„Unser Dorf hat Zukunft“: Kommission gibt Tipps zur Bewerbung

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
15319500.jpg
„Wir sind Kinder einer Welt“: Die Schüler der Grundschule Röhe empfingen die Kommissionsmitglieder mit einem bewegenden Friedenslied. Foto: Andreas Röchter
15319507.jpg
Berühmter Sohn des Ortes: Komponist und Musikdirektor Wilhelm Rinkens wurde 1879 in Röhe geboren. Eine Gedenktafel auf dem nach ihm benannten Rinkensplatz erinnert an ihn.
15319505.jpg
Schwarz auf weiß: Vor der Begehung konnten sich die Kommissionsmitglieder auf Stelltafeln von der Vielfältigkeit der Aktivitäten in Röhe und von Röhern überzeugen.
15319499.jpg
Zentraler Platz und Treffpunkt im Herzen der Ortschaft: Dorothee Schmitz (3. v. l.) stellte den „Dorfbegehern“ den Rinkensplatz vor.

Eschweiler-Röhe. Nach rund zweieinhalb Stunden fiel am Montagvormittag schließlich die Anspannung von Klaus Fehr, Dorothee Schmitz, Claudia Lausberg (in Vertretung von Patrik Becker), Christina Frantzen, Willi Krüger, Heinz Josef Esser, Hans-Jürgen Krieger, Ingo Mandelarzt und vielen weiteren Mitstreitern der Initiative „Unser Dorf hat Zukunft“ in Röhe langsam aber sicher ab.

Stattdessen kam nach und nach ein zufriedenes Lächeln auf den Gesichtern der Vertreter der Interessengemeinschaft Röhe zum Vorschein. Kein Wunder, fielen die ersten Rückmeldungen der sechs Mitglieder der Fachkommission der Städteregion Aachen, die sich zuvor ein genaues Bild von zahlreichen Facetten des Dorflebens gemacht hatten, doch durchweg positiv aus.

„Sie haben uns ihre Liebe zu ihrer Heimat nahe gebracht. Der Wille, sich einzubringen und zu gestalten, war jederzeit spürbar. Gehen Sie diesen Weg weiter und tragen Sie ihn nach außen“, brachte es Kommissionsleiterin Andrea Drossard auf den Punkt. Ob die Präsentation der Bewohner des Stadtteils im Westen der Indestadt tatsächlich ausgereicht hat, um sich gegen die acht Konkurrenten, die ebenfalls am jährlichen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Nordraum der Städteregion Aachen teilnehmen, durchzusetzen, wird am Samstag, 7. Oktober, bekanntgegeben. Dann findet um 14 Uhr die Siegerehrung im Mediensaal der Städteregion Aachen (Zollernstraße 10) statt. Die Sieger sowohl im Nord- als auch im Südraum (13 Teilnehmer) dürfen am Landeswettbewerb 2018 teilnehmen.

„Im Fokus steht das Engagement der Dorf- und Ortsgemeinschaften, sich aktiv für die Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes einsetzen“, lautet einer der Leitsätze, die die Verantwortlichen der Städteregion im Vorfeld des Wettbewerbs vorgaben. Eine Steilvorlage für die Frauen und Männer um Klaus Fehr, der die Kommission am Montagmorgen in der Röher Gaststätte „Zum Hirsch“ begrüßte, um zunächst einen kurzen Überblick über die Aktivitäten der Dorfbewohner in der jüngeren und jüngsten Vergangenheit zu geben.

Für sage und schreibe 22 Ortsvereine agiere die Interessengemeinschaft Röhe als Dachverband, machte der Vorsitzende deutlich, bevor er seinen Zuhörern die Bedeutung der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für die Menschen in Röhe näherbrachte. „Sie hat bewirkt, dass sich zahlreiche Bewohner intensiv mit ihrem Dorf beschäftigten und viele interessante Dinge herausfanden“, berichtete Klaus Fehr.

Zum Beispiel, dass rund 400 der insgesamt etwa 2500 Einwohner jünger als 18 Jahre alt sind. Von der angeblichen Überalterung Röhes könne also keine Rede sein. Auch die Hoffnung, dass sich nicht nur der „typische Vereinsmensch“, sondern auch Bewohner des Ortes, die sonst nicht so aktiv sind, innerhalb des Projekts „Unser Dorf hat Zukunft“ einbringen würden, habe sich erfüllt.

