Unternehmer Marc Klejbor verrät die Geheimnisse seines Erfolgs

Von: Rudolf Müller
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Fehler gemacht? Kein Problem! Fehler sind die Basis des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, kurz: KVP, im Unternehmen Klejbor. Hier Marc Klejbor im KVP-Gespräch mit Mitarbeiterin Christine Baumann.

Eschweiler. Das größte Kapital eines Unternehmens sind die Mitarbeiter. Ein Satz, den man bei Jubiläen und anderen Anlässen immer wieder gern vollmundig auch aus Unternehmermund hört. Bis es zum Schwur kommt. Bei Marc Klejbor war dies im Frühjahr 2005 der Fall.

Damals war seine 1998 eröffnete Diskothek im Gewerbegebiet Königsbenden in Teilen dringend renovierungsbedürftig – Klejbor benötigte einen sechsstelligen Kredit. Das aber wollte seine Hausbank ihm nur gewähren, wenn er Personalkosten einspare, sprich: das Team verschlanke. Marc Klejbor und seine Frau Sabine teilten das ihren Mitarbeitern mit – und lehnten ab. Die nötigen Investitionen wurden mit einem teureren Lieferantendarlehen umgesetzt. „Und siehe da: Ein Jahr später gab es Bestnoten im Ranking von genau dieser Bank“, berichtet der Unternehmer. „Denn die Umsätze stiegen. Das lag nicht nur an der gestiegenen Attraktivität der Erlebnisbereiche, sondern vor allen Dingen an der überspringenden Motivation unserer Mitarbeiter.“

Begeisterte Mitarbeiter – florierendes Unternehmen. Der Chef der „Klejbor‘s Entertainment Factory“ weiß wovon er spricht. Weil er und seine Frau die Erfolgsgeschichte selbst geschrieben haben. 2008 wurde ihre Diskothek als erste Disco weltweit nach DIN Iso 9001 – der Norm für Qualitätsmanagement – zertifiziert. 2010 erhielten sie den Ludwig-Erhard-Preis als „Bestes mittelständisches Unternehmen in Deutschland“. Der Preis gilt als der Deutsche Excellence-Preis und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. Vergeben wird er auf der Basis eines intensiven Bewertungsprozesses an Organisationen und Unternehmen, die sich durch ein ganzheitliches Managementsystem und den nachhaltigen Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit auszeichnen. Wieder ein Jahr später, so berichtet Marc Klejbor, konnten sie den zweimillionsten Gast begrüßen. „Sie“ – das ist ein Team aus rund 140 Mitarbeitern, das es auf einen Jahresumsatz von etwa drei Millionen Euro bringt.

Sein Erfolgsgeheimnis schildert Marc Klejbor nun in einem gerade erschienenen Buch. Titel: „Rituale der Wertschätzung. 37 Erfolgswege, um die Herzen Ihrer Mitarbeiter zu erobern“. Rituale sind wichtig. „Jeder Mensch liebt die Wiederholung von positiven Ereignissen“, weiß Marc Klejbor. „Alls schön vorhersehbare Erlebnishäppchen, die uns nicht überfordern.“ Schon die Vorfreude darauf kann sich positiv nutzen lassen: „Wenn ich weiß, wann wieder ein Ritual ansteht, kann ich die Magie der Vorfreude nutzen. Ich kann über die Kommunikation einen Spannungsbogen aufbauen und zum Beispiel – wie beim Ritual des Adventskalenders – viele Türchen öffnen, bis endlich das Christkind kommt.“

Klejbors Anspruch: Leidenschaft statt Geld investieren. Und dabei auch aus Misserfolgen lernen: Wer den „Fehler des Monats“ macht und sich bereitwillig einer offenen Diskussion darüber stellt, der wird mit einem Dankeschön in Form einer Flasche Sekt belohnt. Auch Marc Klejbor selbst konnte sich schon Sekt ins Regal stellen: weil er statt eines unbekannten österreichischen DJs einen anderen Künstler verpflichtete, den niemand sehen wollte. Der Österreicher hieß DJ Ötzi...

Eine ganze Reihe von Ritualen, die Teamgeist und Leistungsfähigkeit fördern, stellt Marc Klejbor in seinem Buch vor: vom Jahreszielgespräch mit allen Mitarbeitern über das schriftliche Lob, Visitenkarten, Geburtstagsgeschenke, Quartals-Meetings, Crew-News aufs Smartphone und Ideenblätter bis zu regelmäßigen Ritualen wie der Jahresauftaktfeier, dem Jahresmotto, der Mitarbeiter-Wintertour, dem Frühlingsgruß, dem gemeinsamen Fasten, dem Mama- und Papa-Nachmittag, der Mitarbeiter-Sommertour nach Mallorca, dem grillenden Chef, dem Urlaubsrückkehrer-Gespräch, dem Pflaumenkuchen-Treffen, der Oktoberfest-Gaudi, dem herbstlichen Grünkohlessen und der Glühweintour bis hin zum Nikolaus-Wichteln und der Weihnachtsfeier reicht die Liste der Beispiele, die meist wenig kosten und sehr viel bringen. Aufmerksamkeit schenken, die richtige Stimmung für den Erfolg schaffen, auf die Kraft der Emotion setzen: Leitsätze, mit den Marc Klejbor gut gefahren ist. Wie man‘s macht, erklärt er nachvollziehbar auf knapp 200 Seiten. Lesens- und empfehlenswert: und das ganz bestimmt nicht nur für Discobetreiber.

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