Verbeugung vor dem Kulturgut Volkslied

Von: Friedhelm Ebbbecke-Bückendorf
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Gemeinsam sangen der Eschweile
Gemeinsam sangen der Eschweiler Kammerchor Cantabile und der Jülicher Figuralchor am Sonntag in Herz Jesu am Sonntag beim Konzert „Europa singt” in der vom Abendsonnenschein erleuchteten Kirche Herz Jesu das Schlusslied. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Ernst, schlicht und anrührend haben beide Chöre zum Abschluss „Der Mond ist aufgegangen” gesungen. Das stimmte zwar nicht in Wirklichkeit, aber immerhin war die Sonne während des Konzertes immer tiefer gesunken, das bunte Licht der Kirchenfenster malte abendlich warme Farben in den Altarraum der Kirchen „Herz Jesu” in Eschweiler-Ost.

Ein stimmungsvolles Bild, passend zu den volkstümlichen Liedern aus ganz Europa, die der Eschweiler Kammerchor Cantabile und der Figuralchor aus Jülich dort sangen.

„Europa singt”

„Europa singt” war das Thema des spätsommerlichen Chorkonzerts, zu dem „Cantabile” eingeladen hatte. Wie stets in die Kirche Herz Jesu und wie stets, ohne Eintritt zu verlangen. „Wie immer bitten wir nach dem Konzert um eine kleine Spende in eines der Körbchen am Ausgang, so es ihnen gefallen hat - wenn es ihnen nicht gefallen hat, dann lassen sie bitte das bisschen, was drin ist, dort”, bat mit trockenem Humor Chorsprecher Peter Adrian, der die Besucher in der fast voll besetzten Kirche auch durch das Programm führte.

Das Chorkonzert war eine Reverenz an das Volkslied und ein Appell, diesen über Jahrhunderte entstandenen musikalischen Schatz neu zu entdecken. Die 13 Sängerinnen und Sänger des Eschweiler Chores stellten auf ihre wunderbar dynamische, intonationssichere Art vor allem Lieder aus Frankreich vor, zum Teil Jahrhunderte alte Stücke, meist in Bearbeitungen moderner Komponisten. In einem späteren Abschnitt des Konzertes sangen sie Lieder aus Italien, Spanien, England und Albanien. Gregor Josephs war dabei wie immer ein ebenso temperamentvoller und fordernder wie auch einfühlsamer Chorleiter.

Zu Gast war am Sonntag der Jülicher Figuralchor. Dieser über 30 Mitglieder starke Chor, geleitet von Ilona Baum, bedankte sich mit seinem Auftritt in Eschweiler für einen Gastauftritt von „Cantabile” im Juni des vorigen Jahres in der Schlosskapelle der Jülicher Zitadelle. Der Figuralchor bot eine Auswahl deutscher Volkslieder - mal sanft und innig wie das Liebeslied „Wach auf, meins Herzens Schöne”, mal von überschäumender Ausgelassenheit wie bei dem Scherzlied „Zu Regensburg auf der Kirchtumspitz”.

Virtuoses Können

Die modernen Arrangements der Volkslieder forderten geradezu virtuoses Können der Sängerinnen und Sänger, wie etwa bei den Vogelrufen in „Kuckuck, Kuckuck, rufts aus dem Wald”, doch stand bei allem der Volksliedcharakter im Vordergrund. Ganz besonders eindrucksvoll: das Minnelied „Chum, chum, Geselle min” aus dem 13. Jahrhundert. Das Publikum spendete beiden Chören immer wieder begeisterten Applaus.

Volkslieder, so interpretiert, sind nicht antiquiert, nicht verstaubt, befand Peter Adrian zu Recht und wies kurz auf die Initiative „SOS - Save our Songs” hin, die sich um das Erhalten der Volkslieder kümmert. So dargeboten wie am Sonntag klingen diese Lieder frisch, zeitgemäß, sie machen Lust darauf, selber wieder einmal Volkslieder zu singen, in der Familie oder im Freundeskreis. Es muss gar nicht auf so hohem künstlerischen Niveau sein, wie es die beiden Chöre am Sonntag in Herz Jesu vorgemacht haben. Volkslieder entfalten ihre Wirkung auch, wenn die schlichten, eingängigen Melodien dieser Lieder einfach nur im froher Runde gesungen werden.
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