„Daraus resultierend ist die Dorfgemeinschaft gestärkt worden. Neue Entwicklungen wie die Nachbarschaftshilfe oder der Rundwanderweg konnten auf den Weg gebracht werden“, machte Klaus Fehr deutlich, um abschließend der Hoffnung auf „Impulse von außen“ Ausdruck zu geben. „Nichts steht dem Ziel, Röhe zukunftsfähig zu machen, mehr im Weg als ein Tunnelblick. Ihr Blick von außen ist genau das, was uns fehlt. Wir freuen uns auf ihre Anregungen, um Röhe weiterentwickeln zu können!“

Kurz darauf startete die sogenannte „Bereisung“ durch die Kommission, an der mit Hermann Gödde auch der Technische Beigeordnete der Stadt Eschweiler teilnahm. Per Bus und zu Fuß ging es kreuz und quer durch Röhe. Claudia Lausberg stellte das soziale und kulturelle Leben der Ortschaft vor und stellte die Bedeutung des Kindergartens St. Antonius von Padua heraus, der seit Beginn des neuen Kindergartenjahres über drei Gruppen verfüge.

„Der Kindergarten sichert nicht zuletzt den Bestand der einzügigen Grundschule. Ein Aspekt, der für Menschen, die nach Röhe ziehen wollen, von großer Bedeutung ist“, betonte Claudia Lausberg, die ihre Ausführungen mit dem Bekenntnis „Ich wohne gerne in Röhe“ abschloss. Christina Frantzen beleuchtete die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes, in dem zahlreiche Arbeitgeber 430 Arbeitsplätze zur Verfügung stellten. „Mit 85 Mitarbeitern ist die Röher Parkklinik der größte Arbeitgeber des Ortes“, wusste sie zu berichten.

Dorothee Schmitz stellte den Rinkensplatz mit seiner zentralen Bedeutung als „Ortsmittelpunkt“ vor, bevor Hans-Jürgen Krieger die kurze, aber umso beeindruckendere Erfolgsgeschichte des „Röher Sportplatz e. V.“ von 2013 bis heute nachzeichnete. Landwirt Heinz-Josef Esser beleuchtete unter anderem am Beispiel einer Streuobstwiese die „grüne Seite“ von Röhe, bevor die Grundschüler die Kommissionsmitglieder mit dem bewegenden Friedenslied „Wir sind Kinder dieser Erde“ des 2015 verstorbenen Kantors Franz Surges überraschten.

„Diese Kinder sind die Zukunft Röhes. Ihnen gilt letztlich unsere Initiative“, erklärte Klaus Fehr, bevor die Delegation zur Gaststätte „Zum Hirsch“ zurückkehrte, wo die Kommissionsmitglieder eine erste Einschätzung abgaben. „Die Ortsbereisung war kurzweilig und interessant. Wir haben uns ein umfassendes Bild von Röhe machen können und haben erlebt, wie sehr sie sich mit ihrem Lebensraum auseinandersetzen“, so Bernd Billion von der FH Aachen, der den Bewohnern ins Stammbuch schrieb, den Schwung des Wettbewerbs zu nutzen, um die Aufgaben der Zukunft auf noch mehr Schultern verteilen zu können. „Vor allem: Setzen sie Prioritäten und verzetteln sie sich nicht“, so sein Ratschlag.

Gerti Steffens von der Wirtschaftsförderung der Städteregion hob die zahlreichen nach wie vor bestehenden kleinen Betriebe vor Ort hervor. Diese gelte es nach Möglichkeit mit Aufträgen weiterhin zu stärken. Professor Gerrit Köster riet als ehemaliger Sozialraumplaner der Stadt Aachen, den Norden des von der Autobahn gewissermaßen in zwei Teile zerschnittenen Ortes intensiv im Blick zu halten und diesen im Vergleich zum südlichen Teil nicht zu vernachlässigen. Nicole Hames-Haas vom Amt für Bauaufsicht und Wohnraumförderung lobte die Baumaßnahmen der jüngeren Vergangenheit, die es möglich gemacht hätten, Neubürger zu integrieren.

Harald Thyssen vom Umweltamt stellte einen „Bewusstseinswandel“ der Bewohner im Vergleich zu seinem vorherigen Besuch in Röhe vor sechs Jahren fest. „Sie haben bemerkt: Grün tut gut“, so sein Urteil. Jetzt müsse nur noch der Propsteier Wald zugänglich gemacht werden. „Lassen Sie sich in dieser Hinsicht nicht von den Verantwortlichen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abschrecken“, so Harald Thyssen, der den Reigen der positiven Rückmeldungen abschloss. Der 7. Oktober kann kommen!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert