Union krempelt Ärmel vor den Wahlen hoch

Von: Stefan Herrmann
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Mit diesem Vorstand zieht der CDU-Stadtverband in den Wahlkampf. Der Vorsitzende bleibt Arpád Farkas. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Wenn Eschweilers Christdemokraten auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicken, herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Besonders die Krise im Sommer 2008, die im Austritt mehrerer Mitglieder und der Neugründung der von der CDU abgesplitterten CSL-Ratsfraktion endete, sorgte für Unruhe - sowohl in der Öffentlichkeit als auch innerparteilich.

„Das ist nun vorbei!”, verkündet çrpad Farkas. Bei der Mitgliederversammlung im „Bürgerhof Haus Flatten” wurde der 34-Jährige in seinem Amt als Stadtverbandsvorsitzender bestätigt. 43 Ja-, lediglich fünf Nein-Stimmen - ein deutliches Votum der Mitglieder.

Dass hinter Eschweilers CDU eine stürmische Zeit liegt, beweist auch der Umbruch im Vorstand. Sowohl der langjährige Geschäftsführer Helmut Brief als auch der stellvertretende Vorsitzende Bernd Schmitz sowie die stellvertretenden Geschäftsführer Ruth Felber und Martin Kamps standen nicht zur Wiederwahl.

Mit einem neuen Team (siehe Box) geht der Blick der CDU´ler nun nach vorne. In seiner Rede würdigte Farkas nicht nur die Verdienste der langjährigen Vorstandsmitglieder, er gab auch unumwunden zu, dass nicht alles so geklappt hat, wie man es sich im Vorfeld gewünscht habe. „Die Neu-Organisation kostet Kraft”, weiß Farkas aus eigener Erfahrung. Nun aber sei man gut aufgestellt und blicke zuversichtlich auf die kommenden, wahlkampfgeprägten Monate.

Was die neue CDU-Führungsriege auszeichne? „Unsere Kernbotschaft ist ganz klar: mehr Kommunikation!”, gibt der Rechtsanwalt die Marschrichtung vor. Denn hier habe man sich in letzter Zeit hervorragend aufgestellt: die Ideenkampagne, eine aufgepeppelte Internetpräsenz, ein griffiges Wahlprogramm - alles sei stets im ständigen Austausch mit den Mitgliedern geschehen. „Sie geben´s vor, wir setzen es um. Ihre Meinung zählt. So wird bei uns neuer Gemeinsinn entstehen”, glaubt der Stadtverbandsvorsitzende.

Nun gehe es aber darum, das betonte auch der als Gast anwesende CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz, die starke Gemeinschaft der Eschweiler Christdemokraten nach außen zu transpotieren. „Wir haben die Chance. Jetzt heißt es aber: ran an die Bürger”, möchte Wirtz die Vormachtstellung der SPD und ihres Bürgermeisterkandidaten Rudi Bertram nicht als gottgegeben hinnehmen. Solch kämpferische Ansagen freut die arg gebeutelten indestädtischen Christdemokraten.

Doch nicht nur personell und organisatorisch sieht sich der neue CDU-Vorstand bereit für die kommenden Aufgaben. Auch thematisch habe man die besseren, weil realistischeren Lösungen für Eschweiler. „Wir als CDU-Stadtverband bleiben in Eschweiler auf dem Boden und bauen keine Luftschlösser”, erteilt çrpád Farkas allen SPD-Träumereien eine Absage. Ob die Pläne rund um den Blausteinsee oder die kritische Haushaltslage -Êdie Christdemokraten wollen den Wählern reinen Wein einschenken. „Das, was die SPD rechnerisch für Spielereien anstellt, darf nicht weitergehen”, möchte der Vorsitzende realistische, bezahlbare Projekte für die Eschweiler Bürger anpacken.

Dazu gehöre ebenso die laut Farkas „totgeschwiegene Ortsumgehung Hastenrath” sowie die mittel- und langfristige verantwortungsvolle Konsolidierung des Haushalts.

Klein-Klein helfe in der aktuellen Lage nicht weiter, vielmehr sei konzeptionelle Politik mit Weitsicht gefragt. „Wir müssen stärker in Bildung investieren und den Ganztagsbetrieb ausbauen”, sieht Farkas Potenziale. Die schwarz-gelbe Landesregierung habe hier den richtigen Weg aufgezeigt.

Doch eines, das ist dem CDU-Vorsitzenden und seinen Mitstreitern klar, beeinflusst alle anderen politischen Aktivitäten: Das Schaffen und Erhalten von Arbeitsplätzen ist elementar für Eschweiler.

Und das, so das traditionelle Selbstverständnis, sei Hoheitsgebiet der CDU. „Unsere klare Stärke ist die Wirtschaft”, macht Farkas deutlich, dass seine Partei auf diesem Feld die besseren Lösungen habe: Neben einem Wirtschaftsausschuss fordern die Christdemokraten auch einen hauptamtlichen City-Manager, um nicht nur die nördliche Innenstatdt wieder auf Vordermann zu bringen.

Im Beisein von Helmut Etschenberg, CDU-Spitzenkandidat für den Posten des Städteregionsrates, sagte der Vorsitzende: „Wir bekommen keine soziale Gerechtigkeit, wenn wir in Eschweiler mit die höchste Arbeitslosigkeit in der Städteregion haben.”

Mit dem neuen Vorstandsteam und dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Christoph Herzog möchten die Christdemokraten nun im Wahlkampf punkten. „Und keinesfalls nur als Nörgler, sondern mit positiven und konstruktiven Vorschlägen”, so Farkas.
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