Eschweiler - Unschätzbare Hilfe für Kind und Eltern

Unschätzbare Hilfe für Kind und Eltern

Von: thd
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Für Antigona bedeutet die The
Für Antigona bedeutet die Therapie spielen und turnen - für ihre Mutter Lujoeta Berishka bedeutet sie viel Hilfe: Die Lebenshilfe Aachen unterstützt Familien mit der Frühförderung in Eschweiler. Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. Wie sie mit den bunten Spielsachen umgehen soll weiß die kleine Antigona schon sehr genau. Und wenn ihr etwas nicht passt, dann macht sie das ihrer Heilpädagogin Hildgard Sorn deutlich, denn Antigona ist sehr willensstark.

Ihre Mutter Lujoeta Berisha kommt mit der Dreijährigen zwei Mal in der Woche zur Therapie der Lebenshilfe Aachen, denn Antigona hat das Down-Syndrom. Seit ihrer Geburt betreut die Lebenshilfe das Mädchen und die ganze Familie. Um die Interdisziplinäre Frühförderung noch besser zu ermöglichen, bezieht die Lebenshilfe Aachen in Eschweiler seit Juni einen neuen Standort und zog vom Gesundheitshaus an der Steinstraße in Räume der Integrativen Kita St. Marien am Burgfeld.

Die Frühförderung unterstützt Kinder, die in ihrer geistigen, körperlichen und seelischen Entwicklung beeinträchtigt sind vom Säuglings- bis zum Schulalter und begleitet auch die Familien mit Beratung und Hilfe bei der Erziehung. Das Angebot umfasst medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische und soziale Hilfe, deren Kosten die Krankenkasse und Sozialhilfeträger übernehmen. Vor allem bei der Frühförderung ist die Einbeziehung der Eltern sehr wichtig. Mit Einzelberatung und in Gesprächskreisen unterstützt die Lebenshilfe bei der Anleitung der Förderung und der Beratung in Krisensituationen oder bei sozial-rechtlichen Fragen.

Die kleine Antigona übt mit ihrer Heilpädagogin Seifenblasen zu pusten, was die ersten Schritte des Sprechtrainings sind. Nicht nur die Motorik, sondern auch der Muskelaufbau und Bewegungsablauf muss trainiert werden. Deshalb steht zwei Mal in der Woche Turnen und Spielen auf Antigonas individuell errichteten Plan. Zusätzlich spielt ihre Mutter mit ihr fleißig zu Hause. Hausbesuche machte die Lebenshilfe bei Antigona, als sie noch ein Säugling war.

Für größere Kinder stand bereits der Raum im Gesundheitshaus zur Verfügung. Der Umzug zum Burgfeld in den hellen Raum der Kita St. Marien macht die Therapie um einiges einfacher. „Die Lebenshilfe und die Kitas arbeiten sehr eng zusammen. Wir arbeiten Hand in Hand und beraten uns, welche Entwicklungsschritte für das Kind die besten sind”, erklärt Claudia Jene-Priesmeyer, eine Mitarbeiterin der Frühförderung.

„Der Standortwechsel ermöglicht, dass die Therapie und die Kita nahtlos ineinander übergehen können und das Umfeld nicht fremd für Kinder und Eltern ist.” Die Eltern haben immer noch die freie Wahl zu entscheiden, in welcher Kita sie ihr Kind anmelden möchten. Dabei unterstützt die Lebenshilfe.

„Wir haben zwei integrative Gruppen. Die Eltern sehen also, dass Kinder mit und ohne Behinderung miteinander spielen können. Das nimmt ihnen Angst und gibt ein Stück Vertrauen zurück”, informiert Anita Permantier, die Leiterin der Kita St. Marien. „Für viele Eltern ist es erst ein Schock, wenn sie erfahren, dass ihr Kind beeinträchtigt ist. Die enge Vernetzung zwischen der Lebenshilfe und uns zeigt ihnen, dass ihr Kind die beste Förderung und Begleitung bekommt.”

Der Standortwechsel stellt nicht nur für die Lebenshilfe erhebliche Vorteile dar. „Die Tagesstätte ist auch ein Familienzentrum. Die Umgebung und die Atmosphäre sind ganz anders als die Räumlichkeiten an der Steinstraße. Hier spielen Kinder und die Eltern bekommen einen besseren Zugang zur Lebenshilfe”, sagte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen Herbert Frings. „Viele Eltern bauen eine Barriere gegenüber Behinderung auf. Von beiden Seiten, Eltern mit und ohne behinderte Kinder, wird die Barriere abgebaut.”

Die Lebenshilfe nimmt nicht nur eindeutig behinderte Kinder auf. Mit Absprache der Kinderärzte wird die Lebenshilfe kontaktiert. „Braucht das Kind Hilfe und welche Hilfe braucht das Kind” sind die nächsten Schritte. Zusammen mit den Eltern stimmt die Lebenshilfe einen passenden Plan ab. Bei Lujoeta Berisha lief die Zusammenarbeit genauso ab.

Nach der Geburt begleitete die Hebamme die Familie noch vier Monate. Anschließend übernahm die Lebenshilfe. Jetzt fühlt sich die Familie im neuen Raum richtig wohl. Die Spielsachen, das Licht, die Atmosphäre. Für Kinder wie die kleine Antigona bedeutet das ein Stück weitere Entwicklung. Und für Eltern wie die Berishkas bedeutet es Hilfe, die nur schwer ersetzt werden könnte.
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