Unterwegs in Uta Rotermunds Alphabet der Wechseljahre

Letzte Aktualisierung:
8938171.jpg
Die Kabarettistin Uta Rotermund amüsierte das Publikum mit scharfem Humor sowie leisen Tönen im Kulturzentrum Talbahnhof. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. Mit den verheißungsvollen Worten „willkommen zu der Show ,der Greis ist heiß‘“, hat Uta Rotermund die Gäste begrüßt und gab damit die weitere Marschrichtung des unterhaltsamen Abends vor. In ihrem aktuellen Programm „50 plus! Seniorenteller?“ beschäftigt die Kabarettistin sich ausgiebig mit dem Älterwerden.

Das klang im Talbahnhof unter anderem so: „Praktisch denken – Särge schenken“. Ihr Fokus lag auf dem Alterungsprozess des eigenen Geschlechts, doch auch die Männer wurden mit teils scharfen Pointen bedacht.

Konstatierte sie noch recht liebevoll, dass „Männer von der Pubertät nahtlos dem Altersstarrsinn anheimfallen“, so bediente Rotermund sich in der Folge schwärzestem Humor. Sie empfahl den Frauen, bei deren Männern es „für die Abwrackprämie schon zu spät ist“, als Lösung die „Hausschlachtung“. Der anschließend wohlschmeckend zubereitete „eheliche Satansbraten“ entlaste zudem die Rentenkasse.

Aus der Redewendung „Frauen haben immer den Kopf in den Wolken, die Männer hingegen die Füße auf dem Boden“ folgerte die Kabarettistin messerscharf: „Nur, wer immer die Füße auf dem Boden hat, kann nie die Unterhose wechseln“.

Auch wenn manche Frauen über 50 sich in Schrankwände zu verwandeln scheinen, seien sie grundsätzlich wie Diamanten – geschliffen, strahlend schön und gehärtet. Sie wissen auch, dass Männer nie langweilig sind, sondern „höchstens ein wenig inturbulent“. Zu körperlichen Alterungserscheinungen verkündete Rotermund Weisheiten wie: „Irgendwann wird jede Brust katholisch. Sie geht in die Knie“. Andererseits mutmaßte sie: „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir alle aussehen wie Spargelstangen mit zwei Melonen, hätte er uns auf dem Feld wachsen lassen“.

Zur Freude des Publikums nahm Rotermund Seniorenspielplätze unter die Lupe – nach dem Motto „mobil statt senil“ oder „turne bis zur Urne“. Für die häusliche Situation gab sie den Tipp, vor dem Fernsehgerät einfach zwei Stöcke in die Hand zu nehmen. „Das ist dann gleich Nordic-Fernsehen.“ Das „kleine Alphabet der Wechseljahre“ und sarkastische Lebenshilfen wie „gegen chronische Migräne hilft oft schon ein guter Scheidungsanwalt“ oder „Wellfleisch kommt von Wellness“ amüsierten die Gäste im Talbahnhof.

Rotermund schlüpfte in die Rolle eines „verrückten Althuhns“ und fragte nach „dem Sinn des Legens“; die Kabarettistin gab sich vielschichtig, beherrschte mehrere Varianten von Humor und streute immer wieder auch ernste Töne in ihr Programm ein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert