Vereinigung der Ex-Zeremonienmeister feiert 44-jähriges Bestehen

Von: vr
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Der Prinzen „Jlöck“ feiert jeckes Jubiläum. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Er ist der Eisbrecher, er geht voran und hält den Rücken frei, ist Lautsprecher und stiller Berater, tanzt, singt, feiert, behält aber immer den Überblick und weicht in den schönsten, aber auch stressigsten Tagen des Jahres seinem Prinzen nie von der Seite.

Seit 63 Jahren sind die Prinzen im Eschweiler Karneval nicht alleine unterwegs und können sich auf ihre „Zerms“ verlassen. Grund genug, sich einmal bei allen ehemaligen Zeremonienmeistern der Indestadt zu bedanken – anlässlich des 44-jährigen Bestehens der Vereinigung der Ex-Zeremonienmeister am vergangenen Samstag.

„Wat e Herjott Jlöck, dat mer üch Zeremonienmeester han!“ Die Worte zum Schluss seiner Laudatio kamen aus tiefstem Herzen. Karnevalskomiteepräsident Norbert Weiland gratulierte gemeinsam mit den Ex-Prinzen und Vertretern der Karnevalsgesellschaften in der „Delio-Arena“ zum närrischen Jubiläum der Vereinigung der Ex-Zeremonienmeister.

Dabei hatte es diese im rheinischen Karneval einzigartige Position nicht von Beginn der Eischwieler Fastelovend an gegeben: Beim ersten Rosenmontagszug nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 musste das närrische Volk noch ohne Tollitäten auskommen, bevor 1952 Prinz Georg I. (Lingemann) mit „Fatti-Franz“ Adolphs zum ersten Mal als närrisches Duo die Regentschaft über die Indestadt-Jecken übernehmen konnte.

Die Geschichte vom einsamen Prinzen zelebrierte Norbert Weiland in seiner Laudatio, doch ein Dreigestirn, eine „Venetia“ oder gar ein „Hofstaat“ wären den Eschweiler Karnevalisten nie in den Sinn gekommen: „Mer müsse ne Käll vür alles han!“. „Ene namens Jupp“ sei dann auf die Idee gekommen, so Weiland, es wie im einstigen Kaiserreich zu machen, wo der Auftritt der Monarchen stets feierlich angekündigt wurde. Der Zeremonienmeister war geboren, denn „wat in Sanssouci bekannt, es jraad jenug am Indestrand!“.

Eindrucksvolle Diashow

Mit einer eindrucksvollen Diashow erinnerten die Sprecher der Vereinigung der Ex-Zeremonienmeister, Willi Münchow, Toni Peters und Mathias Delhey, an sämtliche prinzlichen Gespanne von Prinz Georg I. mit Zeremonienmeister „Fatti-Franz“ (1952) bis Prinz Thomas I. mit „Zerm“ Hucky (2015) und erzählten Anekdoten von Ausflügen ins Aachener Rotlichtviertel, Karnevals-Bazillus-Attacken beim Prinzen-Chauffeurdienst und spontanen, verletzungs bedingten Flüchen bei bereits geöffnetem Mikrofon vor dem Einzug in den Saal.

Für sein Jubiläum als Zeremonienmeister vor 55 Jahren wurde Heinz Hesseler geehrt, Heinrich Birfeld für 33 Jahre, Dr. Felix Weinberg für 22 Jahre und Michael Hirtz für 11 Jahre. Natürlich ließen es sich die Vollblut-Karnevalisten am Samstagabend nicht nehmen, dem Geburtstagskind Wolfgang Rosenfeld, Prinz der Session 2012/2013, lautstark zu gratulieren.

Ein anderes Geburtstagskind konnte nicht anwesend sein, in Vertretung für Eschweilers Ersten Bürger Rudi Bertram übernahm die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt die Gratulation und lobte an dieser Stellte das ehrenamtliche Engagement der Karnevalisten, gerade auch im Hinblick auf die Jugendarbeit.

Stichwort „Jugendarbeit“: Mit ihrem Auftritt als Schornsteinfeger und Glücksfeen feierte die neu formierte Rote-Funken-Showtanzgruppe „Can´t Stop“ eine gelungene Premiere. Josi Brandt von der KG Nothberger Burgwache rundete den gelungenen Jubiläumsabend mit reichlich Lachmuskeltraining ab.

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