Eschweiler - Unheilbar närrisch: Dr. Heinz Jansen wird ausgezeichnet

Unheilbar närrisch: Dr. Heinz Jansen wird ausgezeichnet

Von: thd
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Nun haben die Doktorhutträger einen richtigen Doktor: Dr. Heinz Jansen und die „jecke Elite“. Foto: T.Dickmeis

Eschweiler. Doppeldoktor – ein Titel, den nicht viele tragen. In Eschweiler darf sich seit Freitag jemand so nennen: Dr. Dr. Heinz Jansen. Oder richtig: Dr. med Dr. humoris causa Heinz Jansen. Damit zeichnete ihn traditionell die 11. Korporalschaft der Rote-Funken-Artillerie aus und feierte die 25. Ausgabe der Doktorhut-Vergabe.

Dass Heinz Jansen als Ex-Präsident der Eschweiler Scharwache und Karnevalist mit Herz und Seele den Doktorhut nun tragen darf, schien nur eine Frage der Zeit. Erinnerungen an sein Engagement kamen dabei nicht zu kurz.

Anspruchsvolle Hürden

„Die Auszeichnung war einfacher als der akademische Titel. Kein Doktorvater, keine Dissertation, keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Vergleich hat sie aber auch viel mehr Spaß gemacht“, erklärte Heinz Jansen. Jahrelang bereicherte er den Karneval als Büttenredner und Sänger und stellte sich anspruchsvollen Hürden. So übernahm er das Präsidentenamt der Scharwache – eine Aufgabe, die für andere Menschen weniger einfach erscheint. Aber nicht für einen Heinz Jansen.

„Jedem würde etwas anderes einfallen, warum Heinz Jansen den Hut tragen sollte. Als Mensch, Jeck oder Mediziner hat ihn ganz Eschweiler kennengelernt. Höflich, respektvoll, stets aufmerksam. Aber auch ein Mensch, der mit Kritik umgehen kann“, beschrieb Laudator Kuno Kaever den Geehrten. „Im Karneval hatte er ein zweites Gesicht.“ Voller Freude sei er aufgetreten, habe dabei die Vereine auf Veranstaltungen verbunden und das große Ganze im Visier gehabt.

Als Ex-Scharwächter und Mitglied der 11. Korporalschaft lernte Kuno Kaever die Menschlichkeit Jansens kennen und sagte: „Hochnäsig oder überheblich war er als erfolgreicher Präsident nie. Der Karnevalsvirus machte ihn eben unheilbar närrisch.“

Zustimmung fand Kaever bei den anderen Gästen im Saal. Vor allem die Vertreter der Scharwache nickten ihm zu – viele mit einem Lächeln auf den Lippen. Denn so hätten Jansen wohl viele beschrieben, der den Verein auch mit Blick auf die Zukunft führte. Aufgaben gab er gerne an jüngere Scharwächter ab und sorgte dafür, dass der Verein eine gute Balance zwischen Tradition und modernem Auftreten bekam.

Ein breites Lächeln trug der neue Doktor selber auch und tauschte gerne die Scharwach-Kappe gegen den Doktorhut. Korporalschaftsführer Helge Dickmeis überreichte die schwarze Melone mit dem Zeichen „der Elften“. Dank von Jansen gab es anschließend nicht nur in Form von gesprochenen Worten. Er selber sang, unterstützt von Helmut Müller am Akkordeon, und passte sich so den fröhlichen Singsang der Feier an. Tradition wird eben nicht nur bei der Scharwache hochgehalten.

Helge Dickmeis kündigte bei seiner Begrüßung an: „Die Liederhefte sind nicht zum Angucken da!“ – und damit traf „die Elfte“ wohl ins Herz der „jecken Elite“. Ob Scharwächter, Doktorhut-Träger, Roter Funke oder ein anderer Vertreter eines Vereins, die Herren schunkelten und sangen Eischwiele Lieder schier den halben Abend mit Akkordeon-Unterstützung von Helmut Müller.

Von „Van Klee Oepe bes om Pömpche“ bis „Stipp, stipp, stipp, Hurra de Scharwach“ fand das Liedergut auch nach dem offiziellen Teil kein Ende. Für Singpausen sorgten Büttenreden von Peter Deutschle sowie Dorothee Schmitz und Sigrid Hendryk als „Os känt Os“.

Die beiden Mitglieder der „Eischwiele Mullejaane“ sorgten mit dem Zwiegespräch nicht nur für den stimmungsvollen Einklang in die Veranstaltung. Auch für Denksportaufgaben mit Wortspielen blieben bei den Herren hängen. So dachten einige über die Unterschiede zwischen Asthmatiker und Dramatiker, oder auch Quartett und Parkett noch bei Peter Deutschle nach. Das Bütten-Unikat hatte es dagegen unter anderem auf die Gäste im Saal abgesehen. Nicht zuletzt auf die Scharwache, die „in Eschweiler ein Verein ist wie Griechenland in der EU.“

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