Verjüngungskur für die halbe Innenstadt

Von: Rudolf Müller
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Es ist fast fünfmal so groß wie der nahe Marktplatz (unten), das Areal von City-Center, Hertie-Immobilie und Parkhaus zwischen Wollenweberstraße, Peilsgasse, Dürener Straße und Rathaus, dem Investoren im kommenden Jahr ein völlig neues Gesicht geben wollen. Foto: Rudolf Müller
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Auch hier wird sich einiges ändern: Der Rathausvorplatz steht ebenso zur Disposition wie die Gestaltung des Inde-Ufers. Und auch über einen Rückbau der Indestraße in diesem Bereich wird wieder nachgedacht.

Eschweiler. Was genau die der Abrissbirne überantworteten Gebäude von City-Center, Hertie und Parkhaus samt der Moschee an der Wollenweberstraße und dem landwirtschaftlichen Anwesen an der Ecke Peilsgasse ersetzen wird, das wird man erst im Dezember wissen.

Dann steht der „Stadtumbauvertrag“ zwischen den Investoren Bernd Pieroth und Ralf Schumacher sowie der Indestadt zur Unterzeichnung an. Fest steht aber schon jetzt, dass sich die Umgestaltungsmaßnahmen nicht auf das im August von Pieroth/Schumacher gekaufte Areal beschränken werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Chancen gut stehen, für weitere Entwicklungsakzente satte Fördermittel – sprich: 80 Prozent – von Bund und Land zu erhalten.

Bereits um die Jahrtausendwende ließ die Stadt ein Entwicklungskonzept für die Innenstadt erarbeiten, das zwischen 2010 und 2012 für den Bereich der nördlichen Innenstadt fortgeschrieben und konkretisiert wurde. Jetzt, wo mit der Überplanung des City-Center-/Hertie-Areals ein bedeutendes Filetstück der nördlichen Innenstadt zur Erneuerung ansteht, sieht die Stadt ihre Chance, mit der zweiten Fortschreibung des „Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt-Nord“ weitere Stadtmodernisierungsakzente zu setzen. Dabei gilt nach wie vor das 2010/12 formulierte Leitbild: „Die nördliche Innenstadt ist zukünftig als ,historisches Herz‘ von Eschweiler mit den Schwerpunkten innerstädtisches Wohnen, Gastronomie und Büro-Dienstleistungsnutzungen gezielt weiter zu entwickeln.“ In sieben Handlungsfeldern sollen im Laufe der nächsten fünf Jahre zahlreiche Themen angegangen werden:

Wohnen: Verbesserung der Wohnumfeld- und Aufenthaltsqualität, Flächen für neue Wohnprojekte aktivieren, Wohnbestand an zeitgemäße Anforderung anpassen, Verbesserung der Angebote für behindertengerechtes und Mehrgenerationen-Wohnen.

Handel und Gastronomie: Markt und Schnellengasse als gemischt genutztes Quartier mit Schwerpunkt qualitätvoller Gastronomie entwickeln, Stärkung des Versorgungsstandorts durch gezielte Handelsansiedlung im Bereich City-Center/Hertie-Komplex.

Büro und Dienstleistung: Entwicklungsansätze für die weitere Entwicklung als Büro- und Dienstleistungsstandort nutzen (z. B. Rathaus und City-Center-/Hertie-Komplex).

Flächennutzung: Mindernutzungen und Baulücken gezielt neu beleben.

Stadtgestaltung: Aufwertung der Eingangssituationen (insbesondere von Süden her), Aufwertung privater Fassaden, Straßenraumgestaltung.

Freiraum und Umwelt: Potenziale der Inde nutzen, Freiflächen (z. B. Rathausvorplatz) qualifizieren, Grünanteil im Straßenraum erhöhen.

Verkehr: Rückbaumöglichkeiten der Indestraße prüfen, Durchlässigkeit des Quartiers für Fußgänger und Radfahrer optimieren.

Zu den bis 2021 geplanten Maßnahmen gehören neben einer Umgestaltung des Rathausvorplatzes und des Rathausumfeldes, die in ihrem Erscheinungsbild mit der Indepromenade und dem Investorenprojekt von Pieroth und Schumacher korrespondieren sollen, auch eine Umgestaltung der Inde-straße im Bereich des Rathauses und die Schaffung eines „Indebalkons". Hinter den Letztgenannten könnte sich letzlich auchetwa ein Rückbau der Straße und eine Treppenanlage zum Flussbett verbergen.

Dass Eschweiler mit seinem Konzept, zum dem auch die Umgestaltung der Wollenweberstraße, Begrünungs- und Beleuchtungsmaßnahmen in der Dürener Straße und der Peilsgasse und die Aufwertung der Fußgängerbrücke in Höhe City-Center als Anbindung an die südliche Innenstadt gehören, in den Genuss öffentlicher Fördermittel kommen wird, steht für Beigeordneten Hermann Gödde außer Zweifel.

„Wir haben bereits mehrere Sitzungen mit der Bezirksregierung gehabt. Von dort kommen wirklich sehr positive Signale.“ Ähnlich positiv bewertet Gödde auch die Kontakte zu Pieroth und Schumacher. In Gesprächen sei man auf dem Weg, die Vorstellungen der Stadt und der Investoren über die Gestaltung des City-Center-/Hertie-Areals deckungsgleich zu bekommen. „Wir sind in einem kooperativen Verfahren mit den Investoren; da sitzt auch die Bezirksregierung oft mit am Tisch.“

9500 Quadratmeter Einzelhandel

Die Eckdaten des Projekts von Bernd Pieroth und Ralf Schumacher: rund 9500 Quadratmeter Einzelhandelsflächen (unter anderem für einen Vollsortimenter), an die 4000 Quadratmeter Dienstleistungsflächen (auch für private Büronutzungen), circa 2000 Quadratmeter Wohnflächen (unter anderem für barrierefreie Wohnungen) und eine Kindertagesstätte von rund 700 Quadratmetern plus Außenflächen.

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