Verkehrskontrollen: Polizei packt häufiger die Kelle aus

Von: Patrick Nowicki
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Da gehts lang: Wolfgang Robio
Da gehts lang: Wolfgang Robioneck und seine Kollegen gehen in diesen Wochen verstärkt gegen Wohnungseinbrecher vor. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Der große Fisch ging der Polizei nicht ins Netz. Aber wahrscheinlich haben die 14 Ordnungshüter dies auch nicht erwartet, als sie auf der Jülicher Straße die Fahrzeuge und ihre Insassen kontrollieren.

Über 100 Wagen nehmen sie unter die Lupe, blicken in den Kofferraum und ins Handschuhfach. Natürlich werden auch die Papiere inspiziert. Die Insassen lassen dies meistens lächelnd über sich ergehen - dies wäre wohl anders, hätten sie etwas auf dem Kerbholz.

„Die meisten Menschen haben Verständnis für die Kontrollen, sie sind sogar dankbar”, sagt Wolfgang Robioneck. Der 1. Polizeihauptkommissar ist Leiter des Bezirks- und Schwerpunktdienstes Süd in der Polizeiinspektion 2 im Südkreis. Die Menschen in Eschweiler wünschen sich mehr Polizeipräsenz und fordern auch, dass die Wache an der Preyerstraße rund um die Uhr besetzt ist. Die aktuellen Zahlen dürften das Gefühl der Sicherheit nicht gerade steigern: Wurden im vergangenen Jahr noch etwa 100 Wohnungseinbrüche vermerkt, so liegt die Zahl in diesem Jahr schon deutlich drüber.

Diesen Tätern will die Polizei auf die Schliche kommen und sie mit vermehrten Kontrollen abschrecken. Eschweiler ist nämlich vor allem für wandernde Einbruchsbanden attraktiv, wie Polizeisprecherin Sandra Schmitz betont: „Die gute Lage an der Autobahn macht sich in diesem Fall negativ bemerkbar.” Ein genaues Täterprofil lässt sich allerdings nicht erstellen, zu unterschiedlich sind die Fälle. Entweder werden die Einbrecher auf frischer Tat ertappt oder Kommissar Zufall spielt die entscheidende Rolle. Deswegen setzen die Behörden auch verstärkt Zivilpolizisten ein, die durch die Stadt patrouillieren.

Dennoch gibt es bestimmte Merkmale, die ein Indiz für einen Straftäter sein können. „Man bekommt einen Blick dafür”, meint Robioneck, während er mit der Kelle das nächste Fahrzeug an die Seite winkt. Fahrzeuge mit Kurzzulassung sind verdächtig, oft tarnen Täter nämlich ihre Autos mit solchen Nummernschildern. Allerdings schränkt Robioneck ein: „Wenn ich Einbrecher am Aussehen erkennen könnte, dann würde ich viel Geld verdienen.”

Dabei wäre diese Eigenschaft besonders derzeit sehr gefagt. Wenn die Tage dunkler werden, haben Einbrecher Hochkonjunktur. Meistens zwischen 17 und 20 Uhr steigen sie in die Häuser. Deswegen wurde auch im Aachener Polizeipräsidium eine besondere Ermittlungskommission eingerichtet. Kontrollen können sicherlich abschrecken, aber mehr noch sind die Ordnungshüter auf aufmerksame Hinweisgeber angewiesen. „Man sollte bei Auffälligkeiten sofort die Ein-eins-null wählen”, betont Sandra Schmitz.

Zum Hörer sollte man auch greifen, wenn verdächtige Personen länger an einem Auto stehen. In den vergangenen Monaten sind nämlich auch die Einbrüche in Fahrzeugen deutlich gestiegen. In diesem Fall lässt die Polizei Zahlen sprechen: Etwa 300 Diebstähle aus Autos wurden in diesem Jahr bereits gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es noch 200. Im Gegenzug wurden weniger Fahrzeuge gestohlen, nämlich bisher 20 (2010: 30). Erfreulich sind diese Zahlen nicht.

„Wenn wir solche Entwicklungen feststellen, dann sind wir schwerpunktmäßig vor Ort”, so Wolfgang Robioneck. Nicht nur bei großangelegten Kontrollen, auch bei der alltäglichen Arbeit. Der Blick in die Wagen kann sich dennoch lohnen. „Wir haben einmal Metalldiebe erwischt, die sich im Taxi chauffieren ließen”, berichtet er und schmunzelt. Während er und seine Kollegen in Eschweiler leer ausgehen, fasst die Polizei bei zeitgleichen Kontrollen in der Städteregion zwei Personen, die mit Haftbefehl gesucht werden.
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