Verkehrsunfälle: Schüler eindrucksvoll für Gefahren sensibilisiert

Von: se
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Norbert Janssen (3. von rechts) von der Feuerwehr Stolberg, Balthasar Tritey (3. von links) von der Polizei Alsdorf sowie Rettungsassistent Oliver Greven (5. von rechts) und Notarzt Rolf Overs-Frerker (5. von links) berichteten den Anwesenden von ihren Erlebnissen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Nicole Ramjoué (1. von rechts). Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Glück, Gesundheit, Reichtum sind nur einige der vielen Stichworte, die auf den gelben Klebezetteln stehen. Wurden diese zu Beginn der Veranstaltung noch an einen großen blauen Luftballon geklebt, so bedecken sie nun den Boden der Aula des Städtischen Gymnasiums.

Mit einem lauten Knall zerplatzte nicht nur der Luftballon, sondern auch die Lebensträume der rund 400 anwesenden Schüler. Dass diese Situation auch jederzeit im richtigen Leben eintreffen kann, wurde am Freitagmorgen deutlich. „Crash Kurs NRW“ heißt die Kampagne der Polizei, die vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde und Jugendliche vor Verkehrsunfällen bewahren soll. Schüler des Städtischen Gymnasiums, der Bischöflichen Liebfrauenschule sowie der Realschule Patternhof sahen an diesem Vormittag einprägsame Bilder und hörten eindrucksvolle Vorträge von Notärzten, Rettungssanitätern, Feuerwehrmännern und Polizisten.

Der Zeigefinger wurde von den Hauptakteuren jedoch nicht erhoben. Vielmehr standen die Emotionen im Vordergrund. Auf diese Weise soll nicht nur eine Aufklärung, sondern auch eine Verhaltensänderung der jungen Teilnehmer erfolgen. Über den Ernst der Veranstaltung machte auch Dr. Friedhelm Mersch, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums, aufmerksam: „Dies ist keine Spaßveranstaltung“, sagte er und verwies darauf: „Ich war bereits im letzten Jahr dabei und die Bilder sind mir sehr nah gegangen.“

Wurde zu Beginn noch vereinzelt getuschelt und gekichert, so verging den Schülern das Lachen schnell. Bilder von ausgebrannten Fahrzeugen und Kreuzen am Wegesrand machten ihnen bewusst, dass es sich um die Realität handelt, die auch in ihrem Leben eine Rolle spielen könnte. „Wir möchten verhindern, dass euch solche Unfälle passieren“, sagte Nicole Ramjoué von der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei, die die Moderation übernahm.

Norbert Janssen von der Feuerwehr Stolberg, Balthasar Tritey von der Polizei Alsdorf sowie Rettungsassistent Oliver Greven und Notarzt Rolf Overs-Frerker berichteten den Anwesenden von ihren Erlebnissen. Weit geöffnete Augen und offene Münder waren bei den Schülern keine Seltenheit, als sie hörten, wie ein 21-Jähriger vor den Augen der Rettungskräfte in seinem Wagen verbrannte. „Ich konnte den jungen Menschen noch erkennen. Er schaute mich an, aber die Flammen haben ihn verschlungen“, berichtete Janssen.

Der junge Mann, den Janssen beschrieb, verlor sein Leben, weil er auf dem Weg zur Arbeit bemerkte, dass er sein Berichtsheft vergessen hatte. Schnell wollte er nach Hause zurück um dieses zu holen, doch dort kam er nie an. Mit überhöhter Geschwindigkeit knallte der Wagen gegen einen Baum, der Fahrer wurde eingeklemmt, und das Fahrzeug fing Feuer.

„Man konnte nicht erkennen, was Mensch und was Auto ist“, beschrieb Janssen die Situation. Mit Bildern wie diesen müssen die Rettungskräfte leben. „Sie verblassen zwar, aber kommen in manchen Situationen immer wieder hoch“, erklärte Greven. Dass Bilder wie diese belastend sind, machte der Notarzt Rolf Overs-Freker deutlich: „Diese Bilder können krank machen. Solche Bilder wollen wir nicht haben und ihr könnt uns helfen, dass wir sie nicht bekommen.“

Doch nicht nur die Einsatzkräfte kamen an diesem Vormittag zu Wort. Auf der Leinwand sahen die Schüler Nadina Melchior, deren 15-jährige Tochter Linda bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Antidepressiva, Schlaftabletten und Gespräche mit Psychologen bestimmten nach dem Unfall das Leben der Mutter, das nie wieder so sein würde wie vorher. „Wir wollen, dass Folgendes in eurem Leben ausbleibt“, sagte Ramjoué und fuhr fort nachdem der blaue Luftballon zerplatzt war: „dass eure Lebensträume zerplatzen.“

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