Eschweiler - Vandalismus und Müll bereiten Probleme

Vandalismus und Müll bereiten Probleme

Von: Andreas Gabbert
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Ein beliebtes Ziel: Der Stadtw
Ein beliebtes Ziel: Der Stadtwald dient vielen Menschen als Naherholungsgebiet, in dem aber auch den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Das spiegelt sich auch im von Försterin Susanne Gohde vorgestellten Wirtschaftsplan wider. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Der Wirtschaftsplan 2012 für den Stadtwald liegt jetzt vor. Demnach stehen im Jahr 2012 Einnahmen von 30.550 Euro Ausgaben von 161.822 Euro gegenüber. Die Einnahmen werden durch den Holzeinschlag erzielt.

Mit 25.500 Euro liegt der Erlös aber deutlich unter dem aus dem Jahr 2011 (55.497,92 Euro). „Nach einem Sturm wie „Xynthia” kann nicht nachhaltig auf dem normalen Niveau Holz eingeschlagen werden”, erklärte Försterin Susanne Gohde am Donnerstag im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss bei der Vorlage ihrer Planungen für 2012.

Die Planung sieht einen Holzeinschlag von 885 Festmeter vor. Dabei liegt der Anteil der Fichte bei 42, der Erle und Birke bei 28, der Pappel bei 12 und der Rotbuche bei 8 Prozent. Der Anteil sonstiger Baumarten liegt bei 10 Prozent. Zur Schonung des Waldbodens und der Waldbestände würden die Holzrückearbeiten mit modernen Forstmaschinen ausgeführt, die möglichst bei trockener oder frostiger Witterung eingesetzt werden, erklärte Gohde. Die restlichen 5050 Euro fließen durch die Reitabgabe der Städteregion in die Kasse.

7140 neue Pflanzen

161.822,50 Euro sollen in diesem Jahr für Neupflanzungen, Forstschutz, Bestandspflege, Wegebau, Maschinen und Geräte, Sozialfunktion und andere Betriebsmaßnahmen ausgegeben werden. Im Jahr 2011 beliefen sich die Kosten noch auf 186.060,54 Euro.

Die Neupflanzungen schlagen mit 12.540 Euro zu Buche. Bis zum Frühjahr sind Pflanzungen von 6340 Stück Laubholz und 800 Stück Nadelholz vorgesehen. Im Jahr 2011 waren es 21.213 Stück Laubholz und 2124 Stück Nadelholz. Der Schwerpunkt liegt auf den Windwurfflächen, wo jetzt erneut Rotbuchen und Traubeneichen gepflanzt werden sollen. Die umfangreichen Aufforstungen der Sturmholzflächen aus den Jahren 1990 bis 2011 erzeugten einen überdurchschnittlichen Kulturflächenanteil (neue Pflanzflächen für junge Bäume), dessen Bestandssicherung als vorrangig anzusehen ist. Der Umfang der Jungwuchspflege beträgt 16,54 ha.

Für den Forstschutz sollen 2300 Euro ausgegeben werden (2011 = 5900 Euro). Die doppelt so hohen Ausgaben im Jahr 2011 seien durch den Bau von Zäunen zustande gekommen, erklärte die Försterin. Der biologisch-technischen Schädlingsbekämpfung wird im Eschweiler Stadtwald in ganz besonderem Umfang Rechnung getragen. Im Forstwirtschaftsjahr 2012 sind die Fortführung und Erweiterung des intensiven Vogel- und Fledermausschutzes, die Pflege und Erhaltung des Bestandes der Waldameise und die Bekämpfung der Borkenkäfer vorgesehen.

Aufwendungen zum Schutz der Pflanzen gegen Wildverbiss seien nur in sehr geringem Umfang erforderlich, sagte Gohde. Durch wiederholten Vandalismus müssen zwei Eichenaufforstungsflächen sowie eine andere eingezäunte Fläche zweimal jährlich kontrolliert werden. Dort wurden die Zäune immer wieder aufgeschnitten. „Ich weiß nicht, ob diese Leute Bäume rausholen oder die Rehe reinlassen wollen”, sagte Gohde.

Aufgrund der geringen Bedarfsmeldungen anderer Waldbesitzer beim Regionalforstamt wird in diesem keine Kompensationskalkung zur Angleichung des ph-Wertes des Bodens vorgenommen.

Für die Bestandspflege sind 2570 Euro veranschlagt. 2011 waren es 617,08 Euro. Bei der Jungbestandspflege werden hauptsächlich junge, schlecht geformte Vorwüchse (Protze), kranke Individuen und andere Baumarten, die nicht der gewünschten Entwicklung entsprechen, mit der Motorsäge entfernt. Für 2012 ist die Jungbestandspflege auf einer Fläche von 5,23 ha vorgesehen.

Für den Wegebau stehen 2012 11.800 Euro zur Verfügung (2011 = 10 629,45 Euro). Die Planungen beinhalten die Instandsetzung von Deckschichten und die Beseitigung von Schlaglöchern auf den Parkplätzen. Gräben und Durchlässe müssen instand gesetzt werden. Außerdem müssen die durch den Abtransport des Holzes entstehenden Schäden beseitigt werden.

