Vorträgen aus der Reihe ”Universit migrante”.

Vier Hauptbereiche

Vier Hauptbereiche kann man unterscheiden: Kurse für Menschen, die lesen und schreiben lernen wollen; Standard-Deutschkurse, „Deutsch für den Beruf” und „Universit migrante”. Es gibt Vorlesungen, Tutorien und einen „DAF-Index” (eine Art Teilnahme-Bescheinigung).

Mehr als die Hälfte der Eschweiler VHS-Teilnehmer kommt aus arabischen Ländern oder aus der Türkei. Viele stammen aus dem slawischen, griechischen oder romanischen Sprachbereich. Aber es gibt auch Menschen mit Wurzeln in den USA, Lateinamerika oder Asien.

Malgorzata Müller nennt Zahlen: „Mit Beginn meiner Arbeit an der VHS Eschweiler im Herbst 2005 hatten wir vier Deutschkurse mit einer einzigen Lehrkraft, außerdemzwei Integrationslehrgänge und insgesamt 88 Teilnehmer. Ein Jahr später waren es schon 36 Deutschkurse, neun Integrationslehrgänge, 23 Lehrkräfte und 1809 Teilnehmer.” Eine Entwicklung, die sich dramatisch fortgesetzt hat.

In den letzten fünf Jahren wurden im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache 5233 Personen unterrichtet, davon 2384 nur in den Integrationslehrgängen. Die VHS führte in diesem Zeitraum 17.132 Unterrichtstunden und 81 Prüfungen durch.

„Keine Anmeldung ohne vorherige Beratung!” In den ersten Jahren machte Malgorzata Müller alles alleine: Einstufungstests, Anträge an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Korrespondenz mit dem Ausländeramt und mit anderen Behörden.

Seit einigen Monaten hilft ihr Tatiana Senchenkova, VHS-Verwaltungsmitarbeiterin und selbst eine Migrantin. Ihre eigene Erfah-rung gibt sie jetzt weiter: „Man muss Deutsch lernen, wenn man hier leben und arbeiten möchte - und unsere Kurse setzen im Alltag Deutschlands ja auch an.”

Russisch, Polnisch, Französisch, Englisch: Die Beratung im VHS-Haus ist „interkulturell und mehr-sprachig” - und beschränkt sich vor allem nicht allein auf das Problem der mangelnden Sprachkenntnisse und der Suche nach einer guten individuellen Lösung. Sie beschränkt sich auch nicht nur auf die Hilfe bei der Antragstellung auf Zulassung zum Kurs oder auf Kostenbefreiung (durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Oft setzt sich das kleine Zweierteam auch dafür ein, Lösungen für persönliche, berufliche, soziale und familiäre Probleme voranzubringen.

Senchenkova: „Ich kenne das ja noch von früher - wer einen freien Kopf hat, kann besser lernen.” Deshalb arbeitet die VHS auch mit anderen Institutionen eng zusammen (u.a. mit dem Jobcenter, dem Jugendamt und der Ausländerbehörde).

Fast monatlich Prüfungen

Seit 2010 ist die Volkshochschule Eschweiler anerkanntes Zentrum für Sprachprüfungen. Auch das wurde schnell durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt: Fast monatlich führt die VHS seither wichtige Deutschprüfungen durch. Wie auf dem Foto zu sehen: 39 Teilnehmer haben gerade in dieser Woche ihre Zertifikate abgeholt.

Viele von ihnen kommen wieder. Alle haben gelernt, die deutsche Sprache gemeinsam mit unterschiedlichen Nationalitäten zu lernen - von Anfang an sozusagen „auf Deutsch”. Müller: „Die Tür des VHS-Hauses steht immer für alle offen, das Angebot richtet sich an alle Zielgruppen - und gerne können sich diejenigen, die es interessiert, ein Bild von unserer Qualitätsarbeit vor Ort machen. Denn zum Bäcker gehen kann jeder - da reichen ein paar Gesten. Die deutsche Sprache dagegen auf allen Niveaustufen richtig zu vermitteln - das ist eine Aufgabe für mich als Sprachwissenschaftlerin.”

Weitere Informationen und Rückfragen bei Malgorzata Müller im VHS-Haus, Kaiserstraße 4a, unter 70 27 50.
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