„Unter Uns”: Hellenische Heimat in Eschweiler

Von: ran
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Griechen als Partner in Europa: Brigitte Averdung-Häfner (Mitte) mit der stellvertretenden Generalkonsulin Angeliki Giannoulis (3. v. r.), dem GPB-Vorsitzenden Peter Schöner (4. v. r.), Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Lothar Müller (rechts) und einigen porträtierten Griechen, den Hauptdarstellern der Ausstellung „Unter Uns”. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es sind Fotografien, die Menschen zeigen. Junge Menschen wie Anna, die in Deutschland geboren wurde, und ältere Menschen wie Sotirios, der 1940 in Karditsa das Licht der Welt erblickte und seit 1960 in Deutschland lebt. Eines haben sie alle jedoch gemeinsam: Es sind Griechen, die in Eschweiler und Umgebung leben und hier ihr zu Hause, ihre Heimat gefunden haben.

Seit Anfang des Jahres fertigte die Eschweiler Fotografenmeisterin Brigitte Averdung-Häfner die Porträtaufnahmen, die nun bis zum 17. September im Rahmen des Europaforums „Griechenland - Partner in Europa” des Europavereins „Gesellschaftspolitische Bildungsgemeinschaft” (GPB) in einer Ausstellung unter dem Titel „Unter Uns” in der Sparkassengeschäftsstelle Marienstraße zu sehen sind.

„Die verschiedenen Kulturen und Sprachen sind eine Bereicherung für uns”, begrüßte Geschäftsstellenleiter Lothar Müller zahlreiche Gäste, darunter viele Portraitierte, zur Ausstellungseröffnung am Montagabend. „Wir freuen uns, in diesen Räumen die Vielfalt griechischer Lebensart präsentieren zu können”, so der Gastgeber.

Peter Schöner, Vorsitzender der GPB, stellte die Internationalität des Projekts in den Vordergrund. „Diese Ausstellung ist natürlich nicht nur für Griechen, sondern für Menschen aller Nationen gedacht.”

Auch zu aktuellen Geschehnissen nahm er Stellung: „In Deutschland ist das Wort Integration wiederentdeckt worden. Dessen Bedeutung ist, Grenzen zu überwinden. In dieser Hinsicht ist in der Vergangenheit seitens der Politik zu wenig geschehen”, kritisierte er.

Dem stimmte Bürgermeister Rudi Bertram in seinem kurzen Grußwort nur sehr bedingt zu. „Ich bin der Meinung, dass sich in der jüngeren Vergangenheit viel getan hat, wenn auch einiges besser hätte laufen können”, räumte er ein.

Mit seinen Menschen aus 106 Nationen zeige Eschweiler, wie Integration funktionieren könne. „Es heißt, aufeinander zuzugehen. Integration ist keine Einbahnstraße. Sie setzt den Willen voraus, friedlich und tolerant miteinander umzugehen, ohne sich selbst aufzugeben”, so der Verwaltungschef.

In Vertretung von Generalkonsul Nicolas P. Plexidas richtete dessen Stellvertreterin Angeliki Giannoulis einige Worte an die Gäste. „Das Europaforum erweist sich als Botschafter der europäischen Idee. Und Europa wird bald stolz auf das EU-Mitglied Griechenland sein, das seine Probleme durch großes Engagement überwinden kann und wird.”

Im Anschluss führte Christoph Häfner in die Ausstellung „Unter Uns” ein. „Brigitte Averdung-Häfner versteht sich als Fotografin mit interpretierender Auffassung. Sie drückt in ihren Fotografien ihre persönliche Meinung und ihre Einstellung zum Menschen aus. Ihr geht es weniger um Tatsachen als um Gefühle.”

Die wichtigste Voraussetzung für gute Fotos sei das wahrhaftige Interesse des Fotografen an seinem Motiv. „Brigitte Averdung-Häfner ist beseelt von diesem Interesse, das aus ihren Fotografien herausstrahlt. Die Bilder dieser Ausstellung sind von einer Dichte und Intensität geprägt, die nur entstehen kann, wenn sich Vertrauen und Nähe zwischen Fotografin und fotografiertem Menschen entwickelt haben. Die hier ausgestellten Bilder beweisen, dass die porträtierten Griechen nicht nur hier angekommen sind, sondern sie sind hier zu Hause, hier, mit uns, unter Freunden.”

Dies unterstreicht auch die Fotografin, die bereits im Jahr 2000 das Projekt „Unter uns” mit Fotografien von Indestädtern ausländischer Herkunft begann. Zu den Griechen Eschweilers und Umgebung hat Brigitte Averdung-Häfner aber eine besondere Beziehung. „Ich habe schon als Kind in einem Haus mit Griechen gewohnt und in der Schule neben einem Griechen gesessen”, blickt sie zurück. „Die griechische Gesellschaft ist wie meine Familie. In ihr fühle ich mich zu Hause”, betont sie.

Und ihre Bilder, die bis zum 17. September während der üblichen Öffnungszeiten der Sparkassen-Geschäftsstelle Marienstraße zu sehen sind, bestätigen dies eindrucksvoll.
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