Vermisstensuche und explodierte Häuser: Wochenendübung des THW

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Alle Hände voll zu tun: Bei den Übungen mussten immer wieder „vermisste” Personen geborgen werden.

Eschweiler. Während einer Wochenendübung auf dem THW-Übungsgelände in Wesel überprüfte Sascha Froese, Ausbildungsbeauftragter des Ortsverbandes Eschweiler, den Ausbildungsstand des Technischen Zuges.

Am frühen Freitagnachmittag machte sich bereits eine Vorhut von Küche, Übungsleitung und einigen Helfern auf die rund zweistündige Fahrt ins Übungsgelände, bevor am Abend der Rest der 33 ehrenamtlichen Kräfte folgte. Mit dem Beauftragten für die Öffentlichkeitsarbeit, Erwin Emmerich, hatte sich Sascha Froese vielfältige Schadenslagen und damit unterschiedliche Herausforderungen für die Einsatzeinheit unter der Leitung von Zugführer Gordon Sander ausgedacht.

Eisenbahnunglück

Gegen 23.30 Uhr startete man im Dunkeln mit der ersten Aufgabe. Ein mit Gefahrgutkennzeichen versehener Kesselwagen drohte nach einem Eisenbahnunglück vom Gleisbett zu kippen und wies nach dem Unfall ein kleines Leck auf. Neben der Ersterkundung, Gefahrstoffidentifizierung und Absicherung der Unfallstelle, musste die ordnungsgemäße Sicherung des Kesselwagens sowie die Leckabdichtung durchgeführt werden.

Aus sicherer Entfernung von der Unfallstelle konnte Zugführer Sander eine Identifizierung vornehmen, es handelte sich bei der Ladung um Industriealkohol. Alle weiteren Maßnahmen wie Schadstoffmessung und Absicherung der Unfallstelle wurden zunächst unter Atemschutz durchgeführt bis die Lage als „sicher” von der Übungsleitung definiert wurde. Nach der erforderlichen Ausleuchtung der Einsatzstelle wurde der Kesselwagen mittels Ketten und Greifzügen gesichert sowie das Leck mit Spanngurten abgedichtet. Zufrieden mit dieser ersten Übungsleistung wurde der Rückbau angeordnet.

Nach einem ausgiebigen Frühstück startete man mit einer Vermisstensuche in einer nach einer Explosion teilzerstörten Häuserzeile. Dort konnten die Einsatzkräfte vier Personen, dargestellt von mitgereisten Jugendlichen der THW-Jugendgruppe Eschweiler, orten. Die teilweise „verschütteten” Personen wurden ebenso aus den Trümmern befreit und nach einer Erstversorgung ihrer Verletzungen dem Rettungsdienst übergeben wie auch die in der Höhe eingeschlossenen Hausbewohner, deren Treppenhaus nicht mehr benutzbar war.

In einem weiteren Einsatzauftrag sollte Rettungsdiensten ein möglichst einfacher Zugang zu einem verunglückten Zug ermöglicht werden. Dazu wurde mittels des Einsatzgerüstsystems EGS eine Treppenkonstruktion auf eine mehrere Meter hohe Bahnböschung erstellt. Nach einem stärkenden Mittagsessen, aus der wie gewohnt guten Küche von Elke Fuhrig und Friedhelm Heckmann, ging es weiter, und es standen Aufgaben zur schweren Bergung an. So mussten nicht nur tonnenschwere Betonriegel mittels Hebekissen angehoben werden. Auch ein umgestürzter Linienbus musste mit dem Einsatz von Greifzügen aufgerichtet und dann auch wieder abgelegt werden.

Eine weitere Einsatzübung erforderte die Verwendung von sogenannten Schmutzwasserkreiselpumpen, Abseilgerät, Betonkettensäge und diverser Aufbruchhämmer. Und erneut waren die vier „vermissten” Personen sicher, schnell und korrekt geborgen worden. Der anstrengende Samstag wurde dann mit einem gemeinsamen Grillen beendet.

Für den Sonntag hatten die Planer noch eine Spezialaufgabe, die Bergung eines festgefahrenen Einsatzfahrzeuges, vorgesehen, und danach hieß es: aufräumen des Geländes und Verladen der mitgebrachten Ausrüstung. Nach der Rückreise in die Indestadt wurde die Einsatzbereitschaft des Technischen Zuges wieder hergestellt, und nach einer Abschlussmahlzeit beendete der Ortsbeauftragte Arnold Willecke mit seinen Dankesworten an die Küche und an alle Teilnehmer für die gezeigten Leistungen sowie die beiden Planer die diesjährige Wochenendübung des THW-Ortsverbandes Eschweiler.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Für an der ehrenamtlichen Mitarbeit im Technischen Hilfswerk Interessierte im Alter zwischen zehn und 55 Jahren bietet sich jeden Donnerstag ab 18 Uhr in der Unterkunft am Florianweg 3 (neben der Feuerwehr) die Gelegenheit sich über Ausrüstung und Aufgaben zu informieren.
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