Verseuchtes Gelände für 3,8 Millionen Euro entgiftet

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Dieses Bild ist passé: Eine Grundwassermessstelle hinter verrotteten Tanks auf der Altlastenfläche „Rüsges I”. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Sogar als die Chemische Fabrik Rüsges 1925 gegründet wurde, war Umweltschutz in gewisser Weise schon ein Thema: „Verunreinigungen des Erdbodens oder des Grundwassers durch Mineralöl sind vom Unternehmer auf Verlangen der Ortspolizeibehörde zu beseitigen”, hieß es in der Mineralölverkehrsverordnung von 1925.

Und: „Mineralöl darf nicht in Abwasserleitungen, Keller oder Brunnen gelangen können.” Ist es aber. Die Folgen sind bis heute spürbar.

Mehr als 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten stehen unter dem Strich unter der Sanierung des einstigen Betriebsgeländes, wo bis 1985 Heizöl, Diesel, Vergaserkraftstoff, Testbenzin und das hochgiftige Holzschutzmittel Karbolineum gelagert, abgefüllt und verkauft worden sind.

Großer Auslöser der Verseuchung des Geländes war ein Bombenangriff: Bei der Bombardierung 1944 wurden Fasslager und Umfüllanlage im Bereich der Bahngleise getroffen; die Anlagen brannten fünf Tage lang.

2001 schlossen Kreis Aachen, die Deutsche Bahn und die Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (ESV) folgenden Vertrag: Die EVS übernimmt den ehemaligen Güterbahnhof von der Deutschen Bahn, der Kreis führt die Sanierungsuntersuchung durch und saniert den von Rüsges genutzten Teil des Geländes, die DB zahlt eine halbe Million Euro an den Kreis, die EVS 1,5 Millionen Euro aus Landesmitteln.

20 Tanks wurden im Laufe der Sanierung demontiert, Betriebseinrichtungen abgebaut, Produktionsabfälle als Sondermüll entsorgt, das Kanalsystem vollständig saniert (etwa 500 Meter Rohrleitung), Boden ausgetauscht und Boden versiegelt.

Bis Ende dieses Jahres sollen die Untersuchungen für Rüsges III (EVS-Gelände) abgeschlossen sein. Die Sanierung soll im kommenden Jahr erfolgen. Geschätzte Kosten: 1,5 Millionen Euro.

Die Sanierung ist aus öffentlichen Mitteln vorfinanziert worden, wovon neben dem Anteil des Kreises 80 Prozent vom Land stammen. Das Geld von den letztlich Verantwortlichen einzutreiben, ist „eine Frage der Vollstreckung”, wie der Kreis es einmal so schön formulierte.
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