Vernissage: „Fragmente des Imaginären“

Von: mah
Letzte Aktualisierung:
14520141.jpg
Lars Ulrich Schnackenberg und Birgit Jensen stehen vor einem Kunstwerk aus der Reihe „Fragemente des Imaginären“, die bis zum 30. Juni in der Galeria Art Engert zu besichtigen ist. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. „Gegensätze ziehen sich an“, so lautet das Sprichwort und trifft auch auf die Werke der sich auf nationalem und internationalem Parkett bewegenden Künstler Birgit Jensens und Lars Ulrich Schnackenbergs zu.

Nun in der indestädtischen Galerie Art Engert auszustellen, davon konnte Anita Engert die beiden Künstler überzeugen und lud zur Vernissage unter dem Motto „Fragmente des Imaginären“, die den Beginn der rund zweimonatigen Ausstellung markiert.

Mit dem Vortrag eines Frühlingsgedichts von Ludwig Hölty eröffnete Engert die Vernissage und erweckte farbenfrohe Bilder. Konträr dazu erschienen die abstrakten Werke Jensens und Schnackenbergs. Weniger farbenreich, umso reicher aber an Dynamik, die einen Dialog zwischen Betrachter und betrachtetem Objekt erlaubt. Dies verdeutlichte auch Prof. Dr. Dieter Ronte, der als renommierter Kunsthistoriker unter anderem in Wien, Bonn und Hannover tätig war, in seiner einführenden Vorrede.

Unter Berufung auf Wassily Kadinsky, dem bekannten Vertreter der abstrakten Kunst, verbildlichte Ronte die in der klassischen modernen Kunst angewandte Grundlage „Punkt und Linie zur Fläche zu verbinden“ und den kompositorischen Bildaufbau.

Digitalisierung

Neu sei heutzutage im Zuge der Digitalisierung der Ansatz, dass ein Punkt als Pixel verstanden wird und sich aus dem Punkt ein Raster und dann ein Bild entwickele. Auf diese, aber unterschiedliche Weise entstanden auch die Werke Jensens und Schnackenbergs. Jensen gehe von quadratischen Pixeln aus und überlagere sie auf mehreren Ebenen übereinander, sodass das sich ergebene Abbild fragmentarisch Erinnerungen hervorrufe.

Schnackenberg gelingt auch der Kunstgriff, auf abstrakte Art Dagewesenes wiedererkennbar zu machen. Bei ihm weichen die quadratischen Pixel organischen und runden Punkten, die mit ihrem Raster Naturmotive reproduzieren. Während Jensen übereinander lagert, geht Schnackenberg von einem fertigen Abbild aus und reduziert dieses. Ein interessantes und harmonisches Zusammenspiel der beiden Künstler und der Gegensätze rund und eckig, zusammenlegen und wegnehmen.

Versucht man die Werke Jensens und Schnackenbergs zu beschreiben, gerät man in Schwierigkeiten, so ist sich der Kunsthistoriker Dieter Ronte sicher. Ein konkretes Bild, wie in dem Frühlingsgedicht von Ludwig Hölty, sei nicht zu finden, doch gerade das zeichne die Werke aus: Aufforderungscharakter mit offener Kommunikation. Die Dynamik erlaube es, „mit diesen Bildern zu sprechen, und das immer wieder aufs Neue“, sagte Ronte.

Nach Rontes einführenden Worten lud Anita Engert zum Austausch mit den Künstlern und über die Kunstwerke ein.

Ein positives Fazit zog Engert bereits kurz nach der Eröffnung der Ausstellung. Dank ihrer langjährigen Bemühungen, vor allem auch außerhalb der Indestadt, habe sie sich ein vielseitiges Netzwerk aufgebaut und konnte namhafte Künstler für ihre Galerie und ihre Ausstellungen engagieren. „Fragmente des Imaginären“ mit Birgit Jensen und Lars Ulrich Schnackenberg werden bis zum 30. Juni zu den Öffnungszeiten der Galerie Art Engert ausgestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert