Eschweiler - Unfälle mit Fußgängern: „Hat der mich gesehen?“

Unfälle mit Fußgängern: „Hat der mich gesehen?“

Von: Tobias Röber
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Für Fußgänger sind große Straßen gefährlich. An der Indestraße etwa müssen die Verkehrsteilnehmer besonders Acht geben. Foto: Tobias Röber
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Die Unfallschwerpunkte mit Fußgängern.

Eschweiler. Die wichtigste Nachricht zuerst: Das Jahr 2015 war in Eschweiler statistisch gesehen ein erfreuliches Jahr in Sachen Fußgängerunfälle. Das teilte die Polizei unserer Zeitung auf Anfrage mit. Der Grund: Im Vergleich zu 2014 hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fußgängern fast halbiert.

14 Mal musste die Polizei dennoch ausrücken. Besondere Unfallschwerpunkte gibt es in Eschweiler nicht, die Unfälle verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Jetzt in der dunklen Jahreszeit ist erhöhte Vorsicht geboten.

2014 gab es im Vergleichszeitraum (1. Januar bis 30. November) 29 Unfälle, an denen Fußgänger beteiligt waren. In der Zahl enthalten ist auch der tödliche Verkehrsunfall am 15. Dezember 2014 auf der Lindenallee in Weisweiler, bei dem eine 86-jährige Frau starb, als sie beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst wurde.

Die Polizei hält in ihren Statistiken nicht nur die Zahl der Unfälle fest, sondern auch, wer ihn verursacht hat. Bei lediglich drei der 14 Unfälle im Jahr 2015 trugen die Fußgänger die Schuld, weil sie nicht auf den Fahrzeugverkehr achteten. An dieser Stelle weist die Polizei darauf hin, dass oft Fußgänger erst gar nicht die für sie vorgesehenen Übergänge nutzen und auf den klassischen Blick nach links und rechts verzichten.

In allen anderen Fällen lag die Schuld bei den Autofahrern. Sie verhielten sich nach Angaben der Polizei völlig falsch: beim Abbiegen, beim Rückwärtsfahren und an Fußgängerüberwegen.

Vier Kinder waren an den Unfällen beteiligt, dreimal junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre alt) und zwei Unfälle mit Senioren tauchen in der Statistik auf.

Zum Vergleich: In Stolberg waren vom 1. Januar bis zum 31. Oktober 2015 28 Fußgänger in Unfälle verwickelt, 2014 waren es 23.

Häufig hören die Beamten nach Unfällen den Satz: „Ich habe ihn nicht gesehen.“ Das sagen Auto- und Radfahrer ebenso wie Fußgänger. Laut Polizei können viele Unfälle jedoch vermieden werden und die Beamten geben daher einige Tipps (siehe Infobox). „Gegenseitige Rücksichtnahme und Sensibilität in der Frage ‚Hat der mich gesehen?‘ sind besonders wichtig“, sagt Paul Kemen, Sprecher der Aachener Polizei. Und er ergänzt: „Man kann es nicht oft genug sagen und darauf hinweisen: Hell fällt auf! Helle oder gar reflektierende Kleidung ist in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig.“

Denn Paul Kemen weiß, dass die Zahl der Unfälle in der dunklen Jahreszeit stets ansteigt. Dafür sorge nicht nur die meist dunkle Kleidung, sondern auch schlechte Witterung und häufig Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmer. Auch defektes Licht an Auto und Fahrrad (einige verzichten ganz auf Licht) sei gefährlich.

Im Februar gibt die Polizei traditionell Zahlen bekannt. Hoffen wir, dass für die Statistik 2017 keine Unfälle dazukommen und die Verkehrsteilnehmer Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme an den Tag legen.

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