In die Rubrik „Maschinen und Geräte” fallen wiederkehrende Kosten für die Unterhaltung des Unimogs, für Geräte, Motorsägen und den Dienstwagen der Revierleiterin. Dafür sind 29.300 Euro verplant (2011 = 26.412,12 Euro).

Der Stadtwald erfüllt auch eine soziale Funktion, zum Beispiel als stark frequentiertes Naherholungsgebiet, in dem aber auch den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Das spiegelt sich auch in den Ausgaben in Höhe von 23.975 Euro (2011 = 16.607,17) wider. Die Ausgaben im Bereich der Erholungseinrichtungen umfassen u.a. die Reparatur und Unterhaltung von Bänken, Abfallkörben, Schutzhütten, Informationstafeln und die Beseitigung von Müll. „Der Wilde Müll ist nach wie vor ein Problem, weil die Aufwendungen, insbesondere an Stadtwaldstraßen und -parkplätzen unverändert hoch sind”, sagte Gohde. 2011 mussten dafür Lohnkosten in Höhe von 3612,60 Euro aufgebracht werden. „Das entspricht den Arbeitsstunden von zwei Monaten.”

Die Pflege des Reitwegesystems wird seit 2008 durch die Stadt koordiniert und von Unternehmen bzw. der Waldjugend Würselen ausgeführt. Die Kosten werden zu 100 Prozent aus der Reitabgabe der Städteregion finanziert. Im Jahr 2011 wurden Aufträge in Höhe von 6000 Euro vergeben. Die Städteregion kündigte an, dass im Jahr 2012 rund 5000 Euro bereitgestellt werden können.

Schutz von Fledermäusen

Im Bereich des Biotop- und Artenschutzes sind folgende Maßnahmen vorgesehen: das artgerechte Herrichten von Feuchtgebieten, das Anpflanzen von heimischen Sträuchern am Rande von Beständen und entlang von Waldwegen, Maßnahmen zum Erhalt und zur Vermehrung der Roten Waldameise, zum Schutz von Fledermäusen sowie zum Erhalt der Orchideenvorkommen im Stadtwald.

56.425 Euro werden in diesem Jahr für die übrigen Betriebsmaßnahmen fällig (2011 = 60.467,77 Euro). Dazu gehören zum Beispiel das Bereitstellen von Maigrün und Weihnachtsbäumen für Schulen und öffentliche Einrichtungen, die Unterhaltung des „Waldarbeiterschutzwagens”, die Unterhaltung der Werkstätten der Forstwirte, die Beschaffung von Schutzkleidung und baumpflegerische Maßnahmen zur Wahrung der Verkehrssicherheit.

Waldführungen und Vorträge

Nicht im Forstwirtschaftsplan enthalten sind die Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Im vergangenen Jahr wurden Veranstaltungen (Waldführungen und Vorträge) organisiert, an denen insgesamt rund 500 Personen (davon etwa 400 aus Schulen und Kindergärten) teilnahmen. Am 14. Juli 2011 veranstaltete die städtische Forstverwaltung in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde zum zweiten Mal die Waldjugendspiele der Städteregion im Eschweiler Stadtwald. Insgesamt wurden rund 190 Schüler (acht dritte Klassen aus vier Grundschulen) mit acht Patenförstern entlang eines drei Kilometer langen Parcours die Natur und der Wald mit Gemeinschaftsspielen und Wissensfragen näher gebracht.

Im vergangenen Jahr wurde im Anschluss an eine Waldführung mit den Kindern der Grundschule Weisweiler der Baum des Jahres 2011, die „Elsbeere”, gepflanzt. Baum des Jahres 2012 ist die „Europäische Lärche”. Eine entsprechende Pflanzaktion ist auch in diesem Jahr vorgesehen.

Am 26. August findet der 4. Eschweiler Waldtag zwischen dem Forsthaus und Killewittchen statt.

Waldzertifizierung nach PEFC

Die allgemeinen Standards zur Behandlung des Eschweiler Waldes sind so ausgerichtet, dass dieser jederzeit die Kriterien der Waldzertifizierung nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) erfüllt.

Zwischenzeitlich werden bei der Preisbildung am Holzmarkt bei nicht vorhandener Zertifizierung Abschläge von mindestens 1 Euro pro Festmeter Holz berücksichtigt.

Aus diesem Grund hat die Stadt Eschweiler die Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung der PEFC-Standards unterzeichnet und darf damit das PEFC-Siegel führen.

Mit der Unterzeichnung hat sich die Stadt verpflichtet, im Falle einer Vor-Ort-Kontrolle dem Gutachter Zugang zu gewähren und betriebsinterne Daten, die für die Erfassung der Waldbewirtschaftung wichtig sind, zur Verfügung zu stellen.

Die jährlichen Gebühren betragen 67,81 Euro.

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