Eschweiler - Ute Bodden lässt im Becken keinen untergehen

Ute Bodden lässt im Becken keinen untergehen

Von: Andreas Gabbert und Carmen Welsch
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Das Freibad ist wohl die beste Adresse bei den derzeitigen Temperaturen. Fußpilz ist dagegen weniger willkommen. Eine Infektion lässt sich recht einfach vermeiden. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Kaum ist die Sonne aufgegangen macht sich Ute Bodden schon auf den Weg ins Freibad „Am Blausteinsee”. Es ist 6 Uhr am Morgen, sie ist die Erste - wie meistens. Während andere noch im Bett liegen, bereitet sie bereits alles für den Ansturm der Badegäste vor. Schließlich soll heute wieder ein besonders heißer Tag werden.

Nachdem sie das Wechselgeld für die Kasse abgezählt und die Duschen und Umkleiden kontrolliert hat, geht es erst mal auf die Rutsche. Nicht aus Spaß - zur Kontrolle. Vorsichtig geht sie jeden Meter der 96 Meter langen Rutsche ab. Den Blick ständig auf die Rutschbahn gerichtet - auf der Suche nach Scherben und Verunreinigungen, die ungebetene Besucher möglicherweise nachts hinterlassen haben.

„Rutschig ist das nicht. Das Wasser läuft ja noch nicht. Aber es wackelt etwas. Man muss schon schwindelfrei sein”, sagt die 44-jährige Schwimmmeisterin. Seit 27 Jahren ist sie bereits in ihrem Beruf tätig und sorgt für Sauberkeit und Sicherheit im Freibad. In ihrer Heimatstadt kennt die gebürtige Eschweilerin fast jedes Kind. Die meisten dutzen sie. Ihnen das Schwimmen beizubringen macht ihr besonders viel Spaß und sie auch ein wenig stolz. „Die kommen ein Leben lang und sagen, da hab ich schwimmen gelernt.”

Ein Gewirr von Rohren

Nach einem Kontrollgang um die Becken überprüft sie die Technik der Wasseraufbereitungsanlage. Die ist unter dem Aufsichtsturm der Bademeister versteckt. Ein Gewirr von Rohren und Leitungen durchzieht den von neonröhren erleuchteten Raum. Es brummt und man hört die Pumpen laufen. „Wir können die Anlage zwar bedienen, müssen sie allerdings nicht reparieren können”, erklärt Bodden.

Mittlerweile sind auch schon die ersten Gäste eingetroffen. „Wenn wir um sieben öffnen, stehen die ersten bereits um 6.30 Uhr vor der Tür”, sagt Ute Bodden. Bei gutem Wetter besuchen an Werktagen 1100 bis 1200 Gäste das Freibad. An Wochenenden können es auch 1500 bis 1800 sein. So früh am Morgen ist aber noch nicht viel los. Die meisten kommen nach 14 Uhr.

Nachdem Ute Bodden alle Vorbereitungen getroffen hat, bezieht sie ihren Posten im kühlen Schwimmmeisterraum. Von dort hat sie einen guten Überblick auf die umliegenden Becken. Außerdem erleichtern Kameras, deren Bilder sie auf einem Computermonitor verfolgen kann, die Beaufsichtigung. Wachsam verfolgen ihre Augen das Treiben auf der Rutsche. Darauf achtet sie besonders gut, da kleine Kinder in dem 1,35 Meter tiefen Becken nicht stehen können. Deshalb ärgert es sie auch, wenn Eltern es sich bei einem Kaffee oder auf der Liegewiese gemütlich machen und ihre Kinder unbeaufsichtigt im Wasser spielen lassen.

Wie so etwas ausgehen kann, hat sie selber schon erlebt. Zwar nicht in diesem Freibad, dennoch ist ihr das Erlebnis nachhaltig in Erinnerung geblieben. Beim Schulschwimmen musste sie einen achtjährigen Jungen wiederbeleben. „In dem Moment bekommt man einen heftigen Adrenalinschub. Plötzlich kann man Sachen, die man sonst nicht kann. Danach liegen die Nerven richtig blank” sagt die Bademeisterin nachdenklich.

Damit sie und ihre Kollegen für solche Situationen gut gerüstet sind, belegen sie jährlich einen Herz-Lungen-Wiederbelebungskurs und auch die Rettungsprüfung muss alle drei Jahre wiederholt werden.

Im Freibad Dürwiß kümmern sich bis zu sechs Personen um das Wohl und die Sicherheit der Badegäste. Als Chefin ist Ute Bodden auch für die Koordination der Arbeitsabläufe verantwortlich - auch wenn sie nicht gerne den Chef raushängen lässt. „Wir sind ein Team”, betont sie immer wieder.

Am Abend, wenn alle Gäste gegangen sind, ist für Ute Bodden und ihr Team aber noch lange nicht Feierabend. Nun geht die gleiche Prozedur wie am Morgen wieder von vorne los: Alles säubern und kontrollieren.